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DLRG statt Wasserschutzpolizei? Verein soll die Lücke schließen

Ratzeburg DLRG statt Wasserschutzpolizei? Verein soll die Lücke schließen

Auch heute am Vatertag sind wieder viele Sportbootfahrer auf den Ratzeburger und Möllner Seen unterwegs. Nicht selten ist Alkohol im Spiel. Kontrolliert wird das allerdings nicht mehr. Seit einem Jahr gibt es im Lauenburgischen keine Wasserschutzpolizei (Wapo) mehr.

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Nach der offiziellen Bootshausübergabe lädt Wehrführer Michael Dawert Ratzeburgs Polizeichef Manfred Börner (hinten l.) und Jörg Lehmann zur ersten Kontrollfahrt ein.

Quelle: Christian Nimtz

Ratzeburg.  Was Fischer, Sportbootführer oder die Binnenschiffer treiben, wird nicht mehr von den drei früheren Wapo-Kollegen in Ratzeburg verfolgt — ihre Boote wurden verlegt oder verkauft. Die Landespolizei ist künftig auch für polizeiliche Aufgaben auf dem Ratzeburger See oder dem Ziegelsee zuständig.

LN-Bild

Betrunkene Skipper werden seit Schließung der Wapo-Station Ratzeburg kaum behelligt — Polizei im Kreis hat weder Boote noch Bootsführer — Nun soll die DLRG den Beamten helfen.

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Leider verfügt sie laut Manfred Börner, Leiter der Ratzeburger Polizeizentralstation, weder über Boote noch über befähigtes Personal mit Bootsführerschein. Um bei Gefahrenlagen nicht mittellos dazustehen, strebt Börner deshalb eine Kooperation mit DLRG und Feuerwehr an, die über die fehlenden Boote verfügt. In Ratzeburg gab es Anfang April bereits ein Treffen mit den Lebensrettern zur See.

„Wir als Landespolizei müssen nun auch Ereignisse auf den Seen bearbeiten, die polizeilich relevant sind“, sagte Stationsleiter Manfred Börner Anfang der Woche bei einer Pressekonferenz in Ratzeburg.

Es werde mit dem Wegfall der Wapo-Station in Ratzeburg keine Streife mehr auf den Gewässern in Ratzeburg geben, weil keine Boote mehr zur Verfügung stünden und die Polizisten nicht ausgebildet oder befähigt seien. „Wir versuchen jetzt mit ehrenamtlichen Organisationen wie DLRG, Feuerwehr und THW zu kooperieren“, erklärte Börner. Die Initiative zur Kooperation kommt aus der Polizeizentralstation selbst. Eine gemeinsame Strategie zur Sicherung der lauenburgischen Gewässer verfolgt die Polizeidirektion Ratzeburg laut Sprecher Holger Meier nicht.

Die DLRG betreue Badestellen und habe einen Überblick über das Geschehen auf dem Wasser, glaubt Börner, und könne die Polizei im Notfall verständigen. „Ich glaube es gibt mehr betrunkene Skipper als Autofahrer. Da passieren auch Unglücksfälle“, sprach Börner einen wichtigen Punkt aus dem neuen Aufgabenbereich der Schutzpolizei auf Gewässern an. Bei Unterstützung durch die DLRG müsse die Polizei dann schlicht zusteigen.

Der Elbe-Lübeck-Kanal sowie der Möllner Hafen haben nach dem Wegfall der Wapo in Ratzeburg keine Polizeipräsenz mehr. Für die Landespolizei bedeute das laut Börner eine Arbeitsverdichtung. „Bei einem Schiffsunfall müssen wir zunächst versuchen, alleine Herr der Lage zu werden“, erklärte der Stationsleiter. Der Elbe-Lübeck-Kanal fällt jetzt in die Zuständigkeit der weit entfernten Wasserschutzpolizei Travemünde.

„Für den Bereich Ratzeburg haben Anfang April Gespräche zwischen DLRG, Polizei und Feuerwehr stattgefunden“, bestätigt Jan Frederik Schlie von der Möllner DLRG und Sprecher des DLRG-Kreisverbandes.

Man habe sich ausgetauscht und mögliche Abläufe besprochen. Zum Beispiel sind Orte bestimmt worden, an denen die Polizei im Bedarf zusteigen kann.

„Es geht hier lediglich um den Transport von Polizeibeamten auf dem Wasser zur Erfüllung ihrer Aufgaben“, so Schlie. Es werde nicht dazu kommen, dass die DLRG polizeiliche Aufgaben übernimmt. Gerade weil die Organisation jedoch zunehmend von der Polizei gebraucht werde, wünsche er sich, dass die Organisation in einer Reform des Wasserrettungsgesetzes entlastet werde. „Ich sehe die Schließung der Wasserschutzpolizeistation als Verlust“, erklärte Andreas Timmermann, Ortsbeauftragter des Ratzeburger THW, das mehrere Boote besitzt. Die Polizei sei in erwähnten Zusammenhang bislang nicht auf ihn zugekommen. Kooperationen mit der Polizei habe es jedoch bereits in der Vergangenheit immer wieder gegeben.

„Ich habe mit Erstaunen festgestellt, dass nicht einmal mehr die Boote der Wasserschutzpolizei im Lauenburgischen sind“, erklärte der Landtagsabgeordnete Peter Eichstädt (SPD). Der Wegfall der Wapo stelle die Region vor eine schwierige Situation. „Wenn die DLRG mit der Polizei kooperieren soll, dann muss sie auch vom Land in die Lage versetzt werden“, sagte er. Die Stellung der Organisation müsse in der Novellierung des neuen Wasserschutzgesetzes berücksichtigt werden. Konkret gehe es um eine berufliche Entlastung und möglichen Verdienstausfall für die DLRG-Retter.

Feuerwehr übernimmt Bootshaus der Wapo

Nachdem Abzug der Wasserschutzpolizei aus Ratzeburg im Herbst letzten Jahres ist nun die Feuerwehr Ratzeburg neuer Besitzer des ehemaligen Polizeibootshauses in der Seestraße. Für Ratzeburgs Wehrführer Michael Dawert geht damit ein großer Wunsch in Erfüllung. Zu verdanken haben die Ratzeburger Feuerwehrleute das Manfred Börner, dem Leiter der Polizeizentralstation Ratzeburg. „Manfred Börner hat aufgrund sehr guter Kontakte mehrere Gespräche für uns geführt und diese zu einem guten Abschluss gebracht“, sagte Wehrführer Dawert sichtlich erfreut. „Dadurch konnte die Bootshausübergabe zügig und problemlos abgeschlossen werden“, so Dawert weiter. In dem Bootshaus vor der Ratzeburger Polizeiwache ist nun das große Rettungs- und Transportboot der Feuerwehr untergebracht. „Durch diesen Standort können wir alle Seen schnell erreichen und sparen im Einsatzfall enorm viel Zeit“, erklärt Dawert. Börner: „Nach dem Abzug der Wasserschutzpolizei wurde die Zuständigkeit der Ratzeburger Seen auf die Schutzpolizei übertragen“, berichtet der Stationsleiter Börner. Im zukünftigen Einsatzfall werden daher nun Bootsführer der Feuerwehr oder DLRG die Polizeibeamten zum jeweiligen Einsatzort hinfahren. „Die bewährte und vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Polizei aber auch mit der DLRG und dem THW wird durch den neuen Standort weiter intensiviert", so Börner erfreut. cn

Von Florian Grombein

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