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Lauenburg Das Eis der Kuh vom eigenen Hof
Lokales Lauenburg Das Eis der Kuh vom eigenen Hof
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18:25 12.08.2017
Die neue Eismaschine war eine der größten Investitionen.

Massentierhaltung, versteckte Zusatzstoffe in der Nahrung und jetzt Eierskandal: Immer mehr Menschen sind skeptisch gegenüber der industriellen Herstellung unserer Lebensmittel. Aber sind auch immer mehr bereit, für Qualität und Reinheit längere Wege und höhere Preise in Kauf zu nehmen? Sönke Hack (48) und Partnerin Anouk Kurrer (39) aus Niendorf an der Stecknitz sind da ganz zuversichtlich. Mutig und sprichwörtlich eiskalt gehen der Landwirt und seine Partnerin, die ursprünglich aus der Modedesignbranche kommt, ein völlig neues Thema an: Eis vom eigenen Hof. Und das Niendorfer Hofeis von den Kühen, die man eben noch friedlich grasend auf der Weide gesehen hat, erfreut sich schon überraschend großer Beliebtheit.

Wie war das noch mit der Kuh und dem Eis? Das Niendorfer Hofeis trägt jedenfalls ein ungewöhnliches Markenzeichen: die Kuh.

DIE IDEE:

Eine andere und lukrativere Art der Vermarktung der Milch von den eigenen rund 70 Kühen auf dem Niederdorfer Hof. Es enstand die Idee des Hofeises von der Milch der eigenen Kühe. Speiseseis mit natürlichen Zutaten wie etwa Früchten aus der Umgebung.

DAS ZIEL:

Auf lange Sicht will sich das Paar mit dem Niendorfer Hofeis ein weiteres wirtschaftliches Standbein schaffen. Denn auf die Dauer wird es mit der klassischen Milchviehhaltung nur noch schwer gehen.

In fünf Jahren wollen sie die Eisproduktion verzehnfacht haben.

DIE GRÜNDER:

Sönke Hack (48) kommt aus Niendorf/Stecknitz und ist von Hause aus Milchbauer. Seine Partnerin Anouk Kurrer (39) kommt zwar aus der Nachbarschaft, arbeitete aber länger in der Großstadt als Modedesignerin. Sie entwarf das Hofeis-Signet mit der Kuh und den Hofeisbecher.

Am Anfang stand eine bittere Erkenntnis, dann kam die Suche nach einer neuen Idee, und der folgte das Projekt. Die Erkenntnis des Milchbauern, die er mit vielen Berufskollegen teilt: Ein Milchpreis von vielleicht 20 Cent pro Liter reicht nicht, um die Tiere halten zu können. „Wie können wir unsere Milch selbst vermarkten“, fragten sich Hack, seine Partnerin und Tochter Lina (15). Alle hängen an den rund 70 Tieren plus Starken und Kälbern, die alle Namen tragen, und niemand wollte sie zum Schlachter bringen. „Also musste eine Alternative her“, beschreibt der Landwirt die neue Idee: Eis vom Hof von den eigenen Kühen. Woanders hatten Milchbauern bereits Erfolg mit einem Hofeis-Konzept. Manche hatten in relativ kurzer Zeit schon einen guten Abnehmerkreis von Stammkunden – von Laufkundschaft, die eine Waffel mit zwei Kugeln genießen, bis zu Restaurants, besseren Supermärkten und Betriebskantinen. Nun folgte das Projekt. Die Milch war schon da, jetzt brauchte es noch natürliche Zutaten und ein Vermarktungskonzept musste her. Und: natürlich ein Haufen Technik – „leider ziemlich teure“, so Sönke Hack. Dann kam noch ein kleiner witziger Eisverkaufskarren im Nostalgielook und natürlich ein Logo. Mit – wie könnte es anders sein – einer Kuh, die das Eis anbietet, namens „Orange“. Einige Umbauten waren allerdings auch noch erforderlich zur Herstellung des eigenen Speiseeises. Klimatisierter Produktionsraum mit Eintrittsschleuse, Kühleisvitrine, Verkaufsraum, Schockfroster und einiges mehr. Und Vorschriften sind einzuhalten. So muss der Verkaufsbereich von dem Raum getrennt sein, in dem sich später die Kunden aufhalten. Dafür habe sich am besten die Reparaturhalle und Schmiede geeignet. Sie bietet mit etwa 60 Quadratmetern ausreichend Platz, liegt gleich am Eingang des Hofes und ermöglicht so ein leichtes Anliefern und Abholen von Waren.

„Wir benutzen keine Geschmacksverstärker oder sonstige künstliche Aromen und Zusatzstoffe“, betont Anouk Kurrer und lässt gerade eine lecker aussehende, sämige helle Masse aus der Eismaschine in ein Metallgefäß laufen, Vanilleeis – natürlich nach eigener Rezeptur. Natürlich gibt es noch gut ein Dutzend weitere Eissorten. Die Erdbeeren, Himbeeren und alles weitere, was für die Eissorten gebraucht wird, kauft der Landwirt von Bauernkollegen aus der Umgebung. „Außer Mangos natürlich“, lacht Sönke Hack. Kunden können auch eine Wunschsorte bekommen. Wichtig ist dem Paar, dass der Standard Premiumqualität gehalten wird. „Wir müssen zwar eine hohe Summe in den Umbau und die Geräte investieren“, sagte der Niendorfer Milchbauer, „sind aber aufgrund der Kostenaufstellung und der Gewinnermittlung sicher, dass sich die Summe in den nächsten Jahren refinanziert.“

Innerhalb der ersten fünf Jahre hofft das Paar auf eine Verzehnfachung der Eisproduktion. In Zahlen: fast 15000 Liter Eis sind dann angepeilt. Abnehmer sehen die Niendorfer in Premium-Einkaufsmärkten der Umgebung, aber auch bei Firmen. Und natürlich in Laufkundschaft, die mal „Orange“ sehen wollen – die Kuh mit dem Eis.

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Matthias Wiemer

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