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Das Ende der Kanal-Krise?

Geesthacht Das Ende der Kanal-Krise?

Ist das eine Trendwende auf dem Elbe-Lübeck-Kanal? Im vergangenen Jahr hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) wieder eine Zunahme beim Gütertransport auf der künstlichen Wasserstraße registriert.

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Passiert wurde die Schleuse außer von Güterschiffen auch von 286 Fahrgastschiffen, 4531 Sportbooten und 1341 sonstigen Fahrzeugen.

Geesthacht. Mit 583105 Tonnen (2016: 514764 Tonnen) lag die Ladungsmenge in der Lauenburger Kanalschleuse allerdings weiter auf niedrigem Niveau. Auf der anderen Seite des Kanals waren es in der Schleuse Büssau 412483 Tonnen (2016: 364833 Tonnen). Zum Vergleich: In Lauenburg lag die Ladungsmenge der Frachter in den 1960er und 1970er Jahren bei mehr als zwei Millionen Tonnen.

LN-Bild

Ist das eine Trendwende auf dem Elbe-Lübeck-Kanal? Im vergangenen Jahr hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) wieder eine Zunahme beim Gütertransport auf der künstlichen Wasserstraße registriert.

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Die Zunahme beim Gütertransport hat auch einen Anstieg der geschleusten Schiffe zur Folge. 2017 waren es 1105 Frachter in der Lauenburger Schleuse, im Vorjahr wurden 1067 Frachter registriert. Auch hier ist der Vergleich interessant: Bei 2,71 Millionen Tonnen Ladung waren es 1965 noch 20183 Güterschiffe.

„Die Schiffe, die im vergangenen Jahr in Lauenburg geschleust wurden, hatten durchschnittlich 1050 Tonnen Ladung, in Büssau waren es 850 Tonnen. Das zeigt, dass die Lauenburger Schleuse von größeren Schiffen passiert wird und diese dann am Lösch- und Ladeplatz am Horster Damm Güter aufnehmen oder löschen“, berichtet Andreas Dohms vom WSA am Dornhorster Weg. Hintergrund: Lauenburgs Schleuse ist die einzige an der 60 Kilometer langen und 118 Jahre alten Wasserstraße, die für moderne Schiffe groß genug ist.

Transportiert wurden unter anderem land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse (140000 Tonnen), Baustoffe (280000 Tonnen) und Düngemittel (50000 Tonnen). Laut Dörte Münstermann, die sich beim WSA um die Schleusen kümmert, gilt der Elbe-Lübeck-Kanal bei Schiffern nicht als lukrativ. „Auf anderen Strecken lässt sich mehr Geld verdienen“, berichtet sie. An neun Tagen wurde nicht geschleust. Außerdem registrierte das WSA 2017 in Lauenburg 3503 Sportboote, im Jahr davor waren es 3855.

Das WSA plant derweil mit einer 18-köpfigen Projektgruppe, die Dohms leitet, den Ausbau der Wasserstraße. Dafür hat der Bund Investitionen von fast einer Milliarde Euro vorgesehen. „Aktuell beschäftigen wir uns mit Baugrunddaten und Naturschutzbelangen, um beurteilen zu können, wo welche Maßnahmen am besten durchgeführt werden könnten“, erklärt Dohms. So sind neue Schleusen nötig, deren Standorte ermittelt werden müssen. Bis 2006 hatte das WSA alle vorhandenen Schleusen ertüchtigen lassen. „Da erwarten wir jetzt keine bösen Überraschungen. Die stehen in der Landschaft, und das auch sicher“, sagt Dohms. Wichtig sei der Ausbau des Kanals, um die Passage der modernen Generation von Binnenschiffen zu ermöglichen. Dohms: „Aktuell können die halt nur die bereits erneuerte Schleuse in Lauenburg passieren. Dann geht es schon nicht mehr weiter.“

Die Wirtschaft argumentiert, dass sich mit größeren Schiffen mehr Fracht auf dem Kanal transportieren ließe. Kritiker entgegnen, dass die Investitionen und die Natureingriffe in keinem Verhältnis zum ökonomischen Nutzen stehen würden.

Immer weniger Güter auf der Elbe

Wurden 2015 noch 11,181 Millionen Tonnen Ladung registriert, waren es 2016 nur 10,083 Millionen Tonnen und 2017 wurden sogar nur 9,095 Millionen Tonnen Ladung registriert. Eigentlich müsste sich der Trend umkehren, denn nach der umfangreichen Sanierung stehen seit 2015 durchgehend beide Schleusenkammern zur Verfügung.

Die Experten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) haben für diese negative Entwicklung keine plausible Erklärung. Sie führen den Rückgang aber auf die Entwicklung des Hamburger Hafens zurück, dass aus der Hansestadt und dorthin einfach weniger Waren auf der Elbe transportiert wurden. Allerdings: Im Sommer 2017 wurde auch der Umschlagplatz im Geesthachter Hafen zugunsten der Wohnbebauung aufgegeben, was weniger Transportmenge zur Folge hatte.

„Wegen der hohen Kraftstoffpreise wird der Weg elbaufwärts durch den Elbe-Seitenkanal bevorzugt. Das rechnet sich trotz der Passagegebühren, während talwärts die Elbe befahren wird, da müssen sich die Schiffe mit der Strömung fast nur treiben lassen“, sagt Andreas Dohms vom WSA.

Ein positiver Trend zeichnet sich hingegen bei der Zahl der Container, die auf der Elbe transportiert werden, ab. 123381 dieser international standardisierten Transportboxen wurden 2017 gezählt – so viele wie nie zuvor. Zum Vergleich: 2016: 118417, 2015: 105262, 2006: 65000, 2001: 17000 Container.

In Geesthachts Schleuse wurden 2017 insgesamt 15566 Güterschiffe registriert. 1963 wurden 34100 Binnenschiffe in der Schleuse gezählt, sie hatten 5,35 Millionen Tonnen Ladung an Bord. tja

Neue Schleuse

40 Millionen Euro wurden in den Neubau einer Schleuse in Lauenburg gesteckt. Am 12. Mai 2006 ging sie in Betrieb. Bis zu 115 Meter lange Schiffe können sie passieren. Der Ersatzbau war nötig geworden, weil durch die Hanglage das alte, damals 106 Jahre alte Bauwerk nicht mehr standsicher war. Ein einmaliges Problem am Kanal. Die Schleuse hat eine Fallhöhe von 4,50 Meter bei einem Normalwasserstand der Elbe.

Timo Jann

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