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Ratzeburg Das Gemeindeleben mitgestalten

Am 27. November sind Kirchengemeinderatswahlen – Mitwählen dürfen alle, die spätestens am 13. November ihr 14. Lebensjahr vollendet haben und einen Personalausweis vorlegen.

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Der Kirchengemeinderat Krummesse lässt niemanden im Regen stehen. Pastor Ulrich Schwetasch, Michael Marxen und Peter Tönnsen (von links) freuen sich auf eine rege Wahlbeteiligung, wenn am kommenden Sonntag elf Menschen für die nächsten sechs Jahre gewählt werden.

Ratzeburg. . Eine schnelle Probe aufs Exempel hat es an den Tag gebracht: Fast jedem ist bewusst, dass am kommenden Sonntag der erste Advent gefeiert wird. Damit verbinden von 30 befragten Menschen, die gestern in Ratzeburg einkauften, alle: Adventskranz und Gemütlichkeit. Keiner nannte die Kirchengemeinderatswahl, die am 27. November ansteht. Auf Nachfrage wussten zwar sechs der Befragten, dass es einen Kirchengemeinderat gibt, was der aber tut, konnte wiederum keiner erklären.

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Am 27. November sind Kirchengemeinderatswahlen – Mitwählen dürfen alle, die spätestens am 13. November ihr 14. Lebensjahr vollendet haben und einen Personalausweis vorlegen.

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mung fängt beim Mit-

stimmen an.Kirsten Fehrs,

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Ein Problem, das Ulrich Schwetasch nicht hat. Der Krummesser Pastor erklärt: „Der Kirchengemeinderat ist das zentrale Leitungsgremium der Gemeinde. Seine Mitglieder tragen die Verantwortung für die Gemeinde.“ Man merkt dem energischen Mann mit den freundlich blitzenden Augen und dem grauen Bart an, dass er das Erklären gewöhnt ist. Seine Wortwahl ist präzise, seine Beispiele sind lustig, aber nicht lachhaft, und sie prägen sich ein. „Die Kirche ist die älteste und größte Struktur, die es in unserem Land gibt“, erklärt er zum Beispiel, und fügt hinzu: „Die Kirche ist kein Zwergenverein.

Wir sind kein religiöser Club, irgendwie nett, aber nicht zu fassen.“

Im Gegenteil, alles ist streng geregelt, denn: „Die Kirche ist eine rechtliche Größe, die verwaltet werden muss.“ Die Aufgaben sind vielfältig. Von der Gottesdienstgestaltung über die Konzeption verschiedener Arbeitsfelder der Gemeinden und Verwaltungsaufgaben bis hin zu Personalangelegenheiten bestimmen die Mitglieder des Kirchengemeinderates den Kurs. Eine Grundregel in der Nordkirche ist, dass mindestens sechs Menschen dem Kirchengemeinderat angehören müssen. Hauptamtlich Beschäftigte dürfen nicht in der Mehrzahl sein, und es wird ein Vorsitzender gewählt, der wiederum nicht der Pastor sein muss.

Übrigens: In allen Kirchengemeinden in der Propstei Lauenburg stehen ausreichend viele Kandidaten zur Wahl. Besonders viele Kandidaten stellen sich in den Kirchengemeinden Büchen, Krummesse und Berkenthin zur Kirchengemeinderatswahl.

In Krummesse engagieren sich schon jetzt Michael Marxen und der Wulfsdorfer Peter Tönnsen im Kirchengemeinderat, beide kandidieren erneut. Marxen arbeitet als Rechtsanwalt und Notar in eigener Kanzlei in Lübeck. Tönnsen ist pensionierter BGS-Beamter. Beide sind bodenständig, keine vergeistigten Frömmler. Allerdings stellt sich für keinen von beiden die Frage, ob Kirche überhaupt noch zeitgemäß ist. „Ich möchte grundsätzlich mithelfen, dass die Kirche lebendig bleibt“, erläutert Michael Marxen seine Motivation: „Und ich bin von der Existenz Gottes völlig überzeugt.“ Für seine Frau und seine drei Kinder sei sein Engagement absolut in Ordnung, auch wenn seine Frau zu Beginn seiner ersten Amtszeit als Kirchengemeinderatsmitglied zunächst skeptisch schaute, „ob ich das Tischgebet künftig mit Gitarre singe“. Marxen ist in den Ausschüssen Personal und Finanzen sowie Gemeindliches Leben engagiert. Sorge, dass er nicht wiedergewählt werden könnte, hat er nicht, aber: „Ich freue mich natürlich, wenn ich wieder gewählt werde.“

Ganz genau so sieht es der Wulfsdorfer Peter Tönnsen. Einerseits ist es ihm wichtig, dass durch ihn sein Ortsteil weiter vertreten bleibt, andererseits macht es ihm schlicht Freude, seinen in vielen Berufsjahren erworbenen Sachverstand in die Kirchengemeinderatsarbeit einzubringen. Was er sich als Beamter der Bundespolizei in Sachen Lärmschutz für Schießanlagen erarbeitet hatte, konnte er zum Beispiel gut anwenden, als es um Lärmdämmung für den Krummesser Kindergarten ging. Und auch in Sachen Neugestaltung der Wege über den Friedhof war er als Mitglied des Bau-, des Finanz- und des Friedhofsausschusses eingebunden.

Die Kirchengemeinde Krummesse verfügt über einen Haushalt von einer Million Euro – da ist vielfältiger Sachverstand bei der Verwaltung wichtig. Pastor Schwetasch freut sich über seine Gemeinde: „Hier bewegt sich viel, die Menschen haben Lust, mitzugestalten.“ Also – nichts wie hin am kommenden Sonntag zur Kirchengemeinderatswahl. Mitgestalten!

Schon ab 14 Jahren sind Kirchenmitglieder wählbar

. Die Wahlbenachrichtigungen sind längst verschickt, die Listen mit den Kandidaten stehen: Rund 830000 evangelische Christen im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) haben am kommenden Ersten Adventssonntag die Chance, die Leitungsgremien für ihre Kirchengemeinden zu wählen.

Alle sechs Jahre werden in der Nordkirche die Kirchengemeinderäte bestimmt. Zur Wahl zugelassen sind Kirchenmitglieder ab 14 Jahren. Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, ermuntert die Kirchenmitglieder dazu, am Wahlsonntag ihre Stimme in den insgesamt 228 Kirchengemeinden des Sprengels abzugeben: „Das ist eine einmalige Chance mitzustimmen. Die Wahl zum Kirchengemeinderat steht für mich für das Priestertum aller Gläubigen in unserer evangelischen Kirche. Die Gemeinde wird nicht nur vom Pastor geleitet, sondern eben vom gesamten Kirchengemeinderat. Wenn Sie Akzente setzen wollen in Ihrer Kirche, dann haben Sie jetzt die Chance, sich einzumischen. Mitbestimmung fängt beim Mitstimmen an.“

In den meisten Kirchengemeinden der drei Kirchenkreise beginnt die Kirchengemeinderatswahl nach dem Gottesdienst zum Ersten Advent und geht bis in den Nachmittag. „Das ist für mich ein großartiger Termin“, erklärt Bischöfin Fehrs. „Der Advent ist die Zeit des Aufbruchs, der Start ins neue Kirchenjahr und dann auch die Zeit der Freude, weil wir wissen: da kommt etwas Neues.“

Im Kirchenkreis Lübeck- Lauenburg werden am 27. November insgesamt 523 Frauen und Männer in die Kirchengemeinderäte gewählt – inklusive der Pastoren sind es dann 621 Personen, die das gemeindliche Leben leiten und verantworten. Laut Verfassung hat der Kirchengemeinderat mindestens sechs gewählte Mitglieder, maximal eines davon darf Mitarbeiter der Kirchengemeinde sein. Die Pastoren gehören kraft Amt dem Kirchengemeinderat an.

Dorothea Baumm

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