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Lauenburg Das Lauenburgische wird zur Macht im Landtag
Lokales Lauenburg Das Lauenburgische wird zur Macht im Landtag
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21:35 26.09.2017
Von links oben im Uhrzeigersinn: Jan Marcus Rossa (53, FDP) ist als Arbeits- und Gesellschaftsrechtler Partner einer Hamburger Kanzlei. Rechtsanwalt Burkhard Peters (64) aus Hornbek sitzt seit fünf Jahren für die Grünen im Landtag. Kathrin Wagner-Bockey (49, SPD) aus Geestacht ist seit Mai im Landtag. Sie gewann das Direktmandat. Landtagspräsident Klaus Schlie (63, CDU) ist seit 1996 als Abgeordneter, Staatssekretär und Minister aktiv. Wirtschaftsingenieur Christopher Vogt (33) aus Nusse soll im Dezember FDP-Fraktionschef werden. CDU-Politikerin Andrea Tschacher (44) aus Aumühle gibt für den Landtag ihren Job im Jobcenter auf. Quelle: hfr
Ratzeburg/Kiel

Ab Dezember werden voraussichtlich sechs Abgeordnete aus dem Kreis im Landtag sitzen – so viele wie noch nie seit der Reform der Wahlkreiszuschnitte. Damit werden CDU und FDP jeweils mit zwei Abgeordneten, Grüne und SPD mit einem Abgeordneten aus dem Kreis vertreten sein.

Mit der Aumühlerin Andrea Tschacher (CDU) und Jan Marcus Rossa (FDP) aus Dassendorf werden demnächst voraussichtlich zwei weitere Abgeordnete aus dem Kreis in den Kieler Landtag nachrücken. Dort sind mit sechs dann so viele wie nie zuvor aus dem Lauenburgischen.

Landeslisten

Für die Landtagswahl stellen die Parteien neben Direktkandidaten in den 35 Wahlkreisen Listen auf. 35 Mandate werden durch die direkt gewählten Abgeordneten besetzt, der Rest über die Listen.

Gibt ein Abgeordneter sein Mandat zurück, wird über die jeweiligen Parteilisten nachgerückt.

Für die die 44-jährige Tschacher ist der nachträgliche Einzug in den Landtag der Lohn für einen engagierten Wahlkampf. Die CDU-Politikerin hatte nur denkbar knapp mit 205 Stimmen oder 0,5 Prozentpunkten Unterschied gegen die Geesthachter SPD-Fraktionsvorsitzende Kathrin Wagner-Bockey verloren. Da bei der Bundestagswahl die gerade frisch wiedergewählte CDU-Landtagsabgeordnete Petra Nicolaisen auch das Bundestagsmandat im Wahlkreis Flensburg-Schleswig direkt gewinnen konnte, hat sie nun angekündigt, ihr Landtags-Mandat zurückzugeben. Als nächste auf der zur Landtagswahl verabschiedeten CDU-Landesliste wird Tschacher diesen Platz einnehmen.

Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um die 73 Abgeordneten kennenzulernen, die am 7. Mai für den neuen Landtag Schleswig-Holsteins gewählt wurden.
Daniel Günther und sein neues Kabinett in Kiel

„Die Freude bei mir ist natürlich groß“, sagt die Ehrenvorsitzende der Jungen Union im Kreis gegenüber den LN. „Ich fiebere bei Wahlen immer mit der CDU und den einzelnen Kandidaten mit. Aber wenn man von den Auswirkungen auch noch persönlich betroffen ist, ist das auch noch einmal etwas anderes“, sagt Tschacher. Daher habe sie am Wahlabend Petra Nicolaisen natürlich besonders die Daumen gedrückt und ihr auch noch in der Nacht persönlich am Telefon gratuliert. Nicolaisen wird ihr Mandat nach Angaben der Landtagsverwaltung voraussichtlich im November zurückgeben. Spätestens in der Dezember-Tagung vom 13. bis 15. Dezember könne Tschacher damit verpflichtet werden.

In der gleichen Sitzungswoche soll es dann auch zu dem Wechsel bei der FDP kommen. Für den nach Berlin wechselnden FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki und Sozialminister Heiner Garg, der sich auf seinen Ministerposten konzentrieren will, werden der Stockelsdorfer Jörg Hansen und eben Jan Marcus Rossa nachrücken. „Die Freude ist natürlich groß“, sagt Rossa gegenüber den LN.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg hat allerdings längst noch nicht die stimmenmäßig größte Vertretung. Aus Ostholstein sind sogar, auch aufgrund gleich zweier AfD-Abgeordneter, acht Volksvertreter in Landtag gewählt worden. Die Landeshauptstadt Kiel ist derzeit noch mit sieben Landespolitikern vertreten – einschließlich FDP-Minister Heiner Garg, der mit seiner Mandatsrückgabe nun den Weg für den Dassendorfer Jan Marcus Rossa frei machen wird.

 Holger Marohn

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