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Lauenburg Das kleine Hohenfelde hat wieder einen Bürgermeister
Lokales Lauenburg Das kleine Hohenfelde hat wieder einen Bürgermeister
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18:12 20.03.2017
Stefan Jacobsen ist Bürgermeister des kleinsten Dorfes im Kreis Stormarn – Hohenfelde hat derzeit 53 Einwohner. Quelle: Foto: Kerstin Kuhlmann-Schultz

So ein bisschen kam er wie der berühmte Kai aus der Kiste: Stefan Jacobsen hat erst einen Tag vor der Bürgerversammlung in Hohenfelde seinen Hut in den Ring der Bürgermeisterwahl geworfen. Und damit der bis dato einzigen Kandidatin Birgit Williams nicht nur Konkurrenz gemacht, sondern sie letztlich sogar aus dem Rennen geworfen. Mit 16 zu 13 Stimmen wurde der Weinhändler gewählt, Williams ist jetzt, wie auch unter Jacobsens Vorgänger Heinrich Stahmer, Stellvertreterin. Sie trägt es wirklich mit Fassung und glaubt gelassen, dass Hohenfelde einfach noch nicht reif für eine Frau ist.

Eigentlich wollte Jacobsen ihr den Posten auch gar nicht streitig machen, aber dann „ich bin von mehreren Mitbürgern angesprochen worden. Sie meinten, sie würden mich wählen wollen, ich solle mich bewerben“, erzählt der Hohenfelder Bürger, der 1998 in die Gemeinde am Rande der Hahnheide direkt an der Grenze zum Kreis Herzogtum Lauenburg gezogen und seit 1999 immer wieder in der Kommune ehrenamtlich aktiv ist. Zwei Amtsperioden war er bereits Stellvertreter von Heinrich Stahmer, der sein Amt im Dezember aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hat. Er wusste also, was auf ihn zu kommt. Deshalb hat sich Jacobsen auch nicht sofort entschieden, tatsächlich zu kandidieren, sondern sich erst einmal mit seiner Frau Irene Nürminger besprochen. Denn die Zwei betreiben seit 25 Jahren das Geschäft Wein und Wohnen in Trittau, sind beruflich sehr stark eingebunden. Es ist eine zeitliche Herausforderung, beides unter einen Hut zu bekommen. Aber „ich habe die Herausforderung angenommen“. Zur Freude derjenigen, die ihn angesprochen hatten.

Bis zur Kommunalwahl im kommenden Jahr lenkt Jacobsen, der sich selbst als bodenständig und fortschrittlich konservativ beschreibt, jetzt die Geschicke der kleinsten Gemeinde Stormarns mit 53 Einwohnern. Bis dahin will der Weinhändler „etwas bewegen in der Gemeinde. Und zwar im Team mit meinen Stellvertretern Frau Williams und Herrn Wellmann, denn das ist ja nicht nur eine Veranstaltung des Bürgermeisters“. Grundsätzlich sollen sich der Finanz- und der Bauausschuss öfter treffen. „Ich möchte regelmäßiger in den Austausch gehen.“

Wichtig ist ihm beispielsweise, Jung und Alt wieder zusammenzubringen. „Die Jungen leben für sich, und die Alten leben für sich“, erklärt er. Das will er ändern, alle sollen näher zusammenrücken. Und so möchte der neue Bürgermeister ein Sommerfest für alle organisieren, „um ungezwungen miteinander zu sprechen, um sich näher zu kommen. Wir sind doch eine ganz kleine Gemeinschaft, wie eine große Familie.“ Jacobsen möchte diese Gemeinschaft fördern. Und auch neue Menschen in die Gemeinde locken: „Wir würden gerne unsere Gemeindekate an einen handwerklich begabten Menschen vermieten, nachdem wir sie grundsaniert haben“, erklärt der Hohenfelder. 90000 Euro stehen für die Grundsanierung im Haushalt bereit. Die Technik kommt neu, das Dach. Der Mieter „kann den Innenausbau nach eigenen Vorstellungen vornehmen, in Absprache mit der Gemeinde“, so Jacobsen. Und unterstreicht, dass „wir das Objekt zeitnah vermieten wollen“.

Hohenfelde, „das Kleinod möchte ich erhalten. So etwas gibt es kaum noch einmal wieder. Diese Ruhe hier muss im Einklang mit andern Dingen sein, wir müssen bewahren, aber auch Schwung reinbringen, Neues anschieben“. Jeder müsse sich überlegen, was soll in zehn Jahren mit Hohenfelde sein, wohin steuere die Gemeinde. Jacobsens Wunsch ist: „Ich möchte junge Leute hierher bekommen.“

In das kleinste Dorf im Kreis Stormarn.

K. Kuhlmann-Schultz

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