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Lauenburg Dem Lauenburgischen droht Ärztemangel
Lokales Lauenburg Dem Lauenburgischen droht Ärztemangel
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00:00 16.10.2012
Herzogtum Lauenburg

Ein umfangreicher Ärztestreik ist abgewendet, der Streit zwischen Medizinern und Krankenkassen um höhere Honorare ist – zugunsten der Ärzte – beigelegt. Dennoch bleibt die Frage offen, wie gut die medizinische Versorgung in einem ländlichen Kreis wie dem Herzogtum Lauenburg ist.Grundsätzlich warnt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) vor einem starken Ärztemangel in den nächsten Jahren: „Mehr als die Hälfte der landesweit 1900 Hausärzte ist älter als 50 Jahre, jeder Vierte sogar schon über 60“, sagt Pressesprecher Marco Dethlefsen.„In den nächsten Jahren werden rund 900 Hausärzte in den Ruhestand gehen, Nachwuchs in der selben Größenordnung ist nicht in Sicht.“ Auch bei den Fachärzten sehe es nicht besser aus. Neben dem Fehlen von Nachwuchs bereitet den Verantwortlichen die angeblich mangelnde Attraktivität der ländlichen Regionen Sorgen. „Viele angehende Mediziner gehen statt aufs Land lieber in die Stadt, ins Ausland, in die Forschung oder bleiben festangestellt im Krankenhaus“, so Dethlefsen. Aus diesem Grund habe die KV bereits im vergangenen Jahr die Kampagne „Land.Arzt.Leben“ gestartet, die negative Klischees beseitigen und für das Wirken in der Region werben soll. Zielgruppen sind vor allem Medizinstudenten aus Kiel und Lübeck. Neben positiver PR beinhaltet die Kampagne auch Fördermaßnahmen wie ein zweimonatiges Taschengeld von 200 Euro für Ärztepraktikanten (Famulanten) auf dem Land, bis zu 1600 Euro für künftige Allgemeinmediziner sowie eine Fahrtkostenunterstützung von 20 Cent je Kilometer für Studierende in deren Blockpraktikum in einer Hausarztpraxis.Woran aber liegt die angeblich mangelnde Attraktivität einer Landarztpraxis? Am Honorar könnte es eigentlich nicht liegen, nimmt man Durchschnittszahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zur Hand. Demnach verdienen Allgemeinmediziner im Schnitt aller Ärzte 5018 Euro pro Monat, Orthopäden 6344 Euro, Psychotherapeuten 2658 Euro. „Bei diesen Honoraren handelt es sich allerdings um Bruttozahlen. Die Ärzte müssen davon die Betriebsausgaben ihrer Praxis, Angestelltengehälter, Steuern, Versicherungen und ihre Alterssicherung bestreiten“, relativiert Dethlefsen. Allgemeinärzte liegen nach der jüngsten amtlichen Statistik (von 2007!) mit einem durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen von 116 000 Euro am unteren Ende beim Ärzteverdienst. Labormediziner und Nierenspezialisten sind dagegen Spitzenverdiener mit rund 230 000 Euro im Jahr.

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