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Lauenburg Demenz-Netzwerk als „Blaupause“ fürs Land?
Lokales Lauenburg Demenz-Netzwerk als „Blaupause“ fürs Land?
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20:14 13.01.2017
Röpersberg-Geschäftsführer Michael Stark (v. l.) im Gespräch mit der Kreisbehindertenbeauftragten Kirsten Vidal, Cornelia Hagelstein, Leiterin des Pflegestützpunktes im Kreis (Mölln/Geesthacht), Ministerin Kristin Alheit und Christina Möllmann vom Praxisnetz Herzogtum Lauenburg. Quelle: Foto: Strunk
Ratzeburg

„Erfindet das Rad nicht neu!“, appellierte Kristin Alheit, Ministerin für Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein. „Ideenklau“ sei nicht verwerflich, wenn es gute Gedanken seien. Bei ihrem Besuch gestern im Senioren Wohnsitz Ratzeburg (SWR), wo sich das Demenznetz Herzogtum Lauenburg ausführlich der Ressortchefin vorstellen konnte, zeigte sie sich beeindruckt von den im November 2015 begonnenen Projekten und Zielen.

Ideenklau in diesem Bereich heißt für mich: Macht es, erfindet das Rad nicht neu!Kristin Alheit, Sozialministerin

„Wir sind diesbezüglich in Schleswig-Holstein recht weit“, so Alheit. Doch hier vor Ort habe man in kürzester Zeit eine große Kompetenz entwickelt. Ihr Appell war denn auch eher an andere Kreise gerichtet, in denen es teilweise nicht einmal Pflegestützpunkte gebe. Die Erkenntnisse, die die SPD-Politikerin gestern aus Ratzeburg mitnahm, könnten gewissermaßen als „Blaupause“ für andere Städte oder Kreise dienen.

Aufklärung, Schulung, Pflege eines Netzwerks und individuelle Beratung für Betroffene und Angehörige rund um die Alterskrankheit Demenz sind die vier wesentlichen Aufgabengebiete des Demenznetzes Herzogtum Lauenburg, das im Rahmen eines Bundesmodellprojekts im November 2015 im Kreis gegründet wurde. Angesichts von aktuell rund 55000 an Demenz erkrankten Schleswig-Holsteinern und 4000 Menschen im Herzogtum Lauenburg, sei es dringend notwendig, sich um diese Betroffenen, die ja meistens mindestens noch einen zweiten – angehörigen – Menschen mit sich bringen, zu kümmern.

Das Projekt selbst war entstanden aus einem Bundesmodellprogramm (2010) für ganz Deutschland, wo sich bis zu 500 lokale Allianzen bildeten, um den Alltag von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen dauerhaft zu verbessern. Immer noch gibt es viele Demente, die aus Gründen psychischer und physischer Überlastung, aus Scham und Unkenntnis der Angehörigen von diesen versteckt oder weggesperrt werden.

Kommunen, Vereine, Kirchengemeinden, Mehrgenerationenhäuser, kulturelle Einrichtungen, Privatunternehmen, Selbsthilfeorganisationen oder Krankenhäuser waren aufgefordert, Initiativen zu entwickeln – der Organisationsform waren keine Grenzen gesetzt.

2013 entstand so unter dem Titel „Regionalkonferenz Demenz im Kreis Herzogtum Lauenburg“ eine entsprechende lokale Allianz, in der sich die Bereiche Geriatrie, Gesundheit, Pflege, Selbsthilfe.

Betreuung und Verwaltung zu einem Netzwerk zusammenfanden. Initiator und Projektträger war die Klinik für Geriatrie Ratzeburg unter dem Dach der Röpersberg-Gruppe.

„Die Aufgaben, die wir uns gesetzt haben, wurden formuliert in den vorbereitenden Arbeitskreisen und gehen von der Erkenntnis aus, dass es zwar eine Unzahl von Angeboten zur Beratung und Versorgung von kognitiv Betroffenen und ihren Angehörigen gibt, letztendlich aber es an einem Lotsen im System fehlt, der die Betroffenen leitet und organisiert“, erklärte Michael Stark, Röpersberg-Geschäftsführer. Mittlerweile seien mehr als 25 Kooperationsverträge mit Netzwerkpartnern geschlossen worden, so Stark. „Es gilt hier der Satz aus der Fischerei: Nicht die Maschen zählen, sondern die Knoten!“

Die Anschubfinanzierung des Projektes ist für drei Jahre – also noch bis zum November 2018 – über die Zuwendungen der Damp-Stiftung gesichert. Danach bräuchte es neue Quellen. Eine wäre der Topf der Aktiv-Region Nord, die entsprechende EU-Fördergelder (pro Förderphase bis zu 100000 Euro) vergibt. Diese Summe würde derzeit den Fortbestand über 18 Monate sichern. „Unser Ziel ist es, eine dauerhafte Finanzierung zu erreichen“, sagt Barbara Hergert, Demenznetz-Koordinatorin, und hofft dabei auf die Unterstützung durch Sozialministerin Kristin Alheit und das Land Schleswig-Holstein.

Joachim Strunk

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