Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg „Denkmale leben dadurch, dass sie genutzt werden“
Lokales Lauenburg „Denkmale leben dadurch, dass sie genutzt werden“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 07.09.2013

Ratzeburg — Am heutigen Tag des offenen Denkmals wird auch im Kreis Herzogtum Lauenburg an mehr als zwei Dutzend Orten mit Veranstaltungen und Führungen dazu animiert, sich mit dem Thema Denkmalkultur zu befassen. Die LN sprachen über diesen Tag mit der Kreis-Denkmalpflegerin Susanna Helmert.

Lübecker Nachrichten: Welches von Ihren Lieblingsdenkmalen besuchen Sie heute?

Susanna Helmert: Am heutigen Tag besuche ich die Bundeswehrverwaltungsschule in Mölln. Ich freue mich sehr, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sich bereit erklärt hat, das Gebäude am Denkmaltag zu öffnen und ich Dr. Heiko Schulze vom Landesamt für Denkmalpflege für zwei Führungen um 11 Uhr und um 12 Uhr gewinnen konnte.

LN: Denkmale bestehen in der Regel aus altem, totem Stein. Wie kann man diesen Monumenten Leben einhauchen?

Helmert: Leben kann man Denkmalen sicher generell durch ihre Nutzung einhauchen. Im Übrigen ist der Großteil unserer Denkmale genutzt und bewohnt. Gerade in diesem Jahr besteht die Möglichkeit, mehrere Privathäuser im ländlichen Raum zu besichtigen und von den Eigentümern zu erfahren, wie es sich in einem historischen Gebäude lebt und wohnt.

LN: Welche Erfahrungen hat die Denkmalpflege des Kreises mit den Aktionen zum Tag des offenen Denkmals gemacht?

Helmert: Die untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Herzogtum Lauenburg beteiligt sich seit zwanzig Jahren an dieser Aktion. Wir können auf eine sehr positive Resonanz zurückblicken. Dazu gehören auch herausragende Veranstaltungen wie etwa 1999 ein gemeinsam gestaltetes kreisweites Programm mit der IG Bauernhaus oder die 2002 und 2004 in den Gemeinden Niendorf an der Stecknitz und Gudow organisierten zentralen Eröffnungsveranstaltungen. Aber ich möchte ausdrücklich betonen, dass solche Tage nicht mit Leben erfüllt werden können ohne die tatkräftige Unterstützung der vielen privaten Denkmaleigentümer, die mit Stolz ihre Gebäude öffnen, ohne das Engagement der Ehrenamtsvertreter, Vereine und Mitarbeiter von Kreis, Städten und Gemeinden, die Führungen und Exkursionen anbieten. Auch unsere vielen treuen Besucher, die mit ihrem Interesse, die Wertschätzung für den Erhalt unserer Kulturdenkmale unterstützen, tragen zum Erfolg des Denkmaltages bei.

LN: Denkmalpflege kostet Geld, das die öffentliche Hand immer weniger hat. Schlummern vielleicht Denkmalschätze bei uns, die aus Kostengründen noch nicht gehoben werden konnten?

Helmert: Da noch nicht alle Denkmale abschließend bewertet sind, werden wir sicher noch Schätze bergen.

LN: Denkmalschutz kollidiert immer wieder mit privaten Bau- und Sanierungsvorhaben. Stößt die Akzeptanz von Denkmalkultur bei Einzelinteressen zu früh auf Grenzen?

Helmert: Das kann so pauschal nicht bejaht werden, denn das Denkmalschutzgesetz sieht grundsätzlich vor, dass „auf die berechtigten Belange der Verpflichteten Rücksicht zu nehmen ist“.

LN: Was muss man heute im digitalen Zeitalter tun, um das Thema Denkmalkultur der Jugend nahe zu bringen?

Helmert: Dies ist eine besondere Herausforderung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz leistet hier gute Öffentlichkeitsarbeit, sucht die Zusammenarbeit mit den Schulen und ruft unter anderem jährlich zu einem Jugendfotowettbewerb „Fokus Denkmal“ für Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre auf. Eine weitere Säule sind die Jugendbauhütten. Hier können Jugendliche im Rahmen eines „freiwilligen Jahres in der Denkmalpflege“ die vielfältigen Aufgabenbereiche der Denkmalpflege kennen lernen. Auf der Internetseite der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden hierzu ausführliche Informationen geboten.

LN: Das Motto des heutigen Tages des offenen Denkmals lautet „unbequeme Denkmale“ — woran denken Sie in diesem Zusammenhang speziell im Kreis Herzogtum Lauenburg?

Helmert: Das Motto soll zur Diskussion und zu einer öffentlichen Debatte zum Thema Denkmalschutz und Denkmalpflege in Deutschland anregen. Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum? Gibt es überhaupt bequeme Denkmale? Ob eines der geöffneten Denkmale im Kreisgebiet zu dem gewählten Jahresmotto passt, müssen die Besucherinnen und Besucher letztendlich selber entscheiden.

LN: Wenn sie freie Hand hätten, was würden Sie tun, um das Thema Denkmalpflege weiter voran zu treiben?

Helmert: Es müssten mehr Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Interview: Matthias Wiemer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Pfarrer Felix Evers begrüßt den Ex-Bürgermeister von Bremen am Dienstag zu einem biographischen Abend.

07.09.2013

Einwohnerversammlung

in Siebenbäumen

Siebenbäumen — Der „Windpark Nord“ ist Thema der Einwohnerversammlung in Siebenbäumen, die am morgigen Montag, 9.

07.09.2013

Einen Kursus für Anfänger und Wiedereinsteiger bietet der TSV Schwarzenbek an. Gunda Spinngieß stärkt dienstags von 9 bis 10 Uhr die Muskulatur mit Hanteln, Therabändern und Bällen und bringt Bauch, ...

07.09.2013
Anzeige