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Lauenburg Der Biber nagt sich immer weiter durchs Lauenburgische
Lokales Lauenburg Der Biber nagt sich immer weiter durchs Lauenburgische
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20:17 12.03.2016

Halb liegt die mächtige Erle in einem der alten Reservebecken der Lauenburger Schleuse. Ein benachbarter Stamm ist bereits halb durchgenagt und könnte sich schon bald dazugesellen. Wenige Meter weiter hat ein Biber einen armdicken Weidenast fein säuberlich abgeschält. Dahinter führt ein richtiger Biber-Trampelpfad über den Deich. Während sein Treiben im Bereich der Palmschleuse unübersehbar ist — ist von dem scheuen nachaktiven Nager selbst weit und breit nichts zu sehen „Die Biber fällen die Bäume, weil sie an die Triebspitzen kommen wollen. Das ist ihre Winternahrung“, sagt Mona Golly. Gemeinsam ist sie mit ihrem Mann beim Nabu im Kreis für den Biberschutz verantwortlich. Von den Spuren an der Lauenburger Palmschleuse ist sie begeistert. „Dieses Vorkommen ist für uns neu. Es zeigt, dass der Biber sich hier an der Elbe offenbar sehr wohl fühlt und sich immer mehr ausbreiten kann“, sagt Golly. Das würden auch die Spuren ein paar Kilometer die Delvenau hinauf am Kiessee in Witzeeze zeigen. Bislang seien lediglich sieben Reviere, erkennbar durch die dazugehörigen Biberburgen, zwischen Lauenburg und Geesthacht nachgewiesen. Drei davon würden sich im Naturschutzgebiet bei Schnakenbek mit dem so genannten Biberpfad befinden.

Ein weiteres Revier könnte nun an der Palmschleuse hinzukommen. „Ich gehe davon aus, sich hier ein junger Biber herumtreibt, der zu Hause rausgeflogen ist“, sagt Biberexpertin und Diplom-Biologin Antje Weber vom Büro Wildforschung und Artenschutz. Möglicherweise habe das Jungtier auf seiner Wanderung einen Stopp eingelegt und sich mit dem trockenen Plätzchen eine Ruheinsel mitten im Wasser angelegt. „Sollte sich der Biber hier dauerhaft ansiedeln wollen, könnte daraus auch eine Biberburg werden“, sagt Weber. Das entscheide aber allein der Biber, sofern er ungestört von menschlichen Eingriffen bleiben könne.

Auch beim Kreis sieht man das Treiben der Biber entspannt. „Natürlich können auch Schäden an Deichen und anderen Wasserschutzbauten entstehen“, sagt Sprecher Karsten Steffen. Wie damit umzugehen sei, werde man dann sehen. Mona Golly hofft jedenfalls, dass der Palmschleusen-Biber den Bereich zu seinem Revier erklärt. „Es wäre doch toll, wenn die Menschen den Bau seiner Burg aus einer für den Biber sicheren Entfernung von der Terrasse des Palmschleusen-Restaurants beobachten könnten.“ An Menschen, die andernorts auf Biberspuren oder gar eine Burg stoßen, hat Golly eine Bitte. Um die Tiere nicht zu stören, sollten auch Hunde ferngehalten werden. Auch sei es vorgekommen, das versehentlich aus den trockenen Stöcken eines Biberbaus ein Lagerfeuer gemacht worden sei. „Zum Glück war es nur ein kleiner Teil des Baus, der benutzt wurde. Den haben wir wieder aufgefüllt“, sagt Golly.

Von Holger Marohn

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