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Lauenburg „Der Junge auf dem Plakat sah aus wie mein Sohn“
Lokales Lauenburg „Der Junge auf dem Plakat sah aus wie mein Sohn“
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21:25 15.08.2016
Die Aktiven von terre des hommes: Hildrun Pardey, Jutta Hild, Sabine Colberg, Waltraud Petri (von links) beim Bücherbasar am vergangenen Sonnabend in der Möllner Begegnungsstätte am Lohgerbergang. Quelle: Silke Geercken
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Mölln

Es ist ein kleiner Kreis Ehrenamtlicher, der sich am Sonnabend in der Möllner Begegnungsstätte zusammen gefunden hat. Die Arbeitsgruppe von terre des hommes Mölln/Ratzeburg öffnet alle zwei Monate die Türen zum Bücherbasar. Wer ein Buch kauft oder bringt, unterstützt Kinder in Not – und davon gibt es immer mehr in dieser Welt.

Rund 500 Bücher sind im Angebot, alle in tadellosem Zustand. Zwischen den Verkaufszeiten werden sie auf dem Dachboden der Begegnungsstätte am Lohgerbergang gelagert. „Bis vor kurzem waren die Bücherkisten in unserem Keller untergebracht. Das war immer eine große Schlepperei“, sagt Sabine Colberg, die seit mehr als drei Jahrzehnten zu den Aktiven der Ortsgruppe gehört. Seit 1977 gibt es diese Initiative in Mölln. Nächstes Jahr ist Jubiläum. „Ich bin damals durch einen Infostand geworben worden. Das Kind auf einem Plakat sah aus wie unser Sohn – aber im erbärmlichen Zustand. Das hat mich berührt“, erinnert sich Colberg. Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes habe das Ziel, Hilfe für Kinder in Not zu leisten, aber auch Menschen zum Engagement gegen die Ursachen von Not und Ausbeutung zu bewegen. „Welchen Anteil haben wir am Zustand der Dritten Welt? Eine Frage, die uns bewegt“, sagt Colberg. In den Anfangsjahren habe es viele Aktionen gegeben, um Geld für das Kinderhilfswerk einzuwerben: Flohmärkte, Kinderfeste, Vortragsveranstaltungen. Auch in die Schulen des Kreises sei die Ortsgruppe gegangen. „Wir haben Straßenkinderprojekte gemacht, mit den Schülern afrikanische Dörfer nachgebaut, Suppe aus ausgehöhlten Kürbissen gegessen“, erinnert sich die Möllnerin. Geblieben ist der Bücherbasar, der alle zwei Monate in der Begegnungsstätte auf Besucher wartet. Das Taschenbuch kostet 50 Cent, das fest gebundene Buch einen Euro. Wenn es gut läuft, gibt es 200 bis 300 Euro pro Öffnungstag. Dafür wechseln dann Hunderte Bücher den Besitzer.

Im vergangenen Jahr konnten 1600 Euro an die Geschäftsstelle in Osnabrück überwiesen werden. „Wohin die Unterstützung fließt, überlassen wir dem Vorstand, aber alle Projekte sind nachprüfbar“, betont Colberg. Der von Religion und Parteien unabhängig arbeitende Verein in Mölln habe ein großes Problem: Es mangelt an Nachwuchs. „Wir suchen dringend jüngere Helfer. Die Vereinsmitgliedschaft kostet nichts“, sagt Colberg. Derweil bringt Teamkollegin Waltraud Petri einen weiteren Stapel Bücher vom Dachboden. „Jetzt haben wir nur noch eine Treppe. Früher mussten wir die Kisten durch die Stadt fahren“, sagt Petri.

Die Arbeitsgruppe von terre des hommes hat in der Begegnungsstätte ein Zuhause gefunden, der Bücherbasar viele treue Stammkunden. Manche kommen mit einer Tasche voller Bücher, die sie dem Verein schenken wollen, gehen aber mit einer ebenso vollen Tasche Bücher wieder nach Hause – Lesenachschub, der doppelt zufrieden macht: Er ist günstig, und der Leser tut Gutes.

Die Ortsgruppe Mölln/Ratzeburg wurde 1977 gegründet. Im nächsten Jahr kann das 40-jährige Bestehen gefeiert werden. Wer Lust hat, das Jubiläum mit vorzubereiten und sich für terre des hommes zu engagieren, erreicht Sabine Colberg unter Telefon 04542/4755. Oder Interessierte kommen einfach zum nächsten Bücherbasar: 8. Oktober, 9 bis 13 Uhr.

400 Kinder-Projekte weltweit

terre des hommes Deutschland, als Verein geführt, wurde 1967 von Bürgern gegründet, um schwer verletzten Kindern aus dem Vietnamkrieg zu helfen. Der Verein ist unabhängig von Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften und Parteien und fördert weltweit und in Deutschland über 400 Projekte für ausgebeutete und benachteiligte Kinder.

In Deutschland engagieren sich Freiwillige in 120 Orten ehrenamtlich für Kinder in Not. Die Bundesgeschäftsstelle ist in Osnabrück.Quelle:

www.tdh.de

 Silke Geercken

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