Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg „Der Kern ist die Familie — und nicht der Betrieb!“
Lokales Lauenburg „Der Kern ist die Familie — und nicht der Betrieb!“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:17 10.12.2015
Diskussionsveranstaltung mit den MdBs Dr. Nina Scheer, Sönke Rix und MdL Peter Eichstädt (v. l.) im Hansa-Hotel in Ratzeburg. Quelle: Strunk

Gerade mal 21 Zuhörer verloren sich am Mittwochabend im Konferenzsaal des Hansa-Hotels in Ratzeburg, in den der SPD-Ortsverein und die hiesige Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer eingeladen hatten. Thema der vom Landtagsabgeordneten Peter Eichstädt moderierten Diskussionsveranstaltung lautete „Arbeits- und Lebensmodelle im Wandel“. Gast war Sönke Rix, familienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin.

Scheer wies in ihrem Eingangsstatement auf die starken Veränderungen im Berufsleben hin, verursacht durch die globalisierte Wirtschaft und die fortschreitende Digitalisierung. So entstünden neue Anforderungen an die moderne Erwerbstätigkeit. Durch die ständige Erreichbarkeit, flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice-Arbeitsplätze verwischten zunehmend die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben.

Hier sei es wichtig, für eine vernünftige Work-Life-Balance zu sorgen, erklärte Rix mit dem Hinweis auf die skandinavischen Länder, wo es gesetzliche Regelungen gäbe, die die Arbeitgeber in die Pflicht nähmen. Die seien nämlich dafür verantwortlich, ihren Arbeitnehmern entsprechende Möglichkeiten der Heim- und Teilzeitarbeit oder Elternzeiten einzuräumen.

In Deutschland gebe es noch keine Eindeutigkeit in der Familienpolitik. Rix: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die Familie an die Arbeitswelt anpassen, sondern umgekehrt: Der Kern ist nicht der Betrieb, sondern die Familie!“

Ein Diskussionsteilnehmer berichtete von seiner eigenen Erfahrung als „Homeworker“ und wies auf verschiedene „Gefahren“ hin: dass man sich nicht selbst zu großen Druck verursache, dass man keine Arbeitszeitgrenzen überschreite, dass man nicht vereinsame, Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen einbüße.

Bärbel Kersten, lange Jahre Ratsherrin der SPD im Ratzeburger Rathaus, wies darauf hin, dass es aber nach wie vor viele Bereiche gebe, wo die Menschen noch praktisch und persönlich arbeiteten: In Schulen, Kindergärten, Autofabriken, bei Ärzten, im Krankenhaus oder bei der Feuerwehr würden nur Arbeitszeitsysteme helfen, um die Berufstätigen zu schützen.

Franz Albracht vom Kinderschutzbund wies auf das Problem von Alleinerziehenden hin, die oft nicht genügend Geld verdienten, um die hohen Beiträge für Kindertagesstätten oder Offene Ganztagsschulen zu bezahlen. Daraufhin bekräftigte Rix die Forderung der SPD, nach einer Beitragsfreiheit für Kita- und Schulkinder (-Eltern). Denn das beträfe nicht nur sozial schwache Geringverdiener, sondern sehr oft auch Mittelständler, die trotz zwei Gehälter Probleme hätten, mehrere hundert Euro monatlich für die Kinderbetreuung zu bezahlen.

Angesichts des geschätzten Altersdurchschnitts von 60 plus der versammelten Gästeschar im Hansa-Hotel hätte man das Schlimmste befürchten müssen, da es sich die meisten der Diskussionsteilnehmer wohl schon im Ruhestand bequem gemacht hatten. Doch sie straften die Skeptiker Lügen.

Denn es entwickelte sich eine rege Diskussion mit Scheer, Rix, Eichstädt und den Gästen, die deutlich machten, dass die „alte Tante SPD“ immer noch ziemlich jung und frisch im Kopf ist.

„Die SPD tritt für beitragsfreie Kita- Betreuung und Schulbesuch ein.“
Sönke Rix, familienpolitischer Sprecher der SPD

Joachim Strunk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kreisverband lobt nach Gesprächsrunde in Schwarzenbek ehrenamtliche Helfer.

10.12.2015

Autofahrer und vor allem Pendler können aufatmen: Nach acht Monaten Bauzeit heißt es ab Freitag, 11. Dezember, wieder: Freie Fahrt von Talkau auf die A24

10.12.2015

Nach Erfolg von 2014 treten sie morgen in Mölln und am Sonnabend in Aumühle auf.

09.12.2015
Anzeige