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13:42 23.01.2017
Fynn Daunus (16) aus Ratzeburg hat das, wovon viele Altersgenossen träumen: 1,2 Millionen Follower bei Instagram. Bis zu 3,8 Millionen Mal werden seine Videos angesehen. Quelle: Fotos: Grombein
Ratzeburg

Fynn Daunus (16) hat hunderttausende Fans in den USA, Indonesien oder etwa Brasilien. Genaugenommen sind es derzeit 1,2 Millionen Menschen, die darauf warten, dass der Schüler neue Videos beim Foto- und Videonetzwerk Instagram veröffentlicht. Eine verlässliche „Quote“, bei der selbst Fernsehsender neidisch werden. Die Follower von Fynn stehen auf die selbst geschnittenen Videos von internationalen Fußballspielen und fachsimpeln darüber. Aufgrund seines Gespürs für starke Spielszenen und Kurioses vom Spielfeldrand hat er einen wahren Hype um sein Profil „Footballvideo“ ausgelöst. Deutschlandweit macht ihm von der Anzahl der Abonnenten her in dieser Nische kaum einer etwas vor. Sein erfolgreichstes Video wurde 3,8 Millionen Mal gesehen.

Fynn Daunus hat 1,2 Millionen Abonnenten bei Instagram – Seine Videos gehen um die Welt.

„Höchstens die Fußballstars selbst haben in diesem Bereich mehr Follower in Deutschland“, sagt der 16-Jährige. Jérôme Boateng (4 Millionen Abonnenten) kommt nicht an Fynn heran, Marco Reuß (4,7 Millionen) hat den Ratzeburger überholt. Doch die Zahl seiner Follower wächst. Laut Analysetool „Sociablade“, das aktuelle Zahlen zu Accounts liefert, hat Fynn Daunus in den vergangenen 30 Tagen 69292 Abonnenten gewonnen.

Ende 2015 kam der Moment, in dem seine Videos plötzlich viral gingen – sich wie ein Virus verbreiteten. Da kam er gerade mit seinen Eltern ahnungslos vom Essen aus der Stadt. „Ich war total Happy. Davon hatte ich bis dahin nur geträumt“, sagt er. Schnell stieg die Zahl von 10000 auf 100000 Abos. 2016 dann knackte er die Million. Schon im Alter von zehn Jahren habe er den Traum gehabt, ein bekannter Youtuber zu werden. Er wollte mit seiner Kreativität viele Menschen erreichen. Dann wurde er ein „Instagramer“. Das Videomaterial besorgt er sich aus Fußballspielen, die weltweit in Streams kursieren. Er schneidet Szenen zusammen und kommentiert sie. Dabei gilt es, am Ball zu bleiben. „Man muss jeden Tag posten, damit die Leute bleiben.“ Er veröffentlicht etwa zehn Videos am Tag. Freund Yannick hilft ihm.

Wer denkt, der 16-Jährige sei ein Nerd, der permanent am Rechner sitzt, irrt. Er hat eine Freundin und kickt auch im wahren Leben mit Leidenschaft im RSV. Außerdem trainiert er die F-Jugend des Vereins. Er besucht die Gemeinschaftsschule in Mölln und möchte danach am Berufsbildungszentrum sein Abitur machen. „Meine Mitschüler finden cool, was ich mache“, sagt er.

Seit einer Woche gibt es bei Instagram eine Livestreamfunktion. „Ich habe mich den Nutzern im Interview gestellt“, berichtet Fynn. Immerhin 12 000 Leute schauten zu. Sie fragten den Ratzeburger nach seiner Lieblingsmannschaft oder danach, ob er Messi oder Ronaldo besser finde. Plötzlich stand er selbst im Mittelpunkt und musste fließend Englisch sprechen. Das hakte noch ein wenig. Aber eventuell ist es der Anfang von etwas Großem, hofft Fynn: „Ich glaube, ich habe ein paar Leute inspiriert. Vielleicht kann aus meiner Reichweite ein Geschäftsmodell werden.“

Die Welt von Instagram

Instagram ist ein soziales Netzwerk, das 2010 vor allem durch die Leidenschaft von Hobbyfotografen wuchs. Bekannt wurde die App, weil sie Vorreiter bei Fotofiltern im Smartphonebereich war und deren Handhabung einfach gestaltete. Heute hat Instagram etwa 500 Millionen Nutzer weltweit und ist 2012 von Facebook für die astronomische Summe von 760 Millionen Euro gekauft worden.

Honoriert werden Klicks bei Instagram im Gegensatz zu Youtube, wo Nutzer geschätzt 1000 Euro pro Million Klicks bekommen, nicht. Fynn Daunus bekommt aber Werbegeschenke von Fußballfirmen, deren Videos er nutzt. Mit einer neuen Live-Video-Funktion macht Instagram seit dieser Woche Snapchat, Facebook und Twitter auch in Deutschland Konkurrenz. fg

 Florian Grombein

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