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Der Kreis hat einen Knick mehr

Horst Der Kreis hat einen Knick mehr

Neue Wallanlage auf dem Grund der Familien von Treuenfels und Künsebeck schafft neue Biotope.

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Weihten gestern offiziell den neuen Knick in der Gemeinde Horst ein: Carl-Albrecht von Treuenfels (v. l.), Landrat Dr. Christoph Mager, Volker Rudolph (Fachdienst Naturschutz des Kreises), Pächter Rudolf Walch vom Lämmerhof Panten und Krisztián von Treuenfels-Gergely. Der rund 500 Meter lange Naturwall ist drei Meter breit und einen Meter hoch und wurde aus Ersatzgeldern finanziert.

Quelle: Fotos: Joachim Strunk

Horst. Am Ende siegte seine Hartnäckigkeit: Im Jahr 2014 hatte Carl-Albrecht von Treuenfels bei der Naturschutzbehörde des Kreises Herzogtum Lauenburg angeregt, eine weitere Knickanlage auf seinem und Christa Künsebecks Grund und Boden zu schaffen. Vier Jahre zuvor war bereits ein ähnlicher Wall in 500 Meter Entfernung auf dem Acker zwischen Neu-Horst und Alt-Horst angelegt worden. Zugute kam von Treuenfels, dass die Pächter der Ländereien, Detlef Hack und Rudolf Walch vom Lämmerhof in Panten, diesen Naturschutzprojekten sehr aufgeschlossen waren und sind.

So kam man überein, diese Maßnahme im vergangenen Jahr anzugehen. Finanziert wurde der neue Knick — Kosten: 26000 Euro — aus Ersatzgeldern, die für anderweitig im Kreis vorgenommenen Eingriffe in die Natur gezahlt wurden. Grundsätzlich sind Bauvorhaben, Bau von Windkraftanlagen, Leitungsverlegungen, Baumfällungen oder Knickbeseitigungen durch geeignete landschaftspflegerische Maßnahmen auszugleichen. Sofern dies nicht möglich ist, setzt die Naturschutzbehörde ein Ersatzgeld fest.

Landrat Dr. Christoph Mager zeigte sich sehr angetan von der Anlage: „Das ist ja ein regelrechter Lehrknick, eine Ausbildungseinrichtung, wie künftige Landschaftsgestalter einen Knick richtig anzulegen haben.“ Volker Rudolph vom Fachdienst Naturschutz des Kreises hatte den Wall gemeinsam mit seinem Kollegen Norbert Strotmann geplant und ausführen lassen. Dabei richteten sich die beiden nach einem Standardwerk über die Anlage von Knicks in Schleswig-Holstein, der bereits 1767 in Flensburg erschienenen Bauanleitung, die „Oeconomisch-practische Anweisung zur Einfriedigung der Ländereien nebst einem Anhang von der Art und Weise wie die Feldsteine können gesprengt und gespalten werden“, die auf den damaligen dänischen König Christian VII zurückging. Grundeigentümer mussten damals (und in der Zeit bis heute) die Wallhecken anlegen und von beiden Seiten mit einem Graben versehen. Die Gesamtbreite der Anlage umfasste fünf Meter, wobei der Wallfuß ungefähr zwei bis drei Meter breit war.

Auch der Horster Knick entspricht diesen Maßen: Er ist 520 Meter lang, der Wallfuß ist drei Meter, der von einem Wildzaun umgebende Raum fünf Meter breit, die Wallhöhe liegt bei einem Meter. Das Volumen beträgt etwas mehr als 1000 Kubikmeter. Auf dem Wall sind insgesamt zwölf Gehölzarten gepflanzt: 1112 Sträucher, 232 junge Buchenheister und 17 Eichenstämmchen. „Allesamt haben ihren genetischen Ursprung in der norddeutschen Tiefebene“, erklärt Rudolph, der darin die optimale Anpassung an die klimatischen und ökologischen Bedingungen gewährleistet sieht.

Landrat Mager dankte nicht nur den Grundeigentümern und Pächtern sowie den Mitarbeitern der beteiligten Baufirmen für ihre Bereitschaft und Arbeit, sondern er lobte auch die neue Knickanlage als Zeichen gegen den historischen Trend und für den Naturschutz. Sie diene dem Ausgleich von Eingriffen ins Knicknetz und andere wertvolle Biotopflächen im Kreis.

Naturdenkmal

75 000 Kilometer maßen die Knicks nach dem Zweiten Weltkrieg in Schleswig-Holstein, die im Zuge der Verkoppelung seit dem 18. Jahrhundert angelegt worden waren.
Etwa ein Drittel des Bestandes wurde bis heute durch Flurbereinigungen in Folge der Intensivierung der Landwirtschaft, durch Siedlungsentwicklungen und durch Verkehrsbauten wieder beseitigt.

Joachim Strunk

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