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Lauenburg Der Mann, der den „Kaiser“ holte
Lokales Lauenburg Der Mann, der den „Kaiser“ holte
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22:28 04.07.2017
Ernst Schmidt an Bord des Raddampfers Kaiser Wilhelm. Er hatte das Schiff 1970 nach Lauenburg geholt, heute feiert er seinen 90. Geburtstag. Quelle: tja
Lauenburg

„Im Kopf bin ich noch nicht ganz durcheinander, aber körperlich sind Ortswechsel für mich nicht mehr ganz einfach“, berichtete Schmidt gestern. So kann er „sein“ Schiff auch nicht mehr allzu oft aus der Nähe erleben.

 Als 1961 die Lauenburger Dampfschifffahrt dem Ende entgegen ging, war es Schmidt, der diesen Moment dokumentierte und so Kontakt zum im Aufbau befindlichen Elbschifffahrtsmuseum bekam. 1967 gründete Schmidt unter anderem mit dem langjährigen Museumsleiter Werner Hinsch den „Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseum“. Drei Jahre später überraschte er mit dem Ankauf des bis dato auf der Weser fahrenden „Kaiser Wilhelm“. „Die Idee war es, mit dem Kaiser das Museum zu unterstützen“, blickt Schmidt zurück. Das gelang. 3500 Passagiere wurden in der ersten Saison 1971 an Bord begrüßt, 2016 waren es sogar 10000. Schmidt: „Der Kaiser ist ein Stück Lauenburger Kultur.“ Und die Einnahmen aus dem Fahrbetrieb kommen dem Verein zugute. Jahrzehntelang leitete Schmidt den Betrieb, ehe er vor sechs Jahren von Bord ging. „Ich verfolge aber immer noch in der Zeitung, was so anliegt“, sagt Schmidt. Der Großhansdorfer rettete das Schiff vor der Verschrottung. Was ihn das kostete, darüber schweigt er. Schmidt: „Dass sich der Kaiser tatsächlich so lange in Lauenburg halten würde, hätte ich damals nicht gedacht.“

„Dr. Schmidt hat eine Entwicklung angestoßen, die zunächst einmalig in Europa war und bis heute entsprechend gewürdigt wird. Es entstand ein Vorbild für eine Entwicklung der Museumsschifffahrt an anderen Orten“, berichtet Markus Reich, der Vorsitzende des Vereins, der 1971 mit der „Ersten Deutschen Museumsdampferlinie“ in der Schifffahrtsgeschichte Neuland betrat. Die LN gratuliert Herrn Schmidt herzlich und wünscht ihm alles Gute!

 Timo Jann

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