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Lauenburg Der Millionenplan für mehr Wohnraum
Lokales Lauenburg Der Millionenplan für mehr Wohnraum
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22:37 24.10.2017
So etwa sollen die Mehrfamilienhäuser am Wasserkrüger Weg aussehen. Quelle: Fotos: Hfr, Fg
Mölln

„Wir wollen einen gesunden Mix aus familienfreundlichen Wohnungen und Singlewohnungen schaffen“, erklären Wolfgang Engelmann und Herbert Köster vom Vorstand der gemeinnützigen Kreisbaugenossenschaft (KBG). Auf einem rund 30 000 Quadratmeter großen Grundstück am Kleingartengelände im Wasserkrüger Weg wollen sie 10000 Quadratmeter Bauland mit Mehrfamilienhäusern bebauen. Jüngst hat der Bauausschuss der Stadt Mölln der sozialen Wohnraumförderung des Landes für 40 der insgesamt 80 Wohnungen im „Bebauungsplangebiet Nr. 113“ zugestimmt.

Die gemeinnützige Kreisbaugenossenschaft plant 80 Wohnungen in fünf Mehrfamilienhäusern am Wasserkrüger Weg in Mölln. Die Hälfte der Wohnungen soll dem sozialen Wohnungsbau dienen, der von der Landesregierung gefördert wird. Geschätzt 13 Millionen Euro sollen investiert werden.

Genossenschaft

Die gemeinnützige Kreisbaugenossenschaft (KBG) besitzt im ganzen Kreis Herzogtum Lauenburg etwa 800 Wohnungen, rund 560 davon in Mölln. Der Bilanzgewinn betrug im Jahr 2015 etwa 372380 Euro.

Herbert Köster und Wolfgang Engelmann wollen die Genossenschaft nach eignenen Angaben auf einen Konsolidierungskurs bringen, der die Zukunftsfähigkeit der Genossenschaft sichert.

Nun können Engelmann und Köster den Antrag auf Förderung einreichen. Sie sind zuversichtlich, dass es gelingt.

In den Häusern sollen 5000 Quadratmeter Geschossfläche entstehen. Vom Land stehen 250 Euro je Quadratmeter an Förderung in Aussicht. Außerdem könnte die Investitionsbank Schleswig-Holstein Kredite zu besonders günstigen Konditionen bieten. Bei den fünf Mehrfamilienhäusern soll es sich um zweigeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss handeln. Sie sollen nach modernen Energieeffizienzstandards und barrierearm gebaut werden. „In jedem der Gebäude wird es einen Fahrstuhl geben“, sagt Köster.

Mit der Förderung verknüpft ist, dass die 40 Wohnungen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus für 30 Jahre an die Förderrichtlinien gebunden sind. Durch die Förderung können die Bauherren mit einem sozial verträglichen Mietzins von etwa 5,20 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter arbeiten. Für die restlichen Wohnungen wird voraussichtlich ein höherer Mietzins anfallen. Dieser könne jedoch erst feststehen, wenn die Baukosten endgültig ermittelt seien, so Engelmann. Es gibt in Mölln laut eines städtebaulichen Gutachtens (ISEK) zwar genug bezahlbaren Wohnraum. Doch viele Wohnungen sind veraltet und genügen nicht mehr den heutigen Anforderungen der energetischen Bauweise und Barrierefreiheit.

Als Grundlage für die Einschätzung des Vorhabens am Wasserkrüger Weg diente den Stadtvertretern die „Bedarfsanalyse Wohnen in Mölln“ vom Februar 2015, die vom Gewos Institut anlässlich der geplanten Wohnungen im Robert- Koch-Park erstellt worden war. Demnach schmelze in Mölln der Bestand an sozialem Wohnraum ab, weil seit gut 15 Jahren in Mölln öffentlich geförderter Wohnungsneubau nicht erfolgt sei.

Die Kreisbaugenossenschaft hat sich das Ziel gesetzt, Schwung in den Möllner Baubestand zu bringen. Zuletzt sind 22 Wohnungen in der Hammaburgstraße/Ecke Massower Straße für Baukosten von etwa vier Millionen Euro entstanden. „Wir haben den Anspruch, im gesamten Kreisgebiet bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, erklärte Köster bereits beim Spatenstich für die 22 Wohnungen. Das gelinge in Mölln trotz erheblich gestiegener Baukosten.

Auch andere Städte planen Wohnungen

„Das Wohnungsmarktkonzept der Stadt Ratzeburg von 2014 weist einen Bedarf an kleinen, barrierefreien Wohnungen für Ältere und Menschen mit Behinderung auf“, sagt Bürgermeister Rainer Voß. Mehrgeschossiger Wohnungsbau werde in der Seedorfer Straße ab 2018/19 entstehen. Der Wohnungsbedarf allgemein könne in Ratzeburg gut gedeckt werden.

Wir haben grundsätzlich keinen Wohnungsmangel.“

In Lauenburg ist eine Fläche für rund 100 Wohnungen in mehrgeschossigen Bauten am ehemaligen Kleingartengelände an der B 5 (Höhe Awo-Haus) geplant. „Wir sind in Gesprächen mit Genossenschaften und privaten Investoren. Ein Teil der neuen Wohnungen wird sicherlich auch dem sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stehen“, sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg.

In Schwarzenbek baut die Neue Lübecker (NL) derzeit 60 Genossenschaftswohnungen „Am Holtern“. Es gibt Kritik, dass die Neubauten viel zu eng konzipiert wurden.

„Seitdem ich im Amt bin, kämpfe ich um bezahlbaren Wohnraum“, sagt Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig. In der Cesenaticostraße würden zwölf Wohnungen gebaut. Außerdem sei die Stadt mit der NL und der Firma Semmelhack (Grundstück Dreiangel) in Verhandlungen. „Wir müssen auf eine gesunde Durchmischung achten, damit keine Brennpunkte entstehen.“

 Ge Florian Grombein

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