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Der Paradiesgarten am Domsee

Ratzeburg Der Paradiesgarten am Domsee

Die Arbeit der fleißigen Gärtner im öffentlichen Raum trägt erste Früchte. Zwölf Freiwillige treffen sich sonnabends am Uferweg des Domsees hinter dem A.-Paul-Weber-Museum, um dort auf knapp 300 Quadratmetern ihre Gartenlust auf Stadtgebiet und mit Genehmigung der Stadt auszuleben.

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Christian Egelhaaf freut sich, dass die Himbeeren aus dem heimischen Garten so schön angewachsen sind.

Quelle: Dorothea Baumm

Ratzeburg. Die Früchte harter Arbeit ernten: Wer nicht gerade Bauer ist, kann das nur im eigenen Garten. Wer keinen Garten sein eigen nennt, hat Pech gehabt.

LN-Bild

Leckere Erdbeeren und Erdäpfel: Die Arbeit der fleißigen, freiwilligen Gärtner am Uferweg trägt erste Früchte.

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Meistens jedenfalls, denn manche treiben ihr Wesen mit Harke, Hacke und Handschuhen im öffentlichen Raum. „Inspiriert durch die ,essbaren Städte’ Andernach und Kassel sowie den Prinzessinnengarten in Berlin ist das Stadtgärtnern auch in Ratzeburg angekommen“, erzählt Sabine Egelhaaf. Mit elf Mitgärtnern trifft sie sich sonnabends am Uferweg des Domsees hinter dem A.-Paul-Weber-Museum, um dort auf knapp 300 Quadratmetern ihre Gartenlust auf Stadtgebiet und mit Genehmigung der Stadt auszuleben.

Wie kommt man nur auf so eine Idee? Ihren „Paradiesgarten“ beschreibt Sabine Egelhaaf als „Ort von Wandel und Wachstum, an dem wir nicht nur die Schönheit von Nutzpflanzen erleben“, und sie hofft, dass so auch auf städtischem Gebiet ein erster Schritt in Richtung Selbstversorgung möglich ist. Ganz begeistert sind die Hobby-Stadt-Gärtner von den Entscheidungsträgern bei der Stadt: „Dass das alles so reibungslos bewilligt wurde, ist toll! Wir haben die Flächen am Uferweg des Doms vorgeschlagen und bekamen sofort grünes Licht.“ Zunächst ging es an etwa 200 Quadratmeter, im Grunde eine Brache, mit einem Gemisch aus Gras, Giersch, Ampfer und anderem Wildwuchs. Da hieß es, den Spaten in die Hand nehmen und umgraben. Anstrengend? Na klar! Aber so ist es nun einmal im Leben: Ohne Schweiß kein Preis. Dafür konnten die Paradiesgärtner dann auch im November Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Rhabarber in die Erde setzen – Spenden aus privaten Gärten. Gepflanzt werden darf, was gefällt: „Wir haben uns allerdings darauf geeinigt, dass es essbar sein muss“, erklärt Sabine Egelhaaf.

Die Mustinerin freut sich, dass sogar ein einjähriges Kind bei den Treffen dabei ist. Die Motivation in der Gruppe hat viele Gesichter. „Aktiv sein, planen und gestalten, pflegen und ernten, Einfluss nehmen, Ideen entwickeln, scheitern, Verantwortung übernehmen, teilen, tauschen, experimentieren, voneinander lernen, und einfach die Freude am eigenen Tun“, zählt Egelhaaf auf. Sonnabends sind fast immer alle da, aber auch unter der Woche ist immer mal wieder jemand vor Ort, gießt, zupft Unkraut, erntet. Jeder, wie er will und kann.

Nachdem die Gruppe Teile der Fläche mit Folien und Laub abgedeckt hatte, wurde im Laufe mehrerer Treffen während der kalten Jahreszeit der Garten geplant, wurden Pflanzenlisten erstellt. „Im Frühjahr zogen wir Tomaten, Monatserdbeeren und Dicke Bohnen vor. Dann wurde nach und nach die Fläche urbar gemacht, gesät, gepflanzt und geerntet.“

Die Mühe hat sich gelohnt. Auch der Stadtgärtner ist angetan. Die Pflanzen gedeihen und tragen Früchte. Und weil Sabine Egelhaaf mehr Kürbispflanzen vorgezogen hat, als der heimische Garten vertrug, hat sie eine weitere Fläche erobert. Dort breiten sich die Pflanzen nun auf der Erde aus, treiben Blüten. Und an der Mauer dahinter streben Bohnen der Sonne entgegen. Die Gärtner und auch die Spaziergänger freut’s, die Bilanz fällt erfreulich aus: „Inzwischen hat sich die unattraktive Brachfläche zu einer Augen- und Insektenweide entwickelt, auch wenn die Kaninchen manchmal versuchen, diesen Prozess auszubremsen.“

„Paradiesgarten Ratzeburg“: Treffen sind immer sonnabends zwischen 10 und 12 Uhr unterhalb des A.-Paul-Weber-Museums.

Kontakt: Sabine Egelhaaf, Telefon 04546 / 223

Fakten und Buchtipp

Unter dem Stichwort „Urbaner Gartenbau“ hat das Treiben der ungewöhnlichen Stadtgärtner von Ratzeburg um das Mustiner Ehepaar Egelhaaf längst das Internet erobert.

Wikipedia definiert es wie folgt: „Urban Gardening ist die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld. Die nachhaltige Bewirtschaftung der gärtnerischen Kulturen, die umweltschonende Produktion und ein bewusster Konsum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse stehen global im Vordergrund.

Städtischer Gartenbau ist eine Sonderform des Gartenbaus.“

Balkon, Terrasse oder Straßenrand: Gemüse und Kräuter kann jeder ziehen und ernten, dazu braucht es keinen großen Garten. Was man dazu wissen muss, wie es sogar ganz ohne Erde geht, warum Wasser und Nahrung so viel wichtiger für die Pflanzen sind: All das und mehr erläutert der Ratgeber „Urban Gardening: Gemüse anbauen ohne Garten“ von Yohan Hubert, Verlag Eugen Ulmer, 160 Seiten, 24,90 Euro.

 Dorothea Baumm

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