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Lauenburg Der Platzhirsch mit dem großen Netzwerk
Lokales Lauenburg Der Platzhirsch mit dem großen Netzwerk
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15:52 21.09.2017
Norbert Brackmann (CDU) möchte weiter den Wahlkreis 10 im Bundestag vertreten. Quelle: Marohn
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Lauenburg

Bereits zum dritten Mal schickt sich Norbert Brackmann (CDU) an, in den Bundestag einzuziehen. Und zum dritten Mal will der Lauenburger Jurist als direkt gewählter Abgeordneter nach Berlin gehen. Nach zwei Wahlperioden ist der Lauenburger in Berlin längst bestens vernetzt.

Und das bekommt die Region zu spüren. Nicht nur im Bundesverkehrswegeplan wird das Lauenburgische mit fünf Ortsumgehungen und dem Kanalausbau reichlich bedacht, auch zahlreiche andere Projekte werden gefördert.

Brackmann setzt dabei auf parteiübergreifende Zusammenarbeit. „Wenn es um die Region geht, müssen wir als schleswig-holsteinische Abgeordnete zusammenarbeiten“, hatte Brackmann bereits nach seiner ersten Wahl in den Bundestag angekündigt und darauf verwiesen, dass gerade Bayern in den vergangenen Jahrzehnten so stark von Bundesförderprogrammen profitiert habe, weil dort parteienübergreifend agiert werde.

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Und diese Netzwerkarbeit praktiziert Brackmann seitdem nahezu perfekt. Mit Bettina Hagedorn, bei der SPD wie er bei der CDU im Haushaltsausschuss für die Infrastruktur verantwortlich, hat er so manch ein Förderprogramm aus der Taufe gehoben, das sich schleswig-holsteinischen Projekten annimmt.

Gerade erst gab es rund 3,7 Millionen Euro für die Sanierung von kommunalen Gebäuden - drei Millionen für eine neue Sporthalle in Lauenburg und mehr als 700000 Euro für die Sanierung der Oldenburger Theateraula in Hagedorns ostholsteinischem Wahlkreis. Seine Heimatstadt Lauenburg hat zwei neue Sportplätze und eine neues Kanalnetz in der Altstadt aus der Hochwasserhilfe bekommen, für den historischen Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ gab es fast eine Million Euro und 600000 Euro für die Sanierung des Möllner Stadthauptmannshofes.

Seinen Posten als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat Brackmann Ende 2016 aufgegeben. Die BImA hatte die Möllner Bundeswehrverwaltungsschule Ende 2013 an die CDU-nahe Immobilien Treuhand LTG verkauft. Brackmanns Netzwerk reicht auch weit in den Kreis hinein. Als CDU-Fraktionschef im Kreistag, Hauptausschuss-Vorsitzender und stellvertretender Landrat sitzt Brackmann an den Hebeln der Macht.

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Bei allem politischen Engagement hat Brackmann allerdings nicht seine Bodenhaftung verloren. Für die DLRG ist Brackmann ehrenamtlich im Katastrophenschutz tätig, ist seit mehr als 25 Jahren Rettungsassistent und inzwischen organisatorischer Leiter Rettungsdienst des Kreises. Wenn in Kreis oder Bund diskutiert wird, kennt Brackmann auch die praktische Seite. Allerdings scheint der CDU-Politiker auch seine Schwächen zu kennen. Frei nach dem Motto, man muss halt wissen, wenn man fragen kann, nutzte er wenige Tage vor einer Podiumsdiskussion beim Kreisbauerntag einen Termin beim Landhandelsunternehmen ATR für einen Crashkurs in Sachen aktuelle Probleme der Landwirtschaft.

Dass Brackmann da ist, wo er jetzt steht, ist keine Selbstverständlichkeit. Trat der CDU-Politiker doch vor acht Jahren ein schweres Erbe an. Zuvor hatte sein CDU-Vorgänger Carl-Eduard von Bismarck Schlagzeilen als angeblich „faulster Politiker“ Deutschlands gemacht. Doch Brackmann machte sein Ding: 39,9 Prozent der Erststimmen - acht Prozent mehr als die CDU bei den Zweitstimmen bekam - holte Brackmann bei seiner Premiere. Vier Jahre später waren es sogar 45,2 Prozent, ein Abstand von mehr als zehn Prozentpunkten zur Konkurrenz. Zwei Siege, die Brackmann auch in Berlin den Rücken stärken.

Zur Person

Norbert Brackmann wurde 1954 in Lauenburg geboren und machte 1973 sein Abitur an der Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg. Er war zwei Jahre Zeitsoldat und studierte anschließend in Kiel Rechtswissenschaften. 1982 begann er beim Norddeutschen Rundrundfunk und war vor seinem Einzug in den Bundestag verantwortlich für die Neuen Medien.

Mit seiner Frau Gritta hat Brackmann zwei erwachsene Söhne (28 und 27 Jahre). Er lebt weiterhin in Lauenburg - mit Blick auf das Wasser- und Schifffahrtsamt. 

Kandidaten und Fakten

245062 Bürger dürfen am 24. September bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 10, Herzogtum Lauenburg/ Stormarn-Süd, in 297 Wahlbezirken ihre Stimme abgeben. Das sind mehr als 4500 Wähler mehr als vor vier Jahren. 137114 Stimmberechtigte fallen auf den lauenburgischen Wahlkreisbereich.

Der Wahlkreis 10 umfasst neben dem Herzogtum Lauenburg (ohne die Ämter Berkenthin und Sandesneben, die zum Wahlkries Lübeck gehören) die Stormarner Städte und Gemeinden Ahrensburg, Barsbüttel, Glinde, Großhansdorf, Oststeinbek und Reinbek sowie die Ämter Siek und Trittau.

Sieben Kandidaten bewerben sich diesmal im Wahlkreis 10 um den direkten Einzug in den Bundestag: Neben Norbert Brackmann aus Lauenburg (CDU) sind dies für die SPD Dr. Nina Scheer aus Siebeneichen, Dr. Konstantin von Notz aus Mölln (Grüne), Dr. Bernd Buchholz aus Ahrensburg (FDP, wird aufgrund seines zwischenzeitlichen Amtsantrittes als Wirtschaftsminister auf sein voraussichtliches Mandat über die Landesliste aber verzichten), Heidi Herma Elise Beutin aus Köthel (Linke), Dr. Bruno Hollnagel aus Hoisdorf (AfD) und Gregor Voht aus Lübeck (Freie Wähler).

Holger Marohn

 

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