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Lauenburg Der Politwettstreit um das begehrte Direktmandat
Lokales Lauenburg Der Politwettstreit um das begehrte Direktmandat
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20:23 16.09.2013
Konstantin von Notz (Grüne) hat seit 2009 einen Sitz im Bundestag.

Altbekannte Gesichter gehören ebenso wie einige Neulinge zu denjenigen, die an diesem Sonntag bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd mit den Erststimmen der Wähler das Direktmandat für das Parlament in Berlin erobern möchten. Geschafft haben das im Kreisgebiet bisher nur Christ- und Sozialdemokraten.

Norbert Brackmann (CDU) aus Lauenburg geht als eine Art Titelverteidiger in das Rennen, weil er den Wahlkreis 2009 für sich gewinnen konnte. Der 59-jährige Jurist und frühere NDR-Mitarbeiter gehört zu den profiliertesten lauenburgischen Unionspolitikern, ist Erster Kreisrat, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und war auch schon Kreispräsident. In Berlin ist es ihm gelungen, sich in seiner ersten Wahlperiode einen Namen als Haushaltsexperte zu machen. Zur nächsten Legislaturperiode sagt er: „In den kommenden Jahren möchte ich insbesondere für den Erhalt der Infrastruktur unseres Landes sorgen. Investitionen in Bildung und Forschung sowie in gute (Wasser-) Straßen und Schienen sichern den Wohlstand auch für unsere Kinder.“ Brackmann engagiert sich seit Jahrzehnten in der DRLG, er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Auf der CDU-Landesliste für diese Bundestagswahl hat er den Platz 9.

Dr. Nina Scheer (SPD) gehört zu den Neulingen unter den Bundestagsbewerbern. Sie kommt aus Berlin und will nach erfolgreicher Kandidatur in den Wahlkreis übersiedeln. Die 42-Jährige promovierte Politologin hat auch ein Jura- und ein Musikstudium absolviert. Sie ist bundesweit als Expertin für erneuerbare Energien bekannt und wird bei ihrer Kandidatur von prominenten Förderern wie dem Philosophen Peter Sloterdijk und Nobelpreisträger Günter Grass unterstützt. „Der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien ist für eine auch zukünftig bezahlbare Energieversorgung unumgänglich“, lautete eine ihrer Kernaussagen. Die Arbeitswelt müsse sich besser an Familienzeiten anpassen und im Interesse der Kinder flexibler werden. Nina Scheer hat eine Tochter. Auf der SPD-Landesliste belegt sie Platz 6.

Dr. Konstantin von Notz (Grüne) ist als Ratsherr in Mölln weiterhin mit seinem Heimatort und der Kommunalpolitik eng verbunden, obwohl er jetzt seit vier Jahren dem Bundestag in Berlin angehört. Als Mitglied des Innenausschusses und netzpolitischer Sprecher der grünen Parlamentsfraktion stand er schon zu Beginn seiner Abgeordnetenlaufbahn in der Bundeshauptstadt im Rampenlicht, auch als gefragter Gesprächspartner der überregionalen Presse. Der 42-jährige Rechtsanwalt sagt, dass er sich „als Innenpolitiker weiter gegen maßlose Überwachung und für eine Stärkung unser Bürger- und Freiheitsrechte einsetzen“ wolle. Auf der Landesliste der Grünen hat von Notz den sicheren Platz 2.

Dr. Christel Happach-Kasan (FDP) ist seit 1985 Kreisvorsitzende der Liberalen und damit dienstälteste Parteichefin im Lauenburgischen, ein Bundestagsmandat hat sie seit elf Jahren, davor gehörte sie seit 1992 dem Landtag an. Die 63-jährige promovierte Biologin aus Bäk ist Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der FDP-Bundestagsfraktion und als Ehrenamtlerin unter anderem als Vorsitzende des Förderkreises Kulturdenkmal Stecknitzfahrt und als Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald engagiert.

Christel Happach-Kasan ist Witwe und hat eine erwachsene Tochter. Die FDP platzierte sie auf Rang 4 der Landesliste.

Ilka Wenzelis (Linke) gehört zu den Neulingen auf der politischen Bühne. Verantwortung in der ehrenamtlichen Kommunalpolitik hat die 35-Jährige bereits übernommen als Vorsitzende der Ratzeburger Linken und neuerdings auch als Ratsherrin in der Stadtvertretung. Ilka Wenzelis bekennt sich zu der Forderung ihrer Partei nach einem gesellschaftlichen Umbau mit einem Mindestlohn von zehn Euro und einer Mindestrente von 1050 Euro. Ilka Wenzelis ist kaufmännische Angestellte von Beruf, sie ist verheiratet und hat ein Kind. Abgesichert auf einem vorderen Platz der Landesliste der Linken ist Ilka Wenzelis nicht.

Karsten Kiehn (Piraten) kommt aus Geesthacht und ist seit Anfang 2012 in seiner Partei aktiv. Er hat die Funktion des Pressebeauftragten der lauenburgischen Piraten übernommen. Von Beruf ist der 39-Jährige Chemisch-Technischer Assistent. „Mir sind die Themen Transparenz und Bürgerbeteiligung und Lobbyismus sehr wichtig. Mit einer themen-, nicht parteiorientieren Politik durch Einbezug des Bürgers auch zwischen den Wahlen wollen wir nicht weniger als die Art, Politik zu machen, revolutionieren“, sagt Kiehn. Auf der Landesliste der Piratenpartei ist er nicht abgesichert.

Dr. Axel Gehrke (Alternative für Deutschland) lebt in Grönwohld in Stormarn. Von Beruf ist er Arzt und Hochschullehrer, in der AfD leitet er den Landesfachausschuss seiner Partei für das Gesundheitswesen. Als Experte für dieses Thema arbeitet er außerdem im entsprechenden AfD-Bundesfachausschuss mit. „Euro-Rettung darf nicht Verarmung in Deutschland bedeuten“, fordert Gehrke. Er stehe außerdem für eine Förderung der Gesundheitsvorsorge, die sich auf wissenschaftlicher Basis im Gesundheitswesen besser verankern lasse. Gehrke ist 71 Jahre alt, er hat drei erwachsene Kinder. Neben der Politik zählt er Joggen, Wandern und Segeln zu seinen Hobbys. Auf der AfD-Landesliste hat er Platz 9.

Zwei Bewerber mehr als 2009
Zugelassen als Direktkandidaten im Bundestagswahlkreis 10 sind diesmal neun Bewerberinnen und Bewerber und damit zwei mehr als bei der Wahl vor vier Jahren. Für die Nationaldemokraten (NPD) ist wieder der Ratzeburger Rentner Heinrich Förster dabei, der in den 90er Jahren wegen eines Brandanschlages auf ein Asylbewerberheim zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Zu den Kandidaten am kommenden Sonntag im Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd gehört außerdem der Ahrensburger Wolfgang Heimann, für dessen Mitstreiter allerdings keine Zweitstimmen abgegeben werden können, weil sie als Partei gar nicht kandidieren. Ebenso wie zwei andere Bewerber, die in Hamburger Wahlkreisen antreten, ist Heimann ein Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens.

LN

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