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Der Schneeeinsatz begann um 2.3o Uhr

Geesthacht Der Schneeeinsatz begann um 2.3o Uhr

Angekündigte Front kam mitten in der Nacht — Winterdienste waren gut gerüstet — Autofahrer hatten sich gut auf Witterungsumschwung eingestellt — Im Raum Geesthacht fielen an die zehn Zentimeter Schnee.

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Der Schneepflug schiebt vorn und streut hinten; Gelblichter warnen den Gegenverkehr.

Geesthacht. Um 2.30 Uhr war die Nacht für Martin Jenß und seine Kollegen vom städtischen Betriebshof gestern zu Ende: Lars Timm, diensthabender Einsatzleiter für den Winterdienst in Geesthacht, trommelte seine Mannschaft zusammen — und schickte sie in denEinsatz gegen die frischen Schneemassen. „Der Schneefall war ja angekündigt. Es war nur unklar, wann genau er einsetzt und wann wir raus müssen, damit morgens der Berufsverkehr auf den Straßen schon vernünftig rollen kann“, erklärt Timm.

Gegen 22 Uhr setzte zunächst leichter Schneefall ein, später wurden die Flocken größer, schließlich lagen fast zehn Zentimeter Schnee auf Straßen und Wegen. „Größere Unfälle gab es im Kreisgebiet nicht“, sagt Sonja Kurz, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. „Die Leute scheinen vorsichtig gefahren zu sein.“

Jenß ist Fahrer eines der drei großen Räumfahrzeuge. 320 PS leistet sein MAN, der erst 2015 in Dienst gestellt wurde. Allrad kann bei dem Dreiachser auf Knopfdruck zugeschaltet werden, die Hinterachse lenkt mit. Vorn der mächtige Schneepflug, hinten der Streuaufsatz, geht es um 3 Uhr für Jenß am Betriebshof an der Mercatorstraße los. Erstmal den Richtweg entschärfen, dann die Berliner Straße und weiter runter zur Elbe nach Grünhof-Tesperhude. „Hier unten ist es oft besonders kalt“, weiß Jenß. Der Schnee ist noch frisch, nur wenige Reifenspuren durchziehen die weiße Pracht, wie aus dem Radio zu hören ist.

„Wenn man auf einer Straße die erste Runde fährt, muss man sich immer irgendwie grob am Fahrbahnrand orientieren. Auf dem Rückweg hat man den Mittelstreifen dann meistens schon mit freigeschoben, da sieht man dann, wo es lang geht“, berichtet Jenß. Eigentlich arbeitet er als Zimmermann beim Betriebshof, kümmert sich um alles, was mit Holz zu tun hat. Aber wenn draußen Schneetreiben herrscht, hat der Winterdienst Vorrang. In zwei Kolonnen sind die Mitarbeiter eingeteilt, immer montags wechselt die Schicht. Neben drei Großfahrzeugen werden auch einige Kleinfahrzeuge für wichtige Gehwege eingesetzt, Handkolonnen räumen unter anderem Bushaltestellen und Zebrastreifen.

Bisher waren die Mitarbeiter der Winterdienst-Bereitschaft in dieser Saison kaum gefordert. „Der Dienst hat ein Für und Wider, aber insgesamt macht es schon Spaß“, sagt Jenß. Nur wenn es Schlag auf Schlag geht, fehlt oft der Schlaf. „Aber bisher ist es ja dieses Jahr ganz entspannt“, so Jenß. Den Steinberg rauf schiebt Jenß mit dem Räumschild erste von Anwohnern geräumte Gehwege wieder zu. „Das kann zu Beschwerden führen, aber was sollen wir machen, wenn die den Schnee auf die Straße schieben. Wir müssen damit ja irgendwo hin“, erklärt Jenß. In der Jahnstraße schlängelt er den Dreiachser an parkenden Autos am Straßenrand vorbei, das passt zum Glück gerade so.

Am Elbufer entlang geht es zurück in die Stadt. „Das rollt ja hier schon ganz gut“, zieht Timm gegen 5 Uhr eine erste Bilanz. Der Berufsverkehr setzt ein. Ebenso wie Regen. „Gut, dass wir Schnee liegen haben, dann werden die Straßen durch den auf gefrorenen Boden fallenden Regen nicht so glatt“, sagt er. Das Tausalz trägt seinen Anteil zu sicheren Straßenverhältnissen bei. Die Polizei meldet am Morgen keine besonderen Vorkommnisse, der Verkehr kam dank des frühen Einsatzes des Winterdienstes sicher durch die Stadt.

Am Wochenende wird Timm seine Mannschaft wohl vor allem aufgrund von Glatteis rufen müssen, wenn die Feuchtigkeit vom Tage nachts gefriert. Für Montag und Dienstag sagen die Meteorologen bereits neuen Schnee voraus. Dann muss die zweite Kolonne ran.

Schnee war angekündigt. Es war ja nur unklar, wann wir raus müssen.“Lars Timm, Einsatzleiter

Timo Jann

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