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Lauenburg Der Stieglitz liebt Kletten und Disteln
Lokales Lauenburg Der Stieglitz liebt Kletten und Disteln
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18:30 13.01.2018

Kletten in den Haaren, das war früher ein beliebter Kinderstreich, unangenehm für Betroffene, denn oft half nur noch Abschneiden, so sehr hatten die feinen Widerhaken die Haare verfilzt. Der Stieglitz hat damit kein Problem.

Im Gegenteil, der hübsche Vogel liebt die widerborstigen Kugeln. Mit seinem besonders schmalen und spitzen Schnabel kann er gut in die Fruchtstände hineinpicken, ohne sich zu piksen. Biologen haben dem Stieglitz 150 weitere Wildkräuter als Nahrungspflanzen nachgewiesen, auch Birke und Erle, die er sich aber mit anderen Vertretern der Finkenfamilie teilen muss.

An Kletten eben und Disteln ist der Stieglitz allerdings konkurrenzlos. Weil die Samenkörner winzig klein sind, muss der Stieglitz sich einen Großteil des Tages auf die Nahrungssuche in offenem Gelände konzentrieren, da könnte er leicht vom Sperber überrascht werden.

Aber ein Stieglitz ist nie allein. Vier Augen sehen mehr als zwei und von 20 Augen sieht eins den Greifvogel bestimmt rechtzeitig. Ein Warnruf und die Gesellschaft stiebt auf und in die nächste Deckung. Mit „stieglitt“-Rufen, daher der Name Stieglitz, findet sich der kleine Schwarm nach dem Schrecken wieder zusammen. Geselligkeit zahlt sich aus, solange genug Nahrung für alle da ist.

Seit 1990 hat der bunte Stieglitz seinen Bestand in Schleswig-Holstein verdoppelt, der jetzt bei 9000 Brutpaaren in Dörfern und an Alleen liegt. Erfreulich viel für einen Nahrungsspezialisten, wenig im Vergleich mit zum Beispiel 150000 Paaren des Alleskönners Buchfink.

TEXT: KARSTEN GÄRTNER / FOTO: WOLFGANG BUCHHORN

LN

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