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Lauenburg Der neue „Sozialladen Ziegelei“ hat eröffnet
Lokales Lauenburg Der neue „Sozialladen Ziegelei“ hat eröffnet
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21:08 20.03.2016
In der Fahrradwerkstatt probiert Amar (11) ein Fahrrad aus, links sein Vater Falah Alkreefawe aus dem Irak, rechts Jürgen Drews, der gemeinsam mit Holger Krahn und Bernd Dürkopp die Fahrradwerkstatt leitet. Quelle: Strunk

Nachdem er mit seiner Frau und von ihnen betreuten Flüchtlingen in eine benachbarte Stadt gefahren war, um diese im dortigen Sozialkaufhaus mit Kleidung und nötigsten Alltagsgegenständen auszurüsten, kam ihm die Idee: „Das können wir auch — mindestens ebenso gut!“

Sozial-Laden Ziegelei

Der SoLaZ besteht aus der Kleiderkammer (60 Quadratmeter Damen-, Herren-, Kindersachen), Babyland (15 qm) und Kinderland (25 qm Spielsachen), einer angegliederten Cafeteria (15 qm), Mini-Kochecke und Schneiderwerkstatt sowie der Fahrradwerkstatt (115 qm). Öffnungszeiten: jeden 3. Donnerstag von 15 bis 19 Uhr.

Zugegeben, hier ist Herbert Scherping, Mit-Initiator des neuen SoLaZ, nicht korrekt zitiert, er drückte sich genauer aus. Aber das zollten ihm seine Zuhörer gestern in der ehemaligen Großdisko „Ziegelei“ in Groß Weeden mit Beifall. Die waren zur offiziellen Einweihung des Sozialladen Ziegelei gekommen. Unter ihnen Amtsvorsteher Karl Bartels, die Bürgermeister Iris Runge (Sierksrade), Andreas Albrecht (Rondeshagen) und Michael Grönheim, Pastor Wolfgang Runge, der stellvertretende Amtsleiter Geert Schuppenhauer und viele Vertreter des Runden Tischs Willkommenskultur, Paten, Freunde und natürlich viele Migranten aus dem Amt, die für das reichhaltige, schmackhafte Büffet sorgten. Bartels und Pastor Runge fanden anerkennende Worte. Runge lobte die Einrichtung und Ausstattung der beiden Räumlichkeiten sowie die Art und Weise des Betriebs als „ein Modell für Deutschland“: „Ich bin beeindruckt. Das ist nicht bloß eine Ausgabe von Kleidung, sondern ein gewachsenes ,Wir‘-Gefühl, das allen zugute kommt, sowohl den Flüchtlingen als auch auch anderen Bedürftigen und den Menschen, die sich hier so engagieren“. Die Arbeit des Runden Tischs Willkommenskultur, die Hilfe zur Selbsthilfe „ist wichtig für unser Land und zeigt: es geht!“ Anders als vielleicht die Wahlergebnisse des vergangenen Sonntags zu vermitteln scheinen. Karl Bartels wies darauf hin, dass auch vor mehr als 60 Jahren Flüchtlinge aus dem Osten hierher kamen. „Sie störten“ zwar, damals wie heute, aber die Integration gelang. Er wies auf die große Bereitschaft der Einheimischen hin, die sich um die Neuankömmlinge kümmerten („Das ist unsere Christenpflicht und Mitmenschlichkeit“), forderte aber auch die Bereitschaft jener, sich zu integrieren. Er zeigte sich optimistisch, dass dies gelinge.

Sierksrades Bürgermeisterin Iris Runge überreichte anschließend eine Spende über 460 Euro (= für den abgebauten Straßenzaun an der „Ziegelei“) an die SoLaZ-Betreiber.

Von Joachim Strunk

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