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Der schwere Weg, die deutsche Sprache zu erlernen

Schwarzenbek Der schwere Weg, die deutsche Sprache zu erlernen

Ein Besuch in einer DaZ-Klasse der Gemeinschaftsschule Schwarzenbek macht deutlich, welche Herausforderungen Flüchtlingskinder und Lehrer zu meistern haben. Die Einzelbetreuung durch eine DRK-Kraft ist nur noch bis September gewährleistet, Die Integration der Flüchtlinge war auch Thema im jüngsten Sozialausschuss der Stadt.

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Lehrerin Andrea Thalau zeigt Spielsachen hoch, nennt die Substantive, betont die Artikel. In dieser DaZ-Klasse sind 15 Schüler aus Syrien, Irak, Afghanistan oder Polen, alle mit unterschiedlichen Lese- und Schreibkenntnissen. Der Unterricht ist eine große Herausforderung.

Quelle: Fotos: Geercken

Schwarzenbek. An diesem Morgen sind die Bedingungen optimal. Zwei Lehrer und eine DRK-Kraft in der DaZ-Klasse der Gemeinschaftsschule Schwarzenbek. 15 Kinder von Flüchtlingen lernen Deutsch – ein schwieriger Weg für die 11- bis 14-Jährigen aus Syrien, Irak, Afghanistan oder Polen.

LN-Bild

Der Besuch in einer DaZ-Klasse der Gemeinschaftsschule Schwarzenbek machte deutlich, welche Herausforderungen Flüchtlingskinder und Lehrer zu meistern haben.

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DaZ steht für Deutsch als Zweitsprache. Ein Fach, das vor einem Jahr noch nicht auf dem Lehrplan der Grund- und Gemeinschaftsschule stand. 24 Flüchtlinge waren angekündigt worden, aktuell sind es 72.

„Wir brauchen mehr Platz“, sagt Schulleiter Andreas Hartung. Er hofft auf zwei Räume in der ehemaligen Realschule nebenan. Die wurde gerade für eine Million Euro umgebaut. Für Flüchtlinge, die bisher nicht gekommen sind.

Zurück zur DaZ-Klasse: Deutschlehrerin Andrea Thalau hat eine schwierige Aufgabe zu meistern: 15 Kinder verschiedenen Alters, verschiedener Nationalitäten, verschiedenen Leistungsstandes. Bei Unterrichtsbeginn waren es elf, die restlichen vier Schüler kommen in der nächsten Viertelstunde in die Klasse. Es geht um Spielsachen, die auf einem Tisch angehäuft wurden: DER Ball, DIE Knete, DIE Puppe. Thalau hebt die Sachen hoch, betont die Artikel. „Bitte melden“, mahnt sie. Die Mädchen sind konzentriert, machen gut mit. Die Jungen reden gern dazwischen – auf Arabisch. „Das ist ein Problem. Ich verstehe nicht, was sie sagen“, so Thalau. Neben der Wissensvermittlung muss sie sich Respekt verschaffen. „Yasse, nicht kippeln“, mahnt sie. Der Elfjährige ist Analphabet, kann nicht mitarbeiten, möchte auf sich aufmerksam machen. Die unterschiedlichen Voraussetzungen seien ein großes Problem, sagt Thalau. Dennoch: „In den vergangenen fünf Monaten haben wir gute Fortschritte erzielt. Manche Schüler können schon in den Regelklassen mitmachen.“ Unterstützung erhält sie in dieser Stunde von ihrem Kollegen Thorsten Otto sowie der DRK-Betreuungskraft Dorothee Küchenmeister.

Bis September ist die Stelle finanziert.

Als die Schüler ihre Arbeitsbögen ausfüllen sollen, gehen alle drei Erwachsenen durch die Reihen, kontrollieren die Satzstellungen, helfen bei der Rechtschreibung, mahnen zur Ruhe. Yasses Blatt bleibt leer. Er kann nicht schreiben, langweilt sich. Auf den Bögen sind die Spielsachen mehrfach zu sehen. Die Kinder sollen zählen und aufschreiben: Wir haben fünf Puppen. Wir haben sechs Bälle... Es ist Stoff der ersten Klasse, der hier vermittelt wird, aber es geht eben vor allem darum, die deutsche Sprache zu lernen, und da muss man ganz unten anfangen. „Ich wünsche mir Lesepaten für meine Schüler. Jeder Bürger, der einmal die Woche Zeit hat, wäre ein Gewinn“, sagt Thalau.

Schulleiter: „Die Realität hat uns eingeholt“

Die Integration der Flüchtlinge war das Thema im jüngsten Sozialausschuss der Stadt Schwarzenbek. „Die Realität hat uns eingeholt“, sagte Schulleiter Andreas Hartung (Gemeinschaftschule), der mit seiner türkischen Kollegin Eda Haschimzada und Schulkoordinatorin Anke Ramke den Politikern aus dem Schulalltag berichtete und ein Konzept vorstellte. 14 Nationalitäten seien vertreten, die Einzelbetreuung durch eine DRK-Kraft nur noch bis September gewährleistet. Der Unterricht sei eine „Riesenherausforderung“, bedingt durch den unterschiedlichen Wissensstand der Kinder, darunter auch Analphabeten. Im nächsten Schuljahr sei geplant, die Integration durch Sport und Spiel zu erleichtern. über einen Imam versuche man, an schwierige Kinder heranzukommen.

In wöchentlichen Projekten sollen jeweils eine Nationalität vorgestellt, gemeinsame Ausstellungen organisiert werden. „Langfristig bedeutet das einen erhöhten Schulraumbedarf“, so Hartung. Die unterschiedlichen Wertvorstellungen seien ein Problem. Die Schule wolle sich auch Eltern mit Migrationshintergrund öffnen. Er wünsche sich Angebote in den Sommerferien und einen runden Tisch zwischen Politik, Verwaltung und Schule. ge

 Silke Geercken

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