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Die Angst vor mehr Bahnlärm bleibt

Büchen Die Angst vor mehr Bahnlärm bleibt

Bahn-Manager versichert in Büchen bei politischer Diskussion zur „Alpha-Schienentrasse“ , dass keine weiteren Güterzüge geplant sind — Kommunalpolitiker und Verkehrsminister bleiben skeptisch.

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Vielen Anwohnern reicht es heute schon: Zur Zeit fahren täglich etwa 50 Güterzüge durch Aumühle, Schwarzenbek oder Büchen.

Quelle: Matthias Wiemer

Büchen. Wer an der Bahnstrecke Hamburg-Berlin wohnt, hat Angst vor Lärm durch zusätzliche Güterzüge, die vom Hamburger Hafen kommend künftig auf ihrem Weg nach Süden nicht durch Niedersachsen, sondern erst einmal in Richtung Osten fahren. Diese Sorge ist unbegründet — wenn das stimmt, was Michael Körber von der DB-Netz gestern in Büchen gesagt hat. „54 Güterzüge sollen täglich fahren, das entspricht in etwa den heutigen Zahlen“, beschreibt der Leiter Vertrieb und Fahrplan im Regionalbereich Nord die durch ein Verkehrsgutachten gestützten Planungen bis zum Jahr 2030.

Bei der von Landesverkehrsminister Reinhard Meyer gestern in Büchen einberufenen politischen Runde mit Kommunalpolitikern, Bundes- und Landtagsabgeordneten kam dennoch kein Beifall auf. Denn auch ohne jeden Ausbau sind neben dem Personenverkehr täglich 149 Güterzüge möglich. Körber machte klar, dass die DB Netz mögliche Trassenanmeldungen, die über die 54 Züge hinausgehen, nicht ablehnen könne. Und genau das ist es, was die Menschen im Lauenburgischen fürchten — dass das, was möglich ist, auch kommt. Neben den Bürgermeistern von Büchen, Müssen, Schwarzenbek und Wohltorf war die Runde mit den Landtagsabgeordneten Oliver Vogt (FDP) und Peter Eichstädt (SPD), der Bundestagsabgeordneten Nina Scheer (SPD), Landrat Dr. Christoph Mager und Kreispräsident Meinhard Füllner prominent besetzt.

Sowohl die Kommunalpolitiker als auch die Abgeordneten zeigten sich hinsichtlich der Prognosen skeptisch. Auch nach den Worten von Minister Meyer sei die Skepsis begründet: „Land und Region sollten wachsam bleiben — auch was bei steigenden Verkehrsmengen mögliche bauliche Änderungen auf der Strecke und damit verbundene Anmeldungen von Lärmschutzmaßnahmen anbelangt“, sagte Meyer. Er erinnerte daran, dass auf der bestehenden Strecke bislang klarer Vorrang für den Personenverkehr, aber kein rechtlicher Anspruch auf Lärmschutz bestehe. Zugleich kritisierte der Minister erneut, dass Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern am Dialogforum Schiene Nord nicht beteiligt waren: „Das macht misstrauisch — und es kann nicht sein, dass hier am Ende möglicherweise ein Geschäft zu Lasten Dritter abgeschlossen wird.“ Denn es war die im November getroffene Entscheidung des niedersächsischen Dialogforums „Schiene Nord“, auf den Bau der so genannten Y-Trasse zur künftigen Bewältigung der Seegüterverkehre aus Hamburg und Bremen zu verzichten und diese auf bestehende Trassen zu verteilen, die die Angst im Lauenburgischen vor Lärm befeuert hatte. In Niedersachsen sollen bestehende Bahntrassen ausgebaut werden, im Lauenburgischen soll es keine zusätzlichen Gleise geben. Laut DB-Netz-Manager Körber seien Überholgleise lediglich in Aumühle „denkbar, aber nicht geplant“. Genauso wenig plane die Bahn einen Ausbau der Strecke Lübeck-Lüneburg. Und auch der Güterverkehr aus Skandinavien — egal ob über Jütland oder den Fehmarnbelt — sei in der Prognose bereits berücksichtigt.

Sind die Bedenken zerstreut? „Nein, überhaupt nicht, es bleiben Hintertüren offen“, sagt Schwarzenbeks Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig. So lange es die Kapazität von 149 Güterzügen gebe, müsse man damit rechnen, dass sie auch genutzt werde. Auch Büchens Bürgermeister Uwe Möller bleibt skeptisch. „Meine Bedenken sind nicht zerstreut, sie sind präzisiert worden“, sagt er. Ein Gutes habe das Treffen in jedem Fall gehabt: „Wir werden künftig als Region auftreten“, sagt Möller.

Hanno Hannes

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