Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Die „Aufschneider“ aus Breitenfelde
Lokales Lauenburg Die „Aufschneider“ aus Breitenfelde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 20.03.2015
Der Chef packt fast immer mit an: Karl-Heinz Budik an einer der Maschinen in seiner Breitenfelder Firma. Quelle: Fotos: Dreessen
Breitenfelde

Brot, Wurst oder Käse schneiden — das ist wohl für kaum jemanden ein Problem. Aber Granit, Stahl oder Panzerglas schneiden? Auch kein Problem! Jedenfalls keins für ein echtes Experten-Team in Breitenfelde, das sich unter anderem auf solche Aufgaben spezialisiert hat.

An der Straße Bergkoppel findet man gleich zwei Unternehmen auf dem selben Grundstück. Sie sind schon deshalb eng verbunden, weil sie einem Ehepaar gehören: Karl-Heinz Budik ist Chef bei Budik Formen- und Werkzeugbau, seine Frau Karin leitet gleich nebenan die Firma Dührsen Schneidetechnik. Newcomer im engeren Sinne sind beide Betriebe nicht, denn Budik besteht seit genau 30 Jahren, Dührsen seit 25 Jahren. Das zweifache Jubiläum soll am 5. Juni mit einem Tag der offenen Tür groß gefeiert werden.

Da wird es eine Menge zu sehen geben, denn was die beiden Firmen ihren Kunden bieten, ist wirklich nicht alltäglich. Massenproduktion findet hier allerdings nicht statt. Man liefere „Einzelanfertigungen und Kleinserien“, erläutert Karl-Heinz Budik. Werkzeuge und Maschinenteile aus Metall bilden dabei den Schwerpunkt. Gewinde und Zahnräder jeder Art und Größe werden ebenso hergestellt wie Teile aus Baustahl sowie Hüft- und Kniegelenke oder Zahnimplantate.

Innenbohrungsschleifer, Startlocherodieranlage, Glasperlstrahler, Abkantbank oder ein Fünf-Achsen-Fräszentrum — bei Budik stehen für jede Aufgabe die richtigen Geräte bereit, und an jedem Gerät der richtige Mitarbeiter, der die oft sehr komplexen und vielfach computergesteuerten Maschinen bedienen kann.

Diese Mischung aus modernster Technik und menschlichem Wissen ist es, die dem Unternehmen, das einmal ganz klein und bescheiden in einem Kellerraum angefangen hat, einen sehr guten Ruf bescherte.

„Wir arbeiten inzwischen für mehrere Weltmarktführer“, sagt der Chef nicht ohne Stolz. Ob es die Pharma-Branche, die Tabakindustrie oder Getränkeabfüllanlagen seien, individuell angefertigte Teile aus Breitenfelde finde man überall. Neue Kunden, so Budik, gewinne man „vor allem durch Mund- zu-Mund-Propaganda“, zunehmend auch übers Internet.

Kommen wir noch mal auf das Schneiden harter Materialien zurück, eine weitere Spezialität des Breitenfelder Doppel-Unternehmens. Dort kann man nahezu alles schneiden, und das auf Bruchteile von Millimetern genau. Das geschieht meist mittels Laser- oder Wasserstrahl.

Wenn Wasser mit einem Druck von 4100 bar (der Druck in einem Autoreifen liegt bei etwa zwei bar) aus einer Düse jagt und dann noch mit feinsten Sandkörnern versetzt ist, fräst sich dieser extrem dünne Strahl zischend und blubbernd selbst durch die härtesten Stoffe. „Das Wasserstrahlschneiden eignet sich für Werkstoffe aller Art, von Metall über Glas bis Kunststoff“, so Prokurist André

Kähler, der übrigens der Schwiegersohn der Budiks ist und eines Tages die Firmenleitung übernehmen soll. Mit dem Laserstrahl lassen sich vor allem metallische Materialien wie Edelstahl, Titan oder Aluminiumlegierungen passend zuschneiden, aber auch Holz oder Quarzglas.

Steckbrief
Firmenname: Budik Formen- und Werkzeugbau/Dührsen Schneidetechnik


Adresse: Bergkoppel 24, 23881 Breitenfelde, Telefon 04542/848040


Gegründet: 1985 (Budik) beziehungsweise 1990 (Dührsen)


Mitarbeiter: zusammen 33


Auszubildende: derzeit einer


Internet: www.budik.de
Laser- oder Wasserstrahltechnik
Laserschneiden ist bei Dührsen Schneidetechnik inzwischen Alltag. Stahlblech kann hier bis zu einer Dicke von
20 Millimetern durchtrennt werden.



Der fokussierte Laserstrahl trifft auf das Werkstück und erwärmt das Material so stark, dass es schmilzt oder verdampft. Sobald der Strahl das Werkstück durchdrungen hat, kann der Schneideprozess beginnen: Der Laserstrahl bewegt sich entlang der Kontur und schmilzt das Material fortlaufend auf.


Der scharfe Strahl im Wasserstrahl-Bearbeitungszentrum der Breitenfelder Firma ist noch effektiver. Er zerschneidet Bau- und Edelstahl sowie Stein und Fliesen bis zu einer Stärke von 50 Millimetern, Glas bis 40 Millimeter, Kupfer, Bronze und Messing bis zu 60 Millimeter, Aluminium bis 80 Millimeter, Kunststoffe bis zu 120 sowie Dichtungsmaterialien bis zu 150 Millimetern.

Norbert Dreessen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dorothee Kuhn, Claudia Heydelmann-Nagel und Britta Conrad haben am Donnerstag ihren Plan zum Um- und Ausbau des Feuerwehrhauses während der Gemeinderatssitzung vorgestellt.

20.03.2015

Mit Beobachtungsinstrumenten schauten Stecknitzschüler und Schwarzenbeker Gymnasiasten ins Universum.

20.03.2015

Büro in der Möllner Marktstraße wird am Sonntag, 29. März, eröffnet. Hier soll nach und nach ein Treffpunkt für alle entstehen.

20.03.2015