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Lauenburg Die B 207 ist nicht im Idealzustand
Lokales Lauenburg Die B 207 ist nicht im Idealzustand
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22:53 26.10.2017
An der B 207 in Höhe Pogeez (kurz vor der Eisenbahnbrücke) ist ein erhebliches Stück der Böschung erdrutschartig weggebrochen.
Pogeez/Fredeburg

Die mit umfangreichen Umleitungen verbundene Kompletterneuerung der Fahrbahndecke zwischen Mölln-Nord und Breitenfelde ist zwar rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit abgeschlossen. Doch der Abschnitt zwischen dem Fredeburger Wald und dem Harmsdorfer Kreuz ist nur notdürftig geflickt. Und zwar so oberflächlich, dass die ungleichmäßigen Ausbesserungsstreifen auf der Fahrbahndecke die Bundesstraße fast zu einer Buckelpiste geraten lassen. Gleich nebenan, auf der Strecke zwischen der B 207 nach Nusse, ist die Straße ebenfalls auf diese Weise ausgebessert – allerdings weitgehend mit planer Oberfläche.

Die B 207 – im nördlichen Teil noch ziemlich neu und im Bereich Mölln teils frisch saniert – ist von einem Idealzustand noch weit entfernt. Jetzt bereiten eine rutschende Böschung und nicht optimal ausgeführte Ausbesserungsarbeiten Probleme.

„Wir haben es da mit Toleranzen zu tun“, erklärt der Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr in Lübeck, Jens Sommerburg, auf LN-Anfrage. Nicht jede Firma arbeite gleich, damit müssen man leben. Nicht jeder als solcher empfundener Mangel sei auch reklamationsfähig, sagt Sommerburg. Zudem führten Reklamationen zu noch längeren Behinderungen, was wiederum die Autofahrer ärgere. „Wichtig ist, wir müssen über den Winter damit kommen. Im kommenden Frühjahr ist die komplette Erneuerung der Fahrbahndecke zwischen Harmsdorfer Kreuz und Mölln Nord geplant.“ Einen Trost hat der LBV-Chef noch für die durchgerüttelten Autofahrer: „Meist fährt sich der unebene Belag mit der Zeit glatt.“

Bei Pogeez zeigt sich an der im Jahr 2014 eröffneten neuen Trassenführung der B 207 ein ganz anderes Problem. Ein großes Stück der Böschung ist erdrutschartig abgesackt und bis an den Leitpfosten gerutscht. Kaum ein Meter trennt die aufgetürmten Erd- und Pflanzenmassen von der Fahrbahn. Und dieser Zustand herrscht bereits seit August vor.

„Es geht von diesem Vorfall keine verkehrsgefährdende Situation aus“, sagt Sommerburg. Es werde geprüft, welche Ursache der Erdrutsch hatte, um herauszufinden, ob es sich um eine Gewährleistungsfall handelt. Es gebe jedoch noch keine Ergebnisse dazu. Mit anderen Worten: Der LBV möchte prüfen, ob der zuständigen Baufirma seinerzeit Fehler unterlaufen sind. Spekulationen möchte Sommerburg vermeiden.

Starke Regenfälle können bei derartigen Vorfällen stets ein Grund sein. Doch diese gab es im August unmittelbar vor dem Erdrutsch an der B 207 nicht. Es handele sich um eine sehr junge Böschung, die bei jedem Bauprojekt eine gewisse Zeit brauche, um durch anwachsen der Pflanzen Stabilität zu bekommen. Eine Durchwurzelung halte den Oberboden.

Es sei eine gängige Böschungsneigung angelegt worden. Es gelte jedoch Folgendes: Eine flachere Böschungsneigung sei ein besserer Schutz gegen Erdrutsche. Doch eine steilere Neigung nehme weniger Baugrund in Anspruch und schone damit Anlieger.

 Von Florian Grombein und Matthias Wiemer

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