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Lauenburg Die Eisbrecher „Widder“ und „Bär“ knacken den Kanal
Lokales Lauenburg Die Eisbrecher „Widder“ und „Bär“ knacken den Kanal
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00:15 26.01.2016
Erstmals für das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg ist der „Bär“ mit im Einsatz. Er hatte 2014 den „Elch“ in der Flotte abgelöst. Schiffsführer Fritz Fischer schaut aus der Luke des abgesenkten Steuerstandes, ob sein Eisbrecher „Bär“ die Brücken passieren kann. Quelle: Timo Jann
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„Das wird hier wohl eine Drei-Tages-Tour, dann sollten wir durch sein“, sagt Schiffsführer Thomas Wolter. Erstmals für das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lauenburg ist der „Bär“ im Einsatz. Er hatte 2014 den „Elch“ in der Flotte abgelöst.

Seit einer Woche ist die vor 116 Jahren eingeweihte künstliche Wasserstraße zwischen der Elbe und der Trave für die Schifffahrt gesperrt. Das Eis war gut fünf Zentimeter dick geworden, für normale Binnenschiffe zu viel — weil einfach zu wenig davon auf dem Kanal unterwegs sind. „Wir mussten erst Tauwetter abwarten, sonst hat der Eisaufbruch keinen Sinn, weil uns die Eisschollen wieder zusammenfrieren“, erklärte Andreas Schultz, der Einsatzleiter der Spezialschiffflotte. „Jetzt ist es auf jeden Fall so mild geworden, dass wir den Kanal ruckzuck eisfrei haben werden.“ Im Elbe-Seitenkanal beispielsweise haben es die vielen Binnenschiffe, die dort unterwegs sind, allein geschafft, die Wasserstraße befahrbar zu halten.

Das Temperaturplus von vergangenem Freitag bis diesen Mittwoch liegt bei 20 Grad. Schultz: „Das Wetter ist schon sehr chaotisch zur Zeit. Und die Eisbildung ist wirklich kurios diesmal.“ Eine Prognose, ob die in Geesthacht stationierten Spezialschiffe in dieser Saison noch einmal los müssen, kann man nicht abgegeben. „Wir hatten es Anfang Januar drei Tage richtig kalt, und gleich war die Elbe mit Treibeis bedeckt. Vergangene Woche war es genauso kalt, aber da hatten wir auf der Elbe gar kein Eis“, so Schultz.

Die Bilder von der Aktion auf dem Elbe-Lübeck-Kanal: Die beiden Eisbrechern Widder und Bär des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) müssen sich den gesamten Kanal entlang arbeiten.

Zwei Stunden benötigten „Widder“ und „Bär“ gestern, um die Schleuse in Witzeeze zu erreichen. „Wir hatten unterwegs einige Stellen, da war das Wasser sogar eisfrei. Aber weiter den Kanal rauf soll das Eis dicker werden“, berichtete Wolter. Sein Kollege Fritz Fischer, der Schiffsführer des „Bär“, senkte vor den Brücken seinen Führerstand ab, um die Bauwerke passieren zu können. Aus einer Dachluke prüfte er, ob es mit der Durchfahrtshöhe passte.

Deichschutz
Sieben weitere Eisbrecher liegen einsatzbereit im Hafen an der Wärderstraße in Geesthacht. Nur wenn auf der Elbe Eis droht, ist die gesamte Flotte der bis zu 1170 PS starken Spezialschiffe gefordert. Der Wasserabfluss muss unbedingt gewährleistet werden, um Schäden an den Deichen durch Eisgang zu vermeiden. Im Elbe-Lübeck-Kanal ist das kein Thema.

Timo Jann

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