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Lauenburg Die „Elbe“ sucht einen neuen Liegeplatz in Geesthacht
Lokales Lauenburg Die „Elbe“ sucht einen neuen Liegeplatz in Geesthacht
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19:12 06.06.2017
Die 280 PS starke Dampfmaschine des historischen Eisbrechers „Elbe“ wird von den Besatzungsmitgliedern wie Sascha ehrenamtlich gepflegt. Quelle: Foto: Tja
Geesthacht/Lauenburg

„Es ist ein Armutszeugnis, wie sich um uns gekümmert wird. Dabei ist das, was wir hier anbieten, auf der Oberelbe einmalig“, sagt Marco Böhm, 2.

Stadt winkt wegen geplanter Hafencity ab – CDU bringt Thema in Ausschuss.

Vorsitzender des „Fördervereins Dampfeisbrecher Elbe“. Dem Spezialschiff und dessen Crew droht die Heimatlosigkeit.

Der bisherige Liegeplatz in Lauenburg ist für die überwiegend aus Hamburg kommenden Besatzungsmitglieder zu schwer zu erreichen, in Geesthacht möchte man der „Elbe“ wegen der Bebauung der Hafencity keinen Liegeplatz anbieten. Man fürchtet Konflikte mit den künftigen Bewohnern wegen der Schadstoffe im Rauch des Dampfers. „Es sind einfach zu viele Hürden für den Weiterbetrieb da“, sagt Böhm resignierend.

Die 1911 gebaute „Elbe“ war bis 1972 auf dem Fluss als Eisbrecher im Einsatz. Angetrieben von einer Zweizylinder-Expansions-Dampfmaschine mit 280 PS Leistung.

Das Schiff gehört heute Matthias Kruse, der es als privater Eigentümer seit 2006 mit einer ehrenamtlichen Crew fahrbereit hält. „Die Elbtalauen-Linie, die wir hier fahren, ist ein reines Zuschussgeschäft für uns, das machen wir nur aus Verbundenheit zu der Strecke, auf der der Eisbrecher früher im Einsatz war“, sagt Böhm. Bis zu 150 Passagiere können an Bord des gut 30 Meter langen Dampfeisbrechers mitfahren.

Als vergangene Woche die Schwierigkeiten bei der Suche nach einem neuen Liegeplatz bekannt wurden, war der Aufschrei gerade in den sozialen Netzwerken groß. Umso überraschender, dass bei der für die letzte Fahrt am Sonntag gehaltenen Tour kaum Menschen aus der Region die Chance für den Törn nutzten. Stattdessen waren zahlreiche Touristen an Bord. Aber auch die Tourismusgesellschaft des Kreises hat sich – obwohl gern mit der „Elbe“ geworben wird – bisher nicht für das Spezialschiff stark gemacht.

Einzig CDU-Fraktionschef Sven Minge kündigt an, das Thema Liegeplatz im zuständigen Finanzausschuss beraten zu wollen. „Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden“, sagt Minge.

Vorerst wird die „Elbe“ auch am 11. und 18. Juni ihre fahrplanmäßigen Sonntags-Fahrten (12.45 und 16.45 Uhr ab Anleger Menzer-Werft-Platz) nach Lauenburg anbieten. Böhm: „Vielleicht gibt es eine schnelle Lösung, sonst ja vielleicht eine ab 2018.“

Das Problem in Zusammenhang mit der Hafencity-Bebauung ist der meistens herrschende Westwind. „Zum Anheizen könnte die ,Elbe‘ aus dem Hafen an den Anleger an der Elbe geschleppt werden, oder zur Schleuse oder zum Yacht-Hafen. Da sind noch nicht alle Möglichkeiten zu Ende diskutiert“, sagt CDU-Politiker Jochen Meder, der sich für den weiteren Verkehr des Eisbrechers einsetzt.

Letzter dampfbetriebener Flusseisbrecher

Die „Elbe“ ist der einzig erhaltene dampfbetriebene Flusseisbrecher in Deutschland. Als letztes von insgesamt acht für den Eisbrecher-Dienst auf der Oberelbe im Auftrag der preußischen Elbstromverwaltung in den Jahren 1888 bis 1911 gebauten Schiffen, war die „Elbe“ bis 1972 im Einsatz. Der Rumpf des Flusseisbrechers ist so konzipiert, dass sich das Schiff auf das Eis schieben kann und es durch das eigene Gewicht das Eis bricht. Seit den 1950er-Jahren ersetzen leistungsstärkere Motorschiffe die Dampfeisbrecher. tja

Timo Jann

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