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Die Ernte von Eicheln, Bucheckern und anderem Saatgut läuft

Koberg Die Ernte von Eicheln, Bucheckern und anderem Saatgut läuft

Wenn irgendwo neue Bäume gepflanzt werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie aus Eicheln oder Bucheckern aus den lauenburgischen Wäldern stammen. Die Kreisforsten haben mehrere Hektar Wald, auf denen für Saatgut anerkannte Bäume stehen.

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Pralle Eicheln aus dem Lauenburgischen – prima Saatgut für Deutschlands Wälder. Säckeweise werden zurzeit zwischen Koberg und Borstorf Eicheln eingesammelt.

Quelle: Timo Jann

Koberg. Zurzeit läuft die Ernte von Eicheln, Bucheckern und anderem Saatgut auf vollen Touren. Auch beim Bergahorn, bei der Winterlinde, bei der Hainbuche und bei der Douglasie oder bei der Kiefern verfügen die Kreisforsten als größter kommunaler Waldbesitzer in Deutschland über ausgezeichnete Saatgutbestände.

„Unser Ziel ist es, bei der Eiche auf einer Fläche von 4,3 Hektar eine Tonne Eicheln zu sammeln“, erklärt Jan Stäcker, Förster des Eigenbetriebs. Da eine Eichel im Schnitt zwischen 1,8 und 2,3 Gramm wiegt, eine mühselige Arbeit. Säckeweise werden die Früchte aus dem Wald geholt. Stäcker: „Wir liefern sie an einen Saatguthändler in Kiel, der sie dann an Baumschulen verkauft.“ Wird dann irgendwo eine neue Eiche benötigt oder gar ein ganzer neuer Wald angelegt, liefern die Baumschulen die mehrjährigen Pflanzen. Im Geesthachter Stadtwald beispielsweise werden seit Jahren Buchen gepflanzt, die bereits etwa einen Meter groß sind. Da die Naturverjüngung des Waldes dort wegen der Verschattung durch die Traubenkirsche am Boden nicht klappt, setzt man auf die bereits größeren Jungpflanzen. Die verdrängen dann wiederum die Traubenkirsche, die hier nicht heimisch ist.

Um das Einsammeln der Eicheln in den verschiedenen Revieren der Kreisforsten kümmern sich acht Bulgaren. Sie sammeln auch Bucheckern – dann aber von über dem Boden ausgelegten feinen Netzen – oder Tannenzapfen, die direkt am Baum gepflückt werden.

Im Bestand von Jan Stäcker, der Wälder von Wentorf im Amt Sandesneben aus betreut, sind es vor allem die Stieleichen, die perfekt gewachsen sind. Wie im Koberger Forst. Und da ist es dann wie in der Landwirtschaft: Eine Kuh, die ein gutes Euter hat, wird gerne für eine Nachzucht ausgewählt. So ist es auch bei den Eichen. Bäume, die eine gute Rindenstruktur, eine ausgeprägte Krone oder eine gute Schaftform haben, werden als Spender für Saatgut ausgewählt. Die Bäume sind per Satellit eingemessen und speziell markiert. Wichtig für die Sammler, damit sie das Saatgut korrekt sammeln. Obwohl auch Wildschweine die Eicheln lieben, kommen die sich mit den Interessen des Försters nicht in die Quere. Stäcker: „Da es durch die Sammler, die hier fast täglich im wichtigen Bestand unterwegs sind, sehr nach Mensch riecht, schreckt das die Wildschweine ab.“

„Dieses Jahr ist für die Eicheln der Steileichen ein gutes Jahr“, sagt Stäcker. Doch der Job ist mühsam, auch für den Förster. Tägliche Kontrollen am Sammelort sind nötig, der Ertrag steht in keinem Verhältnis zum Aufwand. „Aber wir wollen ja auch in Zukunft schöne Bäume pflanzen, deshalb müssen wir diesen Aufwand betreiben“, berichtet der Förster. Früher, als die Reviere noch kleiner waren, sei die Saatgutsammlung umfangreicher gewesen, berichtet Stäcker. Ein Kilo Eicheln bringt im Verkauf an die Saatguthändler 1,20 Euro. „Dieses Jahr sind die Eicheln richtig dick, die sind sehr begehrt“, so Stäcker.

Wie wertvoll das lauenburgische Saatgut ist, zeigt, dass die Säcke in der Försterei bereits von Experten des Umweltministeriums vorab begutachtet und für den Transport verplombt werden.

 Timo Jann

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