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Lauenburg Die Frauenherrschaft ist vorerst vorbei
Lokales Lauenburg Die Frauenherrschaft ist vorerst vorbei
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21:44 04.06.2018
Der Schützenverein Hollenbek stellte sich vor dem Königsfrühstück am Sonnabend zum Gruppenfoto auf. Quelle: Fotos: Jens Burmester
Hollenbek

Die Herrschaft der Frauen im Schützenverein Hollenbek ist vorerst vorbei. Nach mehreren Jahren, in denen jeweils die Frauen das Zepter, sprich die Königswürde, in ihren Händen hielten, steht mit Uwe Voss, einem 55-jährigen Zollbeamten, nun wieder ein Mann als König an der Spitze des Hollenbeker Schützenvereins von 1907.

Uwe Voss steht nun an der Spitze des Hollenbeker Schützenvereins von 1907.

Doch bis Voss zum König ausgerufen wurde, hatte noch „Mayestät“ Maya Löblich das Zepter fest in ihrer Hand. Mit dem Königsschuss begannen die tollen Tage von Hollenbek. Gefeiert wurde das Fest im Vereinslokal Countryside, erstmals unter neuer Leitung. Und der Gastwirt machte seine Sache sehr gut, befand später Oberst Dieter Steffen in einem ersten Resumee.

38 Schützen nahmen bereits früh am Sonnabend das Gewehr in die Hand und gaben ihren Schuss auf die Königsscheibe ab. Ohne diesen Schuss gibt es in Hollenbek auch keine Teilnahme am Königsfrühstück – so will es die Tradition. Entsprechend durchlöchert sah die Scheibe denn auch aus und die Ergebnisse waren so gut, dass die Verantwortlichen bei der Auswertung schon mehr als genau hinsehen mussten.

Mit den Abordnungen der Gastvereine ging es schließlich in den Domänenweg zur regierenden Königin, die zum Frühstück geladen hatte. Sie ließ den Schützen und weiteren Gästen ihr Leibgericht servieren – Currywurst mit Pommes Frites. Ein „Novum“, wie Kreisschützenchef Lars Rothfuß in seinem Grußwort fand, aber überaus lecker. Nach der Begrüßung durch den Oberst Dieter Steffen ergriff die Königin das Wort. „Es war ein geiles Jahr. Ich erinnere mich gern zurück an alles, was ich erleben durfte – zumindest an das, woran ich mich erinnere.“ Sie machte deutlich, dass der Oberst es wahrlich nicht leicht gehabt habe mit den königlichen Frauen in den vergangenen Jahren und sich seine Begeisterung über die wieder vereinte und noch bestens bekannte Konstellation der beiden Schützenschwestern, eben seiner Tochter Jessica und ihr selbst, absolut in Grenzen gehalten habe. Doch sie sei stolz, dass er ihr Oberst sei. „Ich bin stolz darauf, eure Königin gewesen zu sein“, rief sie ihrem Verein unter großem Jubel zu. Als sie noch vor wenigen Tagen ihrem Mann Kevin, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, davon erzählt habe, dass ihr für diese Rede unter anderem noch die Passage über ihn fehlen würde, hätte der geantwortet: „Sag doch einfach, dein Ehemann ist ein geiler Köter, dann weiß doch jeder, wer gemeint ist.“ So wie an dieser Stelle war die Rede der noch amtierenden Königin mit viel Beifall bedacht worden.

Am Sonntag trafen dann am Mittag die Gastvereine zum Festumzug ein. Der lief dann etwas kürzer ab, unterbrochen durch einen Halt am Denkmal. Dort legte Oberst Steffen einen Kranz zum Gedenken an die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege nieder und der Bürgermeister hielt eine kurze Rede. Das gemütliche Beisammensein der Schützen am und im Vereinslokal mit Musik des Feuerwehrmusikzuges Sterley sowie des Spielmannszuges der Ratzeburger Schützengilde rundete den letzten Tag des Hollenbeker Schützenfestes ab.

 Jens Burmester

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