Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Die "Lustige Person" macht sich bereit
Lokales Lauenburg Die "Lustige Person" macht sich bereit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:54 11.01.2017
Der Umzug der Lustigen Person (Mitte hinten, in dem Flickenkleid steckt Frank Fischer) mit Kindern ist einer der Höhepunkte der Schipperhöge, die am 13. und 14. Januar gefeiert wird. Quelle: Foto: Timo Jann
Anzeige
Lauenburg

Zu einer Zeit, in der früher die Schiffe für gewöhnlich aufgrund von Eisgang in den sicheren Häfen lagen und die Besatzungen Zeit für Geselligkeit hatten, wird die Tradition hochgehalten.

„Es ist eine schöne Sache und wir machen das auch heute noch wirklich gerne“, berichtet Andreas Panz von der Schifferbrüderschaft. „Wir würden uns freuen, wenn viele Lauenburger und Gäste dabei sind.

Denn wir kämpfen hier um eine jahrhundertealte Tradition, bei der die 'Lustige Person' bei ihren Umzügen eben auch Kinder braucht“, so Panz. Hintergrund: Sonnabend und Sonntag läuft die Lustige Person (Frank Fischer) durch Lauenburg und überbringt den Mitgliedern der Schifferbrüderschaft die Neujahrsgrüße des Vorstands. In seinem Gefolge: Kinder. Je mehr, desto besser. Panz: „Wir sind mit Schulen und Kindergärten im Kontakt, die sich wirklich bemühen, aber feste Zeiten, Aufsichtspflichten und so weiter machen uns das Leben schwer. Daher bitten wir auch Eltern, sich einen Ruck zu geben und insbesondere Freitag ab 11.30 Uhr bis 14 Uhr dazuzustoßen und uns zu begleiten.“ Für die Kinder organisiert Fischer bei den besuchten Mitgliedern jede Menge Süßigkeiten.

Am Freitag, 13. Januar, startet der Umzug der Lustigen Person wie gewohnt um 8.45 Uhr an der Weingartenschule. Zunächst vor allem durch die Altstadt. Auch Sonnabend, 14. Januar, geht es dort um 8.45 Uhr zum zweiten Umzug der Lustigen Person in dem markanten Flickenanzug los, diesmal eher durch die Oberstadt. Clowns, die die Lustige Person begleiten, sorgen mit ihren Gehorsamshölzern für Ordnung.

Auch die Polizei sichert den Umzug mit ab.

Freitag von 9 bis 12 Uhr müssen die Mitglieder ihre Beiträge einzahlen, von 12 bis 13 Uhr werden die neuen Mitglieder vor der geöffneten Lade aufgenommen. Während des Festballs am Abend werden sie um 21 Uhr aus dem Willkomm-Pokal trinken, offiziell aufgenommen. Dann wird man die Brüderschaft gemeinsam hochleben lassen. Der Ball ist, ebenso wie der am Sonnabend, nicht öffentlich. Mitglieder dürfen aber Gäste, die sich für die Brüderschaft interessieren, mitnehmen. Sie sind aber nach den Regularien der Brüderschaft für die Gäste verantwortlich und müssen auf deren Umgang achten. Laut Satzung steht der „Missbrauch mit dem Bier“ unter Strafe.

Sonnabend beginnt um 14.30 Uhr am Mosaik am Raiffeisenweg ein öffentlicher Umzug, der durch zwei Musikzüge begleitet wird. Weil der Große Sandberg gesperrt ist, gibt es eine neue Strecke. Vom Mosaik geht es über Reeperbahn, Büchener Weg und Fürstengarten zum Schloss, wo Amtspatron Andreas Thiede die Gäste empfängt. Nach einem Tanz geht es weiter über Hohler Weg zur Kirche, links in die Elbstraße zum „Alten Schifferhaus“, wo ein Stopp eingelegt wird. Von dort geht es über Elbstraße, Kleiner Sandberg und Bahnhofstraße an der Hitzler-Werft vorbei zurück die Elbstraße runter. Am Elbschifffahrtsmuseum wird erneut gestoppt, ehe es über Neustadt, Grünstraße und Schüsselteich zurück zum Mosaik geht. Anschließend gibt es in dem Veranstaltungszentrum einen öffentlichen Kindertanz.

Tipp für Touristen: Fest mit Besuch im Elbschifffahrtsmuseum verbinden

Auch die HLMS-Touristiker haben das Fest der Schifferbrüderschaft für ihre Werbung entdeckt. „Die Lauenburger Schifferbrüderschaft von 1635 hat eine lange Geschichte. Ihr Zweck besteht seit ihrer Gründung darin, verstorbene Mitglieder und deren Ehefrauen zu begraben. Eine notwendige Einrichtung in Zeiten von Pest und Not“, sagt Carina Jahnke von der HLMS.

Das wichtigste Aushängeschild ist die 'Lustige Person', deren typisches Gewand bereits seit dem Jahre 1765 vorhanden ist", sagt die Tourismusexpertin. Ihr Tipp für Gäste: Über die Tradition und über das Leben an und mit der Elbe, über die Elbeschifffahrt und die Menschen, die ihr Leben am und auf dem großen Strom verbrachten, informiert das Elbschifffahrtsmuseum. „Eine moderne interaktive Ausstellung versetzt die Besucher in längst vergangene Zeiten. Und natürlich begegnet man auch der 'Lustigen Person' und der Tradition der Schipperhöge“, sagt Carina Jahnke. Am 14. Januar findet um 14 Uhr eine spannende Museumsführung statt; am 15. Januar geht es um 14.30 Uhr in die Schatzkammer der Schiffsantriebe, den Keller des Museum mit zum Teil noch funktionstüchtigen Maschinen. Eintritt mit Führung kosten acht Euro, Kinder drei Euro. Anmeldung unter Telefon 0 41 53/59 09 220.

 Timo Jann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige