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Lauenburg Die Sommerfrische lockte reiche Bürger
Lokales Lauenburg Die Sommerfrische lockte reiche Bürger
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20:36 03.11.2017
In den großen Räumen der schönen alten Villa ist auch genügend Platz für einen Flügel. Besitzerin Jennifer Arndt spielt gern auf dem Instrument. Quelle: Fotos: Norbert Dreessen

Manche der Villen sind denn auch wahre Schmuckstücke. Dazu zählt auch das Haus Nummer 10, das Dr. Stefan Stodieck und seiner Frau Jennifer Arndt gehört. Sie haben es im Sommer vergangenen Jahres erworben und bauen es seitdem für ihre Bedürfnisse um. Ganz fertig sind sie noch nicht, vor allem im Garten gibt es noch viel zu tun. Innen aber erstrahlt das Haus bereits in neuem alten Glanz.

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In den großen Räumen der schönen alten Villa ist auch genügend Platz für einen Flügel. Besitzerin Jennifer Arndt spielt gern auf dem Instrument.

Der erste Besitzer der Villa war Wilhelm Hartwig, der den bekannten Hamburger Architekten Carl Elvers anno 1892 beauftragte, ihm einen repräsentativen Wohnsitz in Mölln zu errichten. Die Eulenspiegelstadt war damals ein aufstrebender Kneipp- und Luftkurort, den auch wohlhabende Hamburger und Berliner gern als „Sommerfrische“ nutzten. Die inzwischen längst versiegte Hermannsquelle mit ihrem damals bekannten Heilwasser lag ja auch gleich neben dem Villenviertel.

Architekt Elvers baute in der Villenstraße gleich drei große Häuser nebeneinander. Charakteristisch für das Haus Nummer 10 war das reich verzierte Türmchen, das heute nur noch im Bauantrag zu bewundern ist. „Wir wissen nicht genau, warum und wann es verschwunden ist“, sagt Stodieck. Wahrscheinlich ist der Turm im Rahmen eines größeren Umbaus der Villa im Jahre 1934 abgerissen worden.

Damals hatte ein leitender Direktor der Deutschen Reichspost aus Berlin das Haus erworben. Doch schon im Jahre 1921 war ein Anbau entstanden.

Die Besitzer wechselten im Laufe der Jahrzehnte häufiger, und jeder baute ein bisschen was am Haus an oder um. Die Grundsubstanz von 1892 aber ist erhalten und befindet sich in einem durchaus ordentlichen Zustand. Stodieck: „Das hier ist solides Doppelschalen-Mauerwerk.“ Als seine Frau und er die weiße Villa übernahmen, standen dennoch größere Arbeiten an. Die Elektrik wurde komplett erneuert, die schon etwas betagte Ölheizung wurde auf eine moderne Gasheizung umgestellt, viele Fenster ersetzt, eine neue Küche gebaut, während die alte Küche jetzt eine schicke Bar ist.

Die schönen alten Holzdielen aber blieben erhalten, viele der Türen ebenfalls, nur bekamen sie einen neuen Anstrich – teils in kräftigen Farben. Etwas mehr als 400 Quadratmeter Wohnfläche bietet das große Haus, darunter mehrere Gästezimmer unter dem Dach. Die Grundstücksgröße steht mit 3800 Quadratmetern im richtigen Verhältnis dazu – zu einer echten Villa gehört nun mal ein weitläufiger Gartenbereich. Der wird gerade komplett neu gestaltet, wobei der Blick auf den nahen Mühlenbach natürlich trotz einiger Neuanpflanzungen nicht versperrt werden soll.

„In Mölln haben wir uns von Anfang an wohl gefühlt“, betonen Stefan Stodieck und Jennifer Arndt. Wenn man in einem so attraktiven Ambiente lebt, ist das ja auch kein Wunder.

Mehrere Villen gebaut

Architekt Carl Elvers entwarf gleich drei Villen in der Möllner Villenstraße, die alle um 1890 erbaut wurden. Elvers schuf auch einige bekannte Gebäude in Hamburg, darunter eines an der Straße Am Zippelhaus. Dort steht heute noch das 1890/1891 für den Verleger Friedrich Wilhem Rademacher erbaute Wohn- und Geschäftshaus. Der mehrstöckige Bau ist an seiner Neorenaissance-Fassade mit zwei Figuren im ersten Obergeschoss bestückt: Sie zeigen Johannes Gutenberg, den Erfinder des Buchdrucks, und Alois Senefelder, den Erfinder der Lithografie.

Norbert Dreessen

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