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Lauenburg Die „erste Geesthachterin“ war Vorsteherin eines großen Hofes
Lokales Lauenburg Die „erste Geesthachterin“ war Vorsteherin eines großen Hofes
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21:16 10.08.2016
Vor 3000 Jahren wurde die „erste Geesthachterin“ hier bei Grünhof unter diesen Steinen bestattet.

Über Jahrtausende hatte sich die Sage „In dissen Barg hebt in olen Tiden grote Fuer brennt“ in Geesthacht gehalten. Überliefert von Generation zu Generation hieß es „In dissen Barg liggt een Scheiterhupen“.

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Vor 3000 Jahren wurde die „erste Geesthachterin“ hier bei Grünhof unter diesen Steinen bestattet.

Bis vor 84 Jahren Karl Kersten bei einer Grabung am Rand des Grünhofer Forstes der Sage auf den Grund ging und so eine Sensation entdeckt wurde: Das erste und bisher einzige Totenhaus nördlich der Elbe aus der Zeit von vor 3000 Jahren.

„Vor 3000 Jahren . . .“ ist dann auch der Titel der aktuellen Ausstellung im Geesthacht Museum, die bereits seit Mitte Juli läuft (LN berichteten). „Es ist ein einzigartiger Fund, der weit über die Landesgrenzen von Schleswig-Holstein hinaus Bedeutung hat und der jetzt erstmals in einem Museum aufbereitet wird“, berichtet Museumsleiter Wolf-Rüdiger Busch nicht ohne Stolz von dieser einzigartigen Schau.

Fachlich wurde er bei den Vorbereitungen der Ausstellung durch den Archäologen Dr. Bernd Zich (Flensburg) unterstützt, für die Planung und den Bau der Ausstellung zeichnet das Büro Müller + Gourdin verantwortlich.

Ein Hingucker der Ausstellung ist neben Exponaten aus elf Instituten die Darstellung der ersten Geesthachterin, die in dem bronzezeitlichen Totenhaus in Grünhof mit ihrer höchstens zweieinhalb Jahre alten Tochter bestattet worden war. „Warum wissen wir nicht, aber bei der Grabung wurden die entsprechenden Knochen gefunden“, sagt Busch. Außerdem wurden Schmuckstücke und die Haarpracht entdeckt, die rekonstruiert wurden. So trug die Frau einen geschmiedeten Ring um den Hals. Der Künstler Karol Schauer malte anhand der Informationen ein großformatiges Bild, das Frau und Tochter in der Geest-Landschaft mit Schafen zeigt.

„Die Gegend hier war damals komplett besiedelt, man geht davon aus, dass etwa 20 Menschen auf einem Quadratkilometer Land lebten“, erzählt Zich. Die Art der aufwendigen Bestattung der ersten Geesthachterin deutet darauf hin, dass sie Vorsteherin eines großen Hofes gewesen sein muss, ist Zich überzeugt. Insgesamt legte man in Grünhof fünf Gräber aus der Bronzezeit frei.

„Unsere neue Ausstellung vermittelt einen Eindruck, wie die Menschen damals gelebt haben müssen“, sagt Busch. „Ich denke, wir werden auch viele auswärtige Besucher begrüßen können, weil es einfach eine einmalige Schau mit einmaligen Grundlagen aus der Region ist.“

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis September montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr geöffnet, danach ist sie zum 20. November täglich von 11 bis 17 Uhr im Krügerschen Haus an der Bergedorfer Straße 28 zu sehen. Der Eintritt kostet ab 16 Jahren 2,50 Euro.

Timo Jann

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