Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Fair gewinnt: Die Mini-Schiris von Groß Grönau
Lokales Lauenburg Fair gewinnt: Die Mini-Schiris von Groß Grönau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:34 04.01.2019
Tessa (10) und Max (11) behalten Spieler, Trainer und Zuschauer genau im Blick. Wer sich unfair verhält, bekommt einen Minuspunkt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Groß Grönau

Der Himmel hängt tief grau über dem Rasenplatz, in seidenen Fäden fällt Regen. Doch die Kinder auf dem Platz stört das nicht. Voller Elan laufen sie über den Platz, jagen dem Ball hinterher, passen ihn einander zu. Und Tor! Die Jungs springen jubelnd in die Luft. Trainer Thorsten Philipps nickt anerkennend. „Gut gemacht, Jungs! Schön kombiniert“, sagt er und spielt damit auf den gelungenen Passwechsel zweier seiner Spieler an. Doch die sind gedanklich längst wieder beim Kicken.

Spaß und Fairness stehen im Vordergrund

„Beim Fußball geht es doch um so viel mehr als das Gewinnen“, sagt Philipps. „Kinder sollten sich erstmal entwickeln. Es ist nicht gut, wenn sie schon in jungen Jahren falschen Ehrgeiz entwickeln.“ Vor einiger Zeit, erinnert sich Philipps, war er mit seinem Sohn bei einem Auswärtsspiel. Den ganzen Tag hatte Taio ein breites Grinsen im Gesicht; ganz offensichtlich hatte er großen Spaß an dem Turnier gehabt. Erst auf dem Nachhauseweg, als sein Vater ihn fragte, ob er denn Spaß gehabt habe, antwortete er: „Papa, ich habe Spaß, wenn wir gewinnen.“ Und das hatten sie an diesem Tag nicht. Weil Philipps findet, dass insbesondere bei den jüngeren Kindern nicht das Gewinnen, sondern vor allem ein gutes und faires Spiel im Vordergrund stehen sollten, hat er sich ein Konzept überlegt. Und das kommt beim Grönauer Turnier nun zum Einsatz.

Die G-Jugend kickt um den Fair-Play-Pokal

Das Besondere: Gespielt wird auf vier kleine Tore. Ein Spiel dauert neun Minuten. Das Entscheidende: Eine vierköpfige Kinderjury führt eine Strichliste über Fouls und wütende Zwischenrufe von Trainern, Eltern und Co. „Auch die Trainer müssen fair bleiben“, sagt Mini-Schiri Max (11), und Tessa (10) ergänzt: „Genau, denn die blöden Zurufe können auch die Spieler ganz schön verwirren.“ Jeweils als Paar beobachten die Mini-Schiris das Fußballspiel. Während der eine bei fiesen Fouls und unangebrachten Zwischenrufen pfeift, führt der andere die Strichliste. Die Mannschaft, die am Ende des Spieltages die wenigsten Minuspunkte hat, gewinnt den Wanderpokal fürs Fair Play. „Und der ist wirklich riiiichtig groß“, sagt Tessa und breitet die Arme aus. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, aber „ich frage vor dem Spiel noch einmal nach und lege dann einfach drauf los.“

„Wir haben ja auch einen Erziehungsauftrag“

Mittlerweile hat es aufgehört zu nieseln. „Lauf, lauf“, feuert Trainer Philipps seine Mannschaft an. Tessa und Max stehen am Rand des Spielfeldes. Ihr Blick ist aufmerksam, damit ihnen auch ja nichts entgeht. „Beim Sport im Allgemeinen sollten der Spaß und das Faire im Vordergrund stehen, nicht das Ergebnis“, betont Claus Blumberg, neben Thorsten Philipps, Tom Jendrzejewski und Lutz Märker ebenfalls Organisator des Grönauer Turniers. „Wir haben ja schließlich auch einen Erziehungsauftrag.“

Josephine Andreoli

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Arbeitlosenquote ist so niedrig wie noch nie seit Erfassung. Im Nachbarkreis Stormarn ist die Vollbeschäftigung eine kleine Sensation. Doch Gastronomie und Handwerk kämpfen nach wie vor um Arbeitskräfte und müssen sich auf angesichts negativer Effekte der Digitalisierung warm anziehen.

04.01.2019
Lauenburg Schadenersatz wegen leer stehender Flüchtlingsunterkünfte - Leere Flüchtlingsunterkünfte: Geesthachter Politiker will Land verklagen

Die Stadt soll prüfen, ob das Land für die aufgrund der Flüchtlingsprognosen ab 2015 geschaffenen Unterkünfte in Geesthacht Schadensersatz zahlen muss. Notfalls müsse man das Land verklagen. Das fordert Sven Minge (CDU), der Fraktionschef von Pro Geesthacht.

04.01.2019

Die Schwarzenbeker Galerie hat sich zu einem gut besuchten Ort für Begegnungen und Kultur entwickelt. Das Frühjahrsprogramm startet mit dem Neujahrsempfang.

05.01.2019