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Lauenburg Die neuen Bundespolizeischüler gehen in Ratzeburg an den Start
Lokales Lauenburg Die neuen Bundespolizeischüler gehen in Ratzeburg an den Start
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21:31 29.08.2016
Gestern fiel mit der offiziellen Begrüßung der Startschuss für das zweite Ausbildungsjahr der 74 Bundespolizisten in Ratzeburg. Voll motiviert: Serkan Töremen, Kira Andresen und Jan Kaminski (v. l.). Fotos (2): D. Baumm

Die Hemden sind blau. Die Hosen sind blau. Manchmal sind sogar die Augen blau. Aber blauäugig sind sie nicht, die jungen Menschen, die gestern adrett und in ordentlichen Reihen in der Kantine der Bundespolizei in Ratzeburg saßen. 74 Polizeimeister-Anwärter, die ihr erstes Ausbildungsjahr in Walsrode abgeschlossen haben. „Sie haben die große Ehre, hier Fuß zu fassen“, sagte Friedhelm Mente in seiner Begrüßungsrede. „Und ich weiß genau: Sie wollen danach alle hier bleiben.“

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65 junge Männer und nur neun junge Frauen hatten gestern ganz offiziell ihren ersten Tag im zweiten Ausbildungsjahr – Mit knapp 1000 Stunden in Praktika wird es nun spannend.

Mal abwarten, ob der Lehrgangsleiter damit richtig liegt. Fest steht: Die Ausbildungsvoraussetzungen sind ganz wunderbar in Ratzeburg. „Der Standort ist perfekt“, lobte Mente, und er zählte seinen Schülern auf, was hier alles auf sie wartet: „Flughafen, Bahnhof, Raumschießanlage und Außenschießplatz, Sporthalle mit Sauna, eine blaue Tartanbahn, ein Kraftraum – alles Voraussetzungen, die Sie in Walsrode nicht finden.“

Die künftigen Polizisten lauschten mit ernsten Gesichtern. Naja, auf dem Ausbildungsplan stehen viele Stunden Sport. 140 waren es im ersten Jahr in Walsrode. Mancher sah sich wohl schon über die Tartanbahn flitzen – schönen Gruß an die Beine, dem Muskelkater ist die schöne blaue Farbe wurscht. „Ich war echt froh, dass ich nach der Fachhochschulreife zur Bundeswehr gegangen bin und die Ausbildung deswegen sehr fit begonnen habe“, sagt Serkan Töremen. Er war schon immer sportlich, hat als Schüler viel Fußball gespielt, „aber das allein hätte nicht gereicht.“ Kira Andresen stimmt zu:

„Ich habe jahrelang Handball gespielt. Und ich habe Sportabi gemacht, bin deswegen viel geschwommen. Trotzdem sind die Anforderungen in der Ausbildung hoch.“ Und auch Jan Kaminski ist froh, dass er schon immer sportlich unterwegs war. „Ich komme vom Dorf, da bleibt einem nur die Wahl zwischen Sport oder irgendwas auf dem Acker.“

Intelligente junge Menschen. Abitur, Fachabitur, abgeschlossene Ausbildungen – wer geht da heute noch zur Polizei? Zu Zeiten von Flüchtlingskrise und Terrorbedrohung, von mangelndem Respekt im Alltag mal ganz zu schweigen? Erneut sind Töremen, Andresen und Kaminski sich einig: Die wirtschaftliche Sicherheit als verbeamteter Bundespolizist ist verlockend.

Während Andresen und Kaminski familiär vorbelastet sind und von den Vätern deutlich auf die Vorteile des sicheren Jobs hingewiesen wurden, ist Serkan Töremen stolz, der erste der Familie zu sein, der zur Polizei geht. Seine Eltern sind vor Jahrzehnten aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Er ist in Bremen geboren – und geht nun ganz im Einsatz für sein Vaterland auf.

DREI FRAGEN AN . . .

1Ausbildungsleiter bei der Bundespolizei in Ratzeburg – beschreiben Sie Ihren Job. Mein Traumberuf! Ich mache das seit 14 Jahren mit einer sehr hohen Berufsmotivation – ich kann mit Fug und Recht sagen, ich brenne dafür.

2Was macht einen guten Polizisten aus? Was müssen die jungen Leute mitbringen?Die wichtigste Charaktereigenschaft ist Teamfähigkeit. Polizisten arbeiten niemals allein. Und sie müssen eine hohe soziale Kompetenz mitbringen. Ich habe im Laufe der Jahre ein gutes Auge dafür entwickelt, wer die Ausbildung gut durchsteht und wer das Zeug zu einem guten Polizisten mitbringt.

3Haben Sie als Ausbildungsleiter überhaupt Kontakt zu den jungen Leuten? Und lernen Sie selbst noch etwas dazu?Ich unterrichte „Führungslehre Psychologie“. Und ich bin immer mit dabei – draußen ebenso wie im Unterricht. Ich muss ja wissen, wie meine Leute arbeiten. Allerdings habe ich ein super Ausbilderteam. Und ich selbst lerne selbstverständlich noch. Im Oktober besuche ich einen Schlichter-Lehrgang.teo

 Dorothea Baumm

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