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Lauenburg Dieser Radweg ist der Gemeinde Ziethen lieb — und teuer!
Lokales Lauenburg Dieser Radweg ist der Gemeinde Ziethen lieb — und teuer!
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21:16 17.09.2013

„Völlig unverhältnismäßig“ und „eigentlich skandalös“ bezeichnete Kreispräsident Meinhard Füllner (CDU) die Tatsache, dass die Gemeinde Ziethen für einen eigens finanzierten Radweg in Höhe von 40 000 Euro auch noch ein ökologisches Gutachten vorlegen und bezahlen muss, um dem Naturschutz Genüge zu tun. Allein: Das Gutachten kostet 10 000 Euro!

„Schon vor 13 Jahren hatte unsere Gemeindevertretung einen entsprechenden Radweg geplant. Der wurde damals aus Naturschutzgründen abgelehnt“, erzählte auch Ziethens Bürgermeister Karl-Horst Salzsäuler bei der Einweihung des Weges am vergangenen Wochenende. Nun ergab sich in diesem Jahr aber eine neue Chance, und „weil das Land kein Geld hat“, habe die Gemeinde den Radweg selbst finanziert. Allerdings musste es schnell gehen, um noch aus dem Fördertopf der Aktivregion Nord EU-Unterstützung in Höhe von 20 000 Euro zu kommen. Doch wie gewonnen, so zerronnen, mag man meinen.

Denn das Gutachten muss nachgereicht und bezahlt werden.

Der Weg selbst ist keine 200 Meter lang, führt an der Ostseite der L 315 von der Hausgrenze Losemann im Norden bis zur Einmündung des Wirtschaftsweges im Süden Wietingsbeks. Notwendig ist das kurze Stück allemal, da die Ortsdurchfahrt eng und für Radfahrer nicht ungefährlich ist, denn das Verkehrsaufkommen ist relativ hoch, stellt es doch die Verbindung zwischen dem Kreis Nordwestmecklenburg und der Bundesstraße 208 her.

„Wir werden nicht herumkommen, das Gutachten zu bezahlen“, erklärte Salzsäuler, was Füllner bestätigte. Der Kreispräsident versprach aber, sich persönlich dafür einzusetzen, dass in Zukunft bei solchen Verhältnissen wie hier, wo lediglich 80 Meter des neuen Weges an ein Flora-Fauna-Habitat- Schutzgebiet grenzt (und dann noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite), auf solch aufwendige und teure Gutachten verzichtet werden solle. Auch Landtagspräsident Klaus Schlie hatte bereits vor einem Monat angekündigt, sich dieses Themas anzunehmen. „Vielleicht ersparen wir dadurch anderen Kommunen eine entsprechende Maßnahme.“

Joachim Strunk

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