Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Dieser Vogel sägt keine Gänse
Lokales Lauenburg Dieser Vogel sägt keine Gänse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:49 03.01.2016
Ein Weibchen und zwei Männchen des Gänsesägers haben eisfreies Wasser gefunden. Quelle: Wolfgang Buchhorn
Anzeige

Der Gänsesäger gehört zu den flexiblen Vögeln, die nicht stur nach dem Kalender wegziehen. Ist es mild, bleibt er, frieren seine Fischgründe zu, kommt er in Bewegung. Diese so genannte Eisflucht setzt zuerst in Skandinavien, im Baltikum und in Nordrussland ein, so dass die kleine Brutpopulation Schleswig-Holsteins Verstärkung aus Nordost bekommt. Streit gibt es nicht, denn beim Gänsesäger geht Gesellschaft vor Gewalt. Die auffälligen Männchen einer Gruppe sieht man schon auf große Entfernung, die unscheinbaren Weibchen erst bei genauerem Hinsehen. Der für einen Entenvogel ungewöhnlich schmale Schnabel mit den scharfen Hornzähnen hat den Sägern den Namen gegeben. Zwar ist der Gänsesäger nicht ganz so groß wie eine Gans, aber immerhin größer als seine Verwandten Mittelsäger und Zwergsäger. Die Nahrung des Gänsesägers besteht vor allem aus kleineren Fischen von einer Länge bis zu zehn Zentimetern. Beim so genannten Wasserlugen taucht er nur den Kopf ins Wasser, um schon mal die Lage zu peilen. Die eigentlichen Tauchgänge reichen dann bis in zehn Meter Tiefe. Mit seiner „Stichsäge“ kann der Gänsesäger die glitschigen Fische gut festhalten.

Dem jetzigen Kälteeinbruch kann der Gänsesäger mit Gelassenheit entgegen sehen. Sollten auch die großen Seen vollständig zufrieren, zieht er sich auf die Elbe, aber auch auf kleinere Flüsse wie die Trave zurück. Und wenn das nicht ausreicht, macht er „Urlaub“ an der Ostsee.





Tier der
Woche

Karsten Gärtner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige