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Lauenburg Don Bosco-Haus lädt morgen zum Erntedankfest
Lokales Lauenburg Don Bosco-Haus lädt morgen zum Erntedankfest
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11:13 07.10.2016
Zwei etwa acht Quadratmeter große Gewächshauser und ein Hofladen wurden am Don Bosco-Haus gebaut. Im Hintergrund zeigen die Heimeltern Petra und Harry Harms Bewohnerin Annegret den neuen Laden.

Mit den Neubauten verfolgen die Heimeltern Petra und Harry Harms ein therapeutisches Konzept, das auf die Sinneserfahrung der schwer Mehrfachbehinderten mit der Umwelt fokussiert. „Unsere Bewohner werden in einem der Gewächshäuser gärtnern. Wir werden im Hofladen alles anbieten, was sie selber herstellen und außerdem Produkte aus der Region“, sagt Petra Harms, die erste Vorsitzende des Trägervereins Don Bosco-Haus für das behinderte Kind. Damit ergänzen sie ihre Arbeit, die auf ökologischem Landbau und Montessoripädagogik basiert.

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Die Bewohner des Don Bosco-Hauses haben Marmeladen, Kerzen und Kissen für den Hofladen gemacht. Alle Produkte werden von den Mitarbeitern bewertet. Die besten kommen in den Hofladen.

Erntedankfest

Dieses Jahr gibt es zum Erntedankfest am Sonnabend, 8. Oktober, im Don Bosco-Haus auch einen Handwerkermarkt und viel Selbstgemachtes.

Zehn Gastaussteller sind eingeladen. Es gibt Brot, selbst zu pressenden Apfelsaft und ein Abschlusssingen in der Waldkapelle des Hauses. Von 10 bis 16 Uhr ist geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Noch werden die letzten Steine hinter den Absperrbändern auf der „Ranch“ des Don Bosco-Hauses gepflastert. Zwei neue Gewächshäuser und ein Hofladen stehen schon fertig gebaut daneben, sind aber noch leer. Bis zum Erntedankfest morgen sollen sie bestückt werden. Die 15 000 Euro teuren Bauarbeiten wurden vollständig aus Spenden finanziert.

In dem zehn Quadratmeter großen Laden sollen selbstgemachte Sachen, wie Brote und Dips, angeboten werden. Noch riecht das Holzhaus ganz neu und steht leer. „Unsere Mitarbeiter dürfen mitbestimmen und für die Produkte stimmen, die sie am besten finden und die kommen dann in den Laden. Ich sehe viel Zustimmung für alle Sachen, ob selbst gemachte Taschen, Marmeladen oder Seifen“, so Petra Harms.

Die 165 behinderten Bewohner der Einrichtung verarbeiten jetzt schon, was im Garten wächst oder Gemüse, das sie von Bauernhöfen aus der Region abholen. „Das läuft ganz kleinschrittig ab. Durch Assistenz wird dem Einzelnen die Möglichkeit gegeben, trotz der schweren Behinderung teil zu haben“, sagt Heimleiter und Diakon Harry Harms. So fährt die eine fünfköpfige Gruppe zum Bauern und bringt von dort Obst und Gemüse in großen Säcken mit, die nächste Gruppe packt die Produkte aus den Säcken in kleine Körbchen, die dann im Hofladen angeboten werden. Wieder andere Bewohner arbeiten auf der Ranch und stellen Pferde- und Hundeleckerlis her. In vier Bewohnerhäusern werden Marmeladen und Dips gekocht. „In den fünfköpfigen Gruppen macht jeder, was er kann: zählen, wiegen, Obst pürieren, Marmelade in Gläser füllen oder den Haltbarkeitsstempel drauf drücken“, erklärt Petra Harms.

Im zweiten neuen Gewächshaus, das gleich neben dem Hofladen steht, wird ein Raum für die Sinne geschaffen. „Wir simulieren dort Naturklänge und je nach Saison können die Bewohner Kräuter riechen“, erklärt Petra Harms den geplanten Innenraum des Gewächshauses. Noch steht das acht Quadratmeter große Glashaus leer. Ein dunkler Schirm hängt schon an der Decke. Daran wird der Sternenhimmel projiziert. Die schwer behinderten Bewohner sollen in dieser Umgebung nichts aktiv produzieren, aber die Umwelt erfahren.

Die Bauarbeiten kosten den Trägerverein 15000 Euro. Sie konnten komplett über Spenden finanziert werden, unter anderem vom Lions Club Hamburg-Billetal, vom Lady Lions Club Alveslohe und vom Kiosk am Möllner Bahnhof, dessen Betreiber Restgeld in einer Box sammeln. Den gesamten Inhalt spenden sie jedes Jahr.

 Stefanie Ender

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