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Lauenburg Drei Grundschüler retten Autos vor Flammen
Lokales Lauenburg Drei Grundschüler retten Autos vor Flammen
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08:01 09.04.2019
Dank ihnen wurde der Brand in der Nacht zu Sonntag schnell an Feuerwehr und Polizei gemeldet. Die Freunde Michel (9), Gustav und Artur (11) schliefen seelenruhig in einem ausgebauten Bauwagen auf dem Nachbargrundstück, keine zehn Meter vom brennenden Carport entfernt. Doch der Lärm der Flammen weckte sie. Quelle: Grombein
Rondeshagen

In der Nacht zu Sonntag brannte in Rondeshagen eine massive Garage lichterloh. Nur etwa zehn Meter entfernt schlafen drei Grundschüler in einem ausgebauten Bauwagen. Aus einem friedlichen Übernachten zum Ferienanfang wird ein schreckliches Erlebnis. Doch sie reagieren laut Feuerwehr vorbildlich und sorgen für den Notruf. Auf dem Grundstück brannte es bereits zum vierten Mal. Nun geht die Angst um.

Der Alarm ging um 3.34 Uhr in der Nacht zu Sonntag bei den Feuerwehren ein: In der Straße Am Brink in Rondeshagen würde eine Scheune brennen. Mit dem Stichwort „Feuer groß“ alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren aus Rondeshagen, Bliestorf und Ratzeburg zur Einsatzstelle. Was die Retter zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten.

Den Notruf hatte eine Mutter von Jungen abgesetzt, die vorbildlich Alarm geschlagen hatten. Die Brüder schliefen demnach zusammen mit ihrem Freund keine zehn Meter entfernt seelenruhig in einem ausgebauten Bauwagen. Sie hatten das Feuer entdeckt und sich trotz großem Schrecken vorbildlich verhalten und die Erwachsenen im Haus verständigt. So konnte noch größerer Schaden abgewendet werden. Doch nach dem vierten Brand auf dem Grundstück geht jetzt die Angst um in Rondeshagen.

Die Reste des Brandes an einem Fahrzeugschuppen in Rondeshagen sind noch deutlich zu erkennen.

Kinder dachten erst, das Geräusch wäre Regen

„Sie haben richtig reagiert. Ich bin stolz auf die Jungs“, sagt Andree Eggert, Berufsfeuerwehrmann in Lübeck und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Rondeshagen. Er ist der Vater des neunjährigen Michel, der die Nacht bei seinen Freunden im Bauwagen verbrachte. Die Jungs wollten den Ferienanfang und das frühlingshafte Wetter genießen. Als sie nach dem Lesen und Quatschen längst selig schliefen, hörte Michel Geräusche: „Ich habe ein lautes Krachen gehört und die anderen geweckt.“ Das Rauschen und Knistern der Flammen hielten sie erst für Regen. Dann sahen sie die Flammen. „Ich hatte Angst, dass unser Haus brennt“, sagt Gustav. Gemeinsam rannten sie zum Haus der Eltern und klingeln. Die Mutter von Artur und Gustav wählte darauf den Notruf. Auch die Eltern müssen den Schrecken erst einmal verdauen. „Nehmen wir mal an, es war Brandstiftung. Dann hätte der Täter ja auch auf die Idee kommen können, den Bauwagen anzuzünden“, sagt Eggert. Diese Geschichte hat die Familie den gesamten Tag über beschäftigt. „Aber sie haben alles umgesetzt, was wir Feuerwehrleute den Kindern in Rondeshagen regelmäßig beibringen“, sagt er. Nicht verstecken, keine Angst haben und laut um Hilfe rufen.

Polizei: Brandstiftung ist nicht auszuschließen

Die ersten Einsatzkräfte am Brink stellten fest, dass eine etwa zwölf mal acht Meter große massive Garage mit drei Stellplätzen brannte. Den Anwohnern war es auch Dank der schnellen Meldung der Jungs zuvor gelungen, Autos in Sicherheit zu bringen. Die Feuerwehrleute setzten mehrere Strahlrohre ein und hatten den Brand schnell unter Kontrolle. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. „Eine Brandstiftung ist nicht auszuschließen“, sagte Sandra Kilian, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Doch auch ein technischer Defekt oder fahrlässiges Verhalten seien ganz am Anfang der Ermittlungen noch nicht auszuschließen, erklärte sie. Mit wem man auch spricht am Montagnachmittag in Rondeshagen: Die Leute haben Angst, dass es auch bei ihnen brennen könnte. Etwa ein junges Pärchen mit Kinderwagen, das ein Gebäude gleich neben dem nun abgebrannten Fahrzeugschuppen bewohnt, spricht über dieses mulmige Gefühl. „Es hat jetzt zum vierten Mal auf meinem Grundstück gebrannt“, sagt Werner Zühlke, dem das besagte Gelände mit der Fahrzeughalle am Brink gehört. Er habe eigentlich mit niemanden Streit. „Ich begreife es nicht. Wer tut so etwas? Das ist gefährlich“, sagt er.

Am Brink hatte es laut Polizei erst im März in einem Carport gebrannt – allerdings unbemerkt. Die Anwohner hatten eine verbrannte Decke darin gefunden und erst zwei Tage später, am 22. März, Anzeige erstattet. Ein anderes Mal brannte eine Hecke. Und bereits im Juni 2018 sind Bewohner gegen Mitternacht nach einem lauten Knall auf ein Feuer aufmerksam geworden. Wenige Wochen später stand dann ein Carport in Flammen.

Florian Grombein und Timo Jann

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