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Dreieinhalb Jahre Gefängnis für Hammer-Attacke auf Frau

Lübeck/Krummesse Dreieinhalb Jahre Gefängnis für Hammer-Attacke auf Frau

Der 51-jährige Krummesser, der seine Partnerin nach einem Ehestreit mit Hammerschlägen beinahe getötet hätte, ist am heutigen Freitag zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten  verurteilt worden. Seine Gattin brach in Tränen aus.

Quelle: fg

Lübeck/ Krummesse. Der 51-jährige Krummesser, der seine Partnerin nach einem Ehestreit mit Hammerschlägen beinahe getötet hätte, ist gestern zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte am Lübecker Landgericht zuvor eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert, während die Verteidigung auf Freispruch plädierte. Trotz einiger mildernder Umstände, einer positiven Prognose für den Verurteilten und der Annäherung der Eheleute im Prozess wollte das Schwurgericht dem 51-Jährigen einen mehrjährigen Gefängnisaufenthalt nicht ersparen. Zu gefährlich, zu massiv sei die Gewalteinwirkung bei der Attacke des Ehemannes gewesen. Durch die lebensgefährlichen Schädelverletzungen habe der Krummesser den drohenden Tod seiner Partnerin „billigend in Kauf genommen“.

„Trotz Alkoholisierung hatte er das Ausmaß seiner Tat erkannt.“ Christian Singelmann,

Vorsitzender Richter

Aus dem

Gerichtssaal

„Die Ehefrau hat viel Verständnis für den angeklagten Ehemann aufgebracht. Das ist nur möglich, wenn man seinen Partner wirklich liebt“, erklärte der Vorsitzende Richter des Schwurgerichtes, Christian Singelmann bei der Urteilbegründung im Landgericht Lübeck. Das Besondere am Verfahren sei die Übereinstimmung zwischen Täter und Opfer. Der letzte Prozesstag wurde erneut von starken Emotionen begleitet. Die 49-jährige Ehefrau brach nach der Urteilsverkündung in Tränen aus und verließ kurzzeitig den Saal. Als sie zurückkam, schüttelte sie bei den Worten des Richters ungläubig den Kopf. Der Angeklagte war beim Urteil nur von hinten durch eine Glasscheibe zu sehen. Er nahm das Urteil von außen betrachtet ruhig auf.

Das Gericht ging zunächst von einem minder schweren Fall des versuchten Totschlags aus, der mit ein bis zehn Jahren Haft bestraft werde. Voraussetzung dafür sei eine Provokation. „Die Ehefrau erklärte, sie sei es gewesen, die den Krieg angefangen habe“, zitierte Singelmann aus dem Prozess. In der Tatnacht warf sie den hoch geschätzten Kontrabass des 51-Jährigen nach einem Streit aus der Haustür und zerbrach das Instrument. Danach seien Tritte des Angeklagten und mindestens acht massive Schläge mit dem Hammer auf den Kopf der 49-Jährigen gefolgt.

„Das Vorgehen war brutal. Die Tatausübung zeugte von massiver Gewalteinwirkung“, so der Richter. Aus den Aussagen des Gutachters gehe zwar eine nur bedingte Steuerungsfähigkeit durch den Einfluss von Alkohol und Affekt hervor. Dafür spreche der dynamische und begrenzte Tatablauf. „Eine Schuldunfähigkeit stand allerdings nicht im Raum. Trotz Alkoholisierung hatte er das Ausmaß seiner Tat erkannt“, sagte Singelmann. Das habe die Verteidigung mit dem Plädoyer auf Freispruch falsch interpretiert.

Es sei ein beendeter Versuch des Totschlags gewesen. Ein „Aufhören“ hätte schlimmestenfalls nicht gereicht, um das Leben seiner Ehefrau zu retten. Erneut verwies der Richter darauf, dass das offene Schädel-Hirn-Trauma der 49-Jährigen zum Tod geführt hätte, wenn keine Notoperation erfolgt wäre. Die Gefahr von Spätfolgen bestehe. Der benutzte Hammer sei ein gefährliches Werkzeug. Zu Gunsten des Angeklagten wertete Singelmann, dass er nicht vorbestraft sei, zur Tat stehe, dass die Eheleute die Tat aufarbeiten wollten und laut Gutachten keine Wiederholungsgefahr bestehe. In der Summe habe sich letztlich nur noch ein Strafrahmen von ein bis fünf Jahren Freiheitsstrafe ergeben. Am Ende wurden es dann dreieinhalb Jahre.

Der Angeklagte, der seit über einem halben Jahr in Untersuchungshaft sitzt, kommt aber vorläufig auf freien Fuß. Das Gericht sieht keine Fluchtgefahr und will ihm die Möglichkeit geben, die Haft freiwillig anzutreten. Das eröffne ihm bessere Chancen auf eine spätere vorzeitige Haftentlassung, erklärte Singelmann.

fg

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