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Dritter Mann im Prozess um Escheburger Überfall belastet

Lübeck/ Escheburg Dritter Mann im Prozess um Escheburger Überfall belastet

Verteidigung nennt nun weiteren Täter und hofft auf Bewährungsstrafe für ihre Mandanten – Staatsanwalt hält bis zu sechseinhalb Jahre Haft für angemessen.

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Das Landgericht Lübeck befindet sich seit etwa einem Jahr in der Schwartauer Landstraße.

Quelle: Foto: Fg

Lübeck/ Escheburg. Die drei 21-jährigen Opfer wollen von zwei Hamburgern wie in einem Gangsterfilm überfallen und beraubt worden sein. Sie berichteten im Prozess um besonders schweren Raub weitgehend übereinstimmend von Gewalt und Diebstahl. Völlig ahnungslos seien sie im Mai 2015 von drei Männern in ihrer WG in einem Einfamilienhaus in Escheburg überfallen, teils geschlagen, getreten, gefesselt und mit einem Messer bedroht worden. Bislang saßen die 22- und 26-jährigen Angeklagten jedoch allein auf der Anklagebank. Nun belastet die Verteidigung einen bislang unbekannten dritten mutmaßlichen Täter. Sein Name fiel gestern im Prozess. Doch er könnte allenfalls als Zeuge auftreten.

Sanierungen am Landgericht Lübeck dauern an

Das Landgericht Lübeck ist im Februar 2016 in die Schwartauer Landstraße gezogen, weil Am Burgfeld größere Baumaßnahmen anstehen, die voraussichtlich bis 2019 dauern. Insbesondere soll die Fassade eines Teils des aus den 60er Jahren stammenden Gebäudekomplexes saniert und den heutigen Standards angepasst werden.

„Ich habe keine Veranlassung gesehen, den Zeugen festzusetzen und eine Gegenüberstellung mit den drei Geschädigten zu machen“, erklärte Richter Kai Schröder gestern im Prozess über den von der Verteidigung präsentierten mutmaßlichen dritten Täter. Staatsanwalt Philipp Marioth plant jedoch, ein neues Ermittlungsverfahren gegen die benannte Person einzuleiten. „In diesem neuen Verfahren werden sodann zunächst weitere Ermittlungen zu führen sein. Abschließend wird zu entscheiden sein, ob Anklage gegen die betreffende Person zu erheben ist“, berichtete auf Anfrage Oberstaatsanwältin Ulla Hingst. Die Einführung eines weiteren Angeklagten in die laufende Hauptverhandlung ist rechtlich nicht angezeigt. Richter Schröder plant, die Beweisaufnahme am 25. Januar zu schließen und ein Urteil zu sprechen.

Die Verteidigung hatte im Rahmen eines Rechtsgespräches zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Richter außerhalb der Hauptverhandlung im Dezember erklärt, es sei bei der Urteilsfindung allenfalls von einem einfachen Raub oder einer räuberischen Erpressung der Angeklagten auszugehen – nicht von einem schweren Fall. Ein dritter Täter habe den Tatopfern eigenmächtig und ohne Wissen der Angeklagten mit dem Messer gedroht. Der Hintergrund der Tat sei eine Auseinandersetzung um Drogen gewesen, die im Verlauf des Geschehens aus dem Ruder gelaufen sei. Da einer der Angeklagten nicht und der andere nur geringfügig vorbestraft sei, könne von einem minder schweren Fall ausgegangen werden und die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden, so die Verteidigung.

Dem widersprach Staatsanwalt Marioth. Es habe sich um einen besonders schweren Raub gehandelt. Unter anderem, weil sich die Tat gegen mehrere Opfer gerichtet habe. In Anbetracht der Schwere der Tat halte er eine Freiheitsstrafe von sechs bis sechseinhalb Jahren für gerechtfertigt. Richter Schröder hatte in besagtem Rechtsgespräch erklärt, die Annahme eines minder schweren Falles sei „fraglich“. Es habe sich möglicherweise um einen Überfall während des Tages auf die Geschädigten in deren Wohnung gehandelt.

Die drei Geschädigten hatten am ersten Prozesstag einen brutalen Überfall geschildert, in dessen Verlauf ein Opfer gefesselt worden sei. Während abwechselnd einer der mutmaßlichen Räuber die Bewohner mit einem Messer bewacht haben soll, sollen die anderen die Wohnung durchsucht und diverse Gegenstände eingepackt haben. Am Ende sollen etwa 200 Euro, eine Uhr, Handys, Tablets und zwei Spielekonsolen gestohlen worden sein.

LN

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