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Lauenburg Drohung an Hauswand: Schule geräumt
Lokales Lauenburg Drohung an Hauswand: Schule geräumt
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21:30 26.09.2016
800 Schüler der Alfred-Nobel-Schule hatten gestern überraschend schulfrei. Ausgelöst durch eine mysteriöse Gewaltandrohung. Quelle: Timo Jann
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Geesthacht

Außerdem gab es jede Menge Aufregung, da bereits nachts gegen 1 Uhr ein entsprechender Post ins Internet gestellt worden war. Die Polizei erfuhr davon aber erst viel später – und wirft der Verbreiterin der Nachricht über ein soziales Netzwerk im Internet unverantwortliches Handeln vor.

Schriftzug eines Unbekannten an Geesthachter Alfred-Nobel-Schule ins Netz gestellt, anstatt Polizei zu informieren.

In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach Drohungen an anderen Schulen in der Region gegeben. Unter anderem war zwei Mal die Bertha-von-Suttner-Schule in Geesthacht betroffen, aber auch gegen Schulen in Glinde und Barsbüttel richteten sich Drohungen. Ermittelt werden konnten die Urheber meistens nicht.

Durch die Verbreitung des Bildes mit der Gewaltandrohung, die die Polizei nicht näher ausführt, hatte sich die Sache hochgeschaukelt. Auf die Idee, als erstes die Polizei zu informieren, war die Geesthachterin nicht gekommen. Sie hätte das nicht ernst genommen, rechtfertigte sie sich später gegenüber der Polizei, als diese vor der Tür stand.

Nachdem aber ein Mann die Beamten über den Netz-Post informiert hatte, lief der Polizeiapparat an. Die Frau wurde ausfindig gemacht und befragt, Schulleiter Jan Rüder informiert, der Hausmeister hinzu gerufen – und morgens der Unterricht für alle Schüler abgesagt. „Uns blieb nach der Beratung mit der Polizei ja nichts anderes übrig“, erklärte Rüder, der gegen 3 Uhr von der Drohung erfahren hatte. An der Fassade in Höhe der Fahrradständer am Nebeneingang der Gemeinschaftsschule war das Datum 26.09. mit Uhrzeit 16 Uhr und dem Hinweis auf eine Gewalttat vermerkt. Der Hausmeister entfernte den Schriftzug nach der Spurensicherung durch die Polizei so gut es ging.

„Da wir frühzeitig von der Drohung Kenntnis bekommen hatten, konnten wir unsere Maßnahmen mit einigem Vorlauf zum Schulbeginn starten“, berichtete ein Polizist. So wurden gegen 6.45 Uhr in den Klassen die Telefonketten in Gang gesetzt, dass der Unterricht ausfallen würde. Fast 20 Polizisten aus Geesthacht und Umgebung waren dennoch vor Ort, um die Schule zu sichern und das Umfeld zu bestreifen. Auch die Abfahrten von zwei Klassen auf Klassenreisen gegen 9 Uhr vor der Sporthalle an der Grenzstraße wurden überwacht. Rüder: „Klausuren oder Ähnliches standen nicht an, wir haben zurzeit Projektwoche.“ Dank der Telefonkette konnten fast alle Schüler noch zuhause erreicht werden, bevor sie zur Schule starteten. Kinder, die dennoch am Neuen Krug aufschlugen, wurden von Rüder und dem Kollegium in Empfang genommen. Erst als sichergestellt war, dass Eltern die Kinder an dem überraschend freien Schultag wieder in ihre Obhut nehmen könnten, durften die Kinder wieder gehen.

Für die anderen wurde eine Notbetreuung eingerichtet.

„Es wäre gut gewesen, die Sache nicht im Internet zu posten, sondern gleich die Polizei zu informieren. So etwas schürt ja auch Ängste“, kritisierte Polizeisprecherin Kathrin Bertelsen. Hinweise auf den Urheber der Drohung haben die Beamten bisher nicht. „Wenn wir einen Tatverdächtigen überführen, wird das für ihn richtig teuer“, kündigt Kathrin Bertelsen an. Je nach Personalstärke und Einsatzdauer müsste der Verfasser der Drohung mehrere tausend Euro Einsatzkosten bezahlen.

 Timo Jann

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