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Lauenburg Durchbruch bei Ortsumgehung Geesthacht
Lokales Lauenburg Durchbruch bei Ortsumgehung Geesthacht
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19:09 23.01.2019
Einigung in Kiel: Bei einem Spitzentreffen mit Verkehrsminister Bernd Buchholz (3.v.l.) und Britta Lüth (2.v.r.) vom Landesbetrieb Verkehr sind Bedenken von Olaf Schulze und Peter Junge (Stadt Geesthacht) die Bedenken der Nachbargemeinden vertreten durch Amtsdirektorin Christina Lehmann, Hans-Ulrich Jahn aus Wiershop und Friedrich-Wilhelm Richard (Hamwarde) ausgeräumt worden. Quelle: Verkehrsministerium Kiel
Geesthacht

Die Planung der Ortsumgehung Geesthacht steht vor dem Durchbruch. Die Stadt Geesthacht und ihre Nachbargemeinden haben bei einem Spitzentreffen im Kieler Verkehrsministerium bestehende Bedenken zu den Planungen ausgeräumt.

„In kritischen Punkten auf gemeinsamem Weg“

„Die Einwände und offenen Fragen, die von der Stadt Geesthacht und einigen Nachbargemeinden gegen die geplante Ortsumgehung erhoben wurden, sind weitgehend vom Tisch“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) nach einem Treffen mit den Bürgermeistern von Hamwarde und Wiershop, Friedrich-Wilhelm Richard und Hans-Ulrich Jahn sowie Christina Lehmann vom Amt Hohe Elbgeest mitteilten. Man habe sich „in den kritischen Punkten auf einen gemeinsamen Weg verständigt und vor allem auch Missverständnisse ausräumen“ können, heißt es.

Nachdem im vergangenen Sommer erstmals die Pläne für die rund 125 Millionen Euro teure Umfahrung von Geesthacht ausgelegt wurden, gab es insgesamt 176 Einwendungen – darunter mehr als ein Dutzend Einwendungen der Stadt Geesthacht und ihrer Umlandgemeinden. Gefordert wurden unter anderem zusätzlicher Lärmschutz für den Ortsteil Grünhof, zusätzliche Anschluss-Stellen, die Begradigung eines Teils der Landesstraßen L 205 und L 219 oder die Vergrößerung von Fledermaus-Durchlässen, um sie auch für Radfahrer oder Fußgänger passierbar zu machen.

Zusätzlicher Lärmschutz für Grünhof

Hinsichtlich zusätzlicher Anschluss-Stellen und den baulichen Anpassungen der Fledermaus-Durchgänge habe man den Kommunalvertretern mit Blick auf die strikten Vorgaben des Bundes eine klare Absage erteilen müssen, heißt es aus Kiel. Die gewünschte Abflachung der scharfen Kurve im Übergang der beiden Landesstraßen L 205 und L 219 in Wiershop solle hingegen in das kommende Landesstraßenbauprogramm aufgenommen werden, so Buchholz.

Zudem solle geprüft werden, ob zusätzlicher Lärmschutz für den Ortsteil Grünhof über eine Bauleitplanung der Stadt erreicht werden könne. Man habe zugesagt, nach einer Vorplanung durch die Stadt auf den Bund zuzugehen und um eine Kostenbeteiligung zu bitten, weil sich für diesen Abschnitt rechtlich kein Anspruch aus dem laufenden Verfahren herleiten lasse, so Minister Buchholz.

Zweigleisiger Bahnausbau wird berücksichtigt

Weitere Unterstützung habe das Ministerium dem Wunsch der Bürgermeister zugesagt, dass die in dem Planfeststellungsverfahren nur nachrichtlich genannte Höherstufung der Gemeindestraße von Worth nach Hamwarde sowie auch innerhalb Hamwardes bis zum Anschlusskreisel zur Kreisstraße nicht realisiert und der Umwidmungsplan diesbezüglich geändert werden solle. Auch die Kreisstraße Worth-Geesthacht solle in dieser Klassifizierung bleiben, heißt es.

Laut der gemeinsamen Erklärung waren sich Schulze und das Amt auch, dass nach Möglichkeit schon im Verlauf der weiteren Planungen berücksichtigt werden müsste, dass die eingleisige Bahn-Strecke im Zuge einer möglichen Bahnanbindung Geesthachts künftig zweigleisig ausgebaut werden könnte und durch den Umgehungsbereich auch Velo-Routen geführt werden. „Wir haben über Planänderungen vor Fertigstellung der Umgehung jederzeit die Möglichkeit, auf neue Randbedingungen zu reagieren“, sagte Buchholz.

Pläne sollen im Sommer erörtert werden

„Wir konnten unsere Argumente in Ruhe vortragen und die Position des Landes nachvollziehen. Dank der anwesenden Verkehrsplanerinnen des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr konnte jede noch offene Frage gestellt und fachlich beantwortet werden“, teilt Bürgermeister Schulze in der Erklärung mit.

Nach den Angaben von Minister Buchholz ist die Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr aktuell dabei, die schriftlichen Erwiderungen auf die über 170 Einwendungen zu verfassen. Er sei zuversichtlich, so der Minister, dass die Pläne dann im Sommer über das Amt für Planfeststellung Verkehr mit den Betroffenen mündlich erörtert werden.

Holger Marohn

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