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E-Mobilität ist noch nicht angekommen

Mölln E-Mobilität ist noch nicht angekommen

In der „Autostadt“ Mölln gibt es zur Zeit nicht ein Auto mit Elektroantrieb im Handel – Viele Diesel im Angebot.

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Das Bild spricht für sich: Elektroautoexperte Nico Schlüter bei Riemer zeigt an diesem herkömmlichen Wagen, wo bei einem Elektromodell der Stecker wäre – Es gibt derzeit keines.

Quelle: Fotos: Len(3)/sen

Mölln. Ein Monat ist seit Einführung der Kaufprämie für Elektroautos vergangen. Die Nachfrage nach elektrisch betriebenen Fahrzeugen hält sich aber in Grenzen. Die Möllner Autohändler sind sich einig, dass die Prämie bisher noch keine Auswirkungen hat. Gerade einmal zwei der acht Autohändler bieten E-Autos an. Zum Thema Dieselautos spalten sich die Meinungen.

LN-Bild

In der „Autostadt“ Mölln gibt es zur Zeit nicht ein Auto mit Elektroantrieb im Handel – Viele Diesel im Angebot.

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„Die Leute kommen mit Interesse an E-Autos um die Ecke“, sagt Michael Scheunemann, Verkaufsleiter im Autohaus Riemer. Die Förderung locke den einen oder anderen interessierten Kunden an. Der Autohändler hat die Elektroautos von Volkswagen und Renault im Sortiment. Gekauft wird aber wenig: „Es gibt eine Nachfrage, aber die ist zurückhaltend“, sagt Michael Scheunemann.

Der Grund könne das fehlende Vertrauen sein, sagt Michael-Skule Langbehn, der Verkaufsleiter bei Süverkrüp Automobile: „Die Reichweiten der Elektroautos sind für den täglichen Gebrauch ausreichend.

Dennoch sind die Kunden unsicher.“ Immerhin gibt es die Autos noch nicht sehr lange. Der Mercedeshändler bietet die elektrische B-Klasse erst seit einem dreiviertel Jahr an. „Die Förderung ist eher ein Anreiz, ins Gespräch zu kommen“, sagt Michael-Skule Langbehn.

Das Autohaus an der Salzstraße bietet keine Elektroautos an. „Die sind zu teuer, das lohnt nicht“, sagt Verkäufer Christoph Bernhardt. Obwohl ihre Vertragspartner, die Hersteller Ford und Volvo, je zwei elektrische Modelle haben, die auf der Förderliste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stehen. Das Autozentrum Schulz bietet Hybridfahrzeuge von Toyota an, die auf der Liste stehen. Für die beiden Möllner Gebrauchtwagenhändler, Autohaus Degewitz und Autohaus Schmidt, ist es noch zu früh, denn die Modelle sind eben erst auf den Markt gekommen. „Fiat und Opel haben gar keine Eletroautos im Sortiment“, sagt Andreas Jakobsen, Verkäufer im Autohaus Meyne. Beim Möllner BMW-Händler, dem Autohaus Steen, gibt es keine E-Autos. Um die zu kaufen, müssen Interessierte in eine große BMW-Niederlassung nach Hamburg fahren.

Bei weitem nicht so einig, sind sich die Händler, wenn es um Dieselfahrzeuge geht. „Der Diesel ist nicht tot“, sagt Michael-Skule Langbehn, der Verkaufsleiter bei Süverkrüp Automobile. Bei dem Mercedeshändler ist die Nachfrage durch neu auf den Markt gekommene Modelle gestiegen. Einen leichten Rückgang der Nachfrage nach Dieselautos sieht Michael Scheunemann vom Autohaus Riemer: „Die Fahrzeuge gehören aber immer noch ins Sortiment. Die hochmoderne Dieseltechnologie ist nach wie vor am Markt etabliert.“

Andere sehen die Entwicklung der Dieselmotoren am Ende. „Das ist eine aussterbende Motorenart. Heute gibt es genug Alternativen, die auch noch gut für die Umwelt sind“, sagt Matthias Schulz, Inhaber vom Autozentrum Schulz. Andreas Jakobsen vom Autohaus Meyne sieht gar keine Veränderung in der Nachfrage nach Dieselfahrzeugen. Auch beim Autohaus Steen kann man keinen Trend abschätzen. BMW verbindet in seiner Werbekampagne Diesel unverdrossen mit dem Begriff Zukunft.

Nur wenige Stromtankstellen

Es ist Mittag auf dem Kurparkplatz in der Möllner Innenstadt. Hier befindet sich seit Anfang dieses Jahres auch eine Ladestation für Elektroautos mit zwei Stellplätzen. Eine Ladesäule, ein Schild für die beiden Parkplätze und unübersehbare Markierungen mit abgebildetem Stromstecker in weißer Farbe kennzeichnen diesen besonderen Ort, der Mölln fit für die Zukunft macht.

Doch etwas fehlt: Die E-Autos. Während der restliche Parkplatz schon gut gefüllt ist, bleiben die neuen Parkplätze leer. Wie leer erklärt mir Manfred Piebsch von den Vereinigten Stadtwerken, dem Betreiber der Ladestation: „In Mölln ist es noch verhalten. Wir haben pro Woche etwa eine Aufladung.“

In Ratzeburg, dort gibt es ebenfalls eine Ladestation auf dem Parkplatz am Rathaus, wachse der Bedarf langsam. „Dort sind es schon zwei Aufladungen pro Woche.“ Doch an der Ratzeburger Ladestelle ist etwas kurios: Beide Stellplätze sind belegt – allerdings parken dort PKW mit normalen Verbrennungsmotoren. Und das völlig zu Recht, denn im Vergleich zur Möllner Station sind die Stellplätze an der Ladesäule nicht exklusiv für E-Autos. Wenn man im Internet auf der Seite vom „Ladenetz“, einem Verbund von Ladestellen verschiedener Stadtwerke, die Ratzeburger Station aufruft, werden beide Stellplätze als „frei“ angezeigt. Dies bezieht sich also nur auf den Stromanschluss, nicht auf den Stellplatz.

110 Elektrofahrzeuge sind aktuell laut Informationen des Kreises im Lauenburgischen unterwegs. 2015 waren es ganze 91, 2014 insgesamt 62 Fahrzeuge. Immerhin: Die Deutsche Post setzt seit kurzem zehn „Streetscooter“-Elektrofahrzeuge in der Zustellung in Ratzeburg aus ein. Sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden seien von den neuen Wagen begeistert, heißt es bei der Pressestelle. Mittelfristig werden weitere Fahrzeuge für die Region kommen. Auch wenn es also noch wenige Elektrofahrzeuge im Kreis gibt, die Vereinigten Stadtwerke wollen ihr Angebot ausbauen. „Wir planen sechs weitere Ladestationen, vor allem in eher ländlichen Regionen wie Breitenfelde oder Berkenthin“, sagt Manfred Piebsch.

Noch keine E-Dienstautos

Kreissparkassensprecherin Anne Wohlfahrt: „Noch haben wir keine E-Autos, planen jedoch deren Einsatz für unsere Kurier-Autos. Die Fahrer sind rund 100 bis 150 Kilometer pro Tag unterwegs, das ginge mit E-Autos ganz gut.“ Noch liefen aber Leasing-Verträge für die Benzin-Fahrzeuge.

Die größte Firma im Kreis, LTM Group Fette, in Schwarzenbek hat noch keine E-Dienstwagen. Man denke aber verstärkt über die Anschaffung nach bei verbesserter Reichweite, so eine Firmensprecherin.

Für diese Fahrzeuge kann die Prämie beantragt werden.

www.bafa.de/bafa/de/wirtschaftsfoerderung/elektromobilitaet/publikationen/emob_liste_foerderfaehige_elektrofahrzeuge.pdf

Len Stefanie Ender

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