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Lauenburg EAE Wentorf: Ringen um die Zukunft der Einrichtung
Lokales Lauenburg EAE Wentorf: Ringen um die Zukunft der Einrichtung
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18:13 16.04.2016
Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, Eka von Kalben, Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion in Kiel, und der Möllner Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (v. l.) waren am Freitagabend zu Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Wentorf bei Hamburg. Quelle: Philip Schülermann

Die Zukunft der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) des Landes in Wentorf bei Hamburg bleibt ungewiss. Derzeit steht die Unterkunft für Flüchtlinge leer. Bei einem Besuch der Grünen-Politiker Konstantin von Notz und Cem Özdemir am Freitagabend versprachen die Bundespolitiker, die Pläne für die EAE politisch zu diskutieren. Haupt- und ehrenamtliche Helfer beklagen indes, von der Schließung überrascht worden zu sein — und nicht zu wissen, wie es weiter geht.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, und Konstantin von Notz (MdB) waren nach Wentorf gekommen, um sich einen Eindruck von der Arbeit der Helfer zu machen und um zu sehen, wie Flüchtlinge dort leben. Allerdings wohnt in der EAE zurzeit niemand. Nach Plänen, die Anlage auszubauen, hieß es Anfang der Woche, dass sie geschlossen werde. Der Grund: zu wenig Flüchtlinge, betriebswirtschaftliche Überlegungen.

Für die Arbeit der Helfer fand Özdemir lobende Worte. Die EAE sei eine der besten, die er sich angesehen habe — und das seien schon einige gewesen. „Dass die medizinische Versorgung in professionellen Händen in der Erstaufnahme ist“, hob Özdemir hervor und dass Kinder nach schlimmen Erlebnissen in Wentorf wieder Kinder sein dürften. „Wir müssen eine Lösung finden, wie die Einrichtung weiter für Flüchtlinge verwendet werden kann“, sagte die grüne MdL Eka von Kalben, die auch zur Besichtigung gekommen war. Was aus der Anlage werde, müssten sie nun politisch beraten, sagte Konstantin von Notz.

Aus Helfer-Kreisen heißt es, sie seien von den Schließungsplänen des Landes völlig überrascht worden — nur wenige Stunden, bevor das Land die Presse informiert habe. Ob sie vor Ort in Zukunft noch gebraucht würden, wüssten sie nicht. Derzeit bleibe ihnen nichts als abzuwarten, Workshops zu machen und aufzuräumen, berichtet ein Helfer. Und die geplanten vorbereitenden Baumaßnahmen für eine Erweiterung (die LN berichteten) gebe es auch nicht. Einige hätten ihre Jobs aufgegeben, um in der EAE zu arbeiten. 30 Helfern drohe nun die Arbeitslosigkeit. Stefan Fehrmann, Geschäftsführer beim DRK: „Es war eine große Herausforderung, Personal für kurze Zeit zu finden. Uns erschüttert, dass die einstige Frist bis zum 30. September jetzt unterschritten wird.“ Er kritisierte zudem, dass sie in weitere Planungen nicht mit einbezogen würden.

„Die Fluchtursachen sind nicht gelöst“, sagte Cem Özdemir. „Wie schaffen wir es, aus Flüchtlingen Inländer zu machen? Das alles wird leichter, wenn die Erstaufnahme klappt.“ Eka von Kalben, die in Kontakt mit dem Innenministerium stehe, wünsche sich auch weiterhin, in der EAE „gutes Ankommen zu ermöglichen“ — vielleicht, dass die Einrichtung für längeren Zeitraum ein Zuhause für Flüchtlinge werde.

Habeck oder von Notz?

Die Personalfrage Konstantin von Notz oder Robert Habeck als schleswig-holsteinischen Kandidaten für Berlin wollte Cem Özdemir am Freitagabend nicht kommentieren. Er werde das zu gegebener Zeit tun. Bisher habe sich nur einer der beiden beworben, nämlich „mein Freund Robert Habeck“.

Gestern wurde bekannt: Der Bundesvorsitzende möchte selbst Spitzenkandidat für die Grünen im Bundestag werden. Er wäre dann Konkurrent seines Freundes.

Von Philip Schülermann

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