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Lauenburg Ehrenamtspreis für jungen MSV-Trainer
Lokales Lauenburg Ehrenamtspreis für jungen MSV-Trainer
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11:13 14.01.2019
Bürgervorsteher Jan-Frederik-Schlie (l.) und Stifter Wolfgang Engelmann (r.) von der Gemeinschaftsstiftung gratulieren Maximilian Oesterreich (Mitte, 16) von der Möllner Sportvereinigung zum Jugendehrenamtspreis. vergeben worden. Bürgervorsteher Jan Frederik Schlie dem Schüler. Quelle: Grombein
Mölln

Trotz Sturm und Regen haben reichlich Gäste aus Mölln und dem Umland am Sonntag den Mölln Neujahrsempfang der Stadt besucht. Politiker, Beamte, Unternehmer, geflüchtete Neubürger und Menschen aus dem Ehrenamt standen dicht gedrängt in der Ratsdiele und verfolgten die Redebeiträge von Bürgermeister Jan Wiegels, Bürgervorsteher Jan-Frederik Schlie und Till Eulenspiegel. Die Gemeinschaftsstiftung hat den achten Jugendehrenamtspreis für besonderes Engagement an den MSV-Sportler Maximilian Oesterreich verliehen.

Neben der Freude über den außergewöhnlichen Einsatz des 16-Jährigen gab der Vorstandsvorsitzende der Gemeinschaftsstiftung, Wolfgang Engelmann, auch etwas bitter zu, dass die von Vereinen eingereichten Nominierungen in diesem Jahr mager ausfielen. „Leider hatte in diesem Jahr der Aufruf zur Benennung von engagierten Jugendlichen keine gute Resonanz, was ich persönlich nicht verstehen kann“, sagte Engelmann. 40 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen engagierten sich noch immer in ihrer Freizeit. Auch das Land habe 2018 insgesamt 87 außergewöhnlich engagierte Jugendliche geehrt. Man wolle das Konzept überdenken, den Preis aber auf keinen Fall aufgeben. Dafür gab es ordentlich Beifall.

Trainer gegen Gewalt und Drogen

Maximilian Oesterreich besucht das Möllner Marion-Dönhoff-Gymnasium uns beweise, dass ehrenamtliches Engagement auch beim arbeitsintensiven G-8-Abitur möglich sei, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Gemeinschaftsstiftung, Wolfgang Engelmann.

Seit 2014 ist der 16-Jährige MSV-Hilfstrainer, seit 2015 vom Landes-Ju-Jutsu-Verband lizenzierter Sportassistent. Er engagiere sich in Mölln auch für Menschen mit Behinderung und in dem Projekt „Fit für die Fete“, in dem es um Gewalt- und Drogenprävention geht. Außerdem ist er ein engagiertes Mitglied der Kirchengemeinde.

Gegen Intoleranz: Mölln soll bunt bleiben

Begleitet von Musik der Sternsinger standen reichlich Gäste dicht gedrängt in der Ratsdiele. Einen wie gewohnt detaillierten Rückblick und einen Ausblick des Bürgermeisters auf die Herausforderungen des laufenden Jahres erwarteten einige Besucher leider vergebens. Wiegels begrüßte lediglich die Gäste. Bürgervorsteher Schlie nannte nur drei Situationen, die ihm aus 2018 besonder im Gedächtnis geblieben seien. zum einen die Kommunalwahl. Die Stadtvertretung habe mit Der Linken eine neue Fraktion und arbeite noch immer konstruktiv, wenn auch die Diskussionen etwas länger geworden seien. Er zitierte Sven, Kolb, der gesagt habe, Mölln bleibt bunt. Dieses Bekenntnis zu Vielfalt unterstrich er. „Wir dürfen den gegenseitigen Respekt nicht verlieren.“ Er dankte den Unternehmern, die mit der Gewerbesteuer einnahmen in die gebeutelte Stadtkasse spülten. Schlie verwies auf zahlreiche Bauprojekte in 2019, unter anderem den Umbau der Tanneck-Schule. Angesichts des vielerorts erstarkenden Populismus und dessen Europafeindlichkeit appellierte Schlie eindringlich an die Gäste, sich an der Europawahl zu beteiligen. „Helfen sie dabei, dass die EU noch weiter so tatkräftig arbeiten kann.“

Till zieht Möllner Klüngel durch den Kakao

Für die musikalische Unterhaltung sorgten zumindest am Anfang die Sternsinger, die fleißig Spenden für die Kirchengemeinde sammelten. Hochkarätiger wurde es in den Pausen mit dem Duo Michael Jessen (Gitarre) und Martina Brüggemann). Sie boten leichfüßige Bossa-Nova-Klänge, die einen angenehmen Gruß aus dem warmen Brasilien in das graue und verregnete Mölln sendeten. Till Eulenspiegel hat einen anderen Stil als sein Vorgänger. Seine zum Teil derbe Wortwahl weckte das Publikum auf, bevor er kräftig aber mit einer guten Portion Humor gegen die Politik austeilte. Besonders der neue Bürgervorsteher und der Landtagspräsident wurden auf die Schippe genommen. „Gewählt per We-Are-Family-Verfahren in der eigenen Familie vor 30 Jahren. Nach zwei Generationen des Runden, den Nachfolger gleich selbst entbunden“, sagte Eulenspiegel zum wissenden Gelächter der anwesenden Gäste.

Beim Neujahrsempfang 2019 im Historischen Rathaus ist der Jugendehrenamtspreis an Maximilian Oesterreich (16) von der Möllner Sportvereinigung vergeben worden. Bürgervorsteher Jan-Frederik Schlie und Stifter Wolfgang Engelmann von der Gemeinschaftsstiftung gratulierten dem Schüler. Till Eulenspiegel alias Sven Kolb hielt eine launige Neujahrsrede.

Verkehr sollte unterirdisch laufen

Eulenspiegel thematisierte auch die Diskussion um Verkehr in Mölln. Er hatte einen roten Wollfaden verteilt, denn die Gäste gemeinsam festalten und an ihm ziehen sollten. Daran merken man: Jeder wolle woanders hin: „Der Faden spiegelt unsere Gassen, Verkehr in Mölln echt schwer zu fassen.“ Er zeichnete die Visionen von unterirdischem Verehr in der Innenstadt. Fahrstühle sollten zu den Geschäften führen. „Sagt nicht zu allem einfach Nein. Reißt Euch jetzt alle mal am Riemen. Mit Lösung, können wir Lob verdienen.“

Kritik an Stil auf Facebook

Er machte sich auch über die auffallend rege Tätigkeit des Bürgermeisters bei Facebook lustig. „Gepostet, so viel, ununterbrochen.“ Damit der Verwaltungschef auch nicht vergisst, dass Facebook nicht vergisst und jeder mitlesen kann, erinnerte er Wiegels an eine vermeintliche Einladung. Er zitierte mit Maske des Bürgermeisters vor dem Gesicht den Post vom 9. Oktober: „Nächstes Jahr komme ich dann wohl nicht um eine Geburtstagsfeier umhin.“ Er freue sich schon sehr darauf und es seien ja wohl alle Anwesenden eingeladen. Mit seiner Botschaft sprach er wohl vielen im Saal aus der Seele: „ Was erst einmal bei Facebook steht im Internet nicht mehr vergeht. Finden werd’ ich sicher viel. Also wenn ihr was postet, bitte mit Stil.“

Florian Grombein

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