Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Ein Blickfang nicht nur zu Weihnachten

Mölln Ein Blickfang nicht nur zu Weihnachten

Pastorat ist prägendes Gebäude am Möllner Markt — Haus wurde im Heimatschutzstil gebaut.

Voriger Artikel
Raubüberfall auf Möllner Einkaufsmarkt — Zeugen gesucht
Nächster Artikel
Üble Prügelei an Weihnachten

Wer hat schon aus seiner Haustür einen solchen Blick?

Quelle: Fotos: Nd

Mölln. Eines ist jedem klar, der in das Haus mit der Adresse Am Markt 10 mitten in der Möllner Altstadt einzieht: An den Weihnachtstagen muss der Bewohner arbeiten. Bei diesem dreistöckigen Gebäude, nur ein paar Meter von der ehrwürdigen Nicolaikirche entfernt, handelt es sich nämlich um ein Pastorat. Seit nunmehr 105 Jahren gehört es zu den prägenden Bauten des Möllner Marktes.

0001cp6p.jpg

Die Versammlungsräume im Pastorat sind hell und freundlich, werden deshalb gern genutzt.

Zur Bildergalerie

Jetziger Hausherr ist Hermann Handler, und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Er lebt hier seit 1993, er ist der älteste und dienstälteste Pastor in Mölln, und er ist Vorsitzender des Kirchengemeinderates.

So attraktiv das Pastorat auch aussah, so problematisch gestaltete sich das Wohnen in dem Fachwerkhaus zunächst, wie Handler berichtet: „Es zog überall durch die alten Fenster, und die 3,40 Meter hohen Räume zu beheizen, kostete ein kleines Vermögen.“ Er hatte beim Dienstantritt in Mölln gehört, dass einige seiner Vorgänger die Eulenspiegelstadt schon nach recht kurzer Zeit wieder verlassen hatten — vielleicht lag es an ihrer mit über 200 Quadratmetern zwar großen, aber eben auch recht zugigen Wohnung.

2007 erfolgte dann eine Totalsanierung des Bauwerks, rund eine halbe Million Euro wurden dafür aufgewandt. Was am Ende dabei herauskam, sei großartig, lobt Pastor Handler. Seine Frau und er fühlten sich nun in ihrem Haus rundum wohl. Verschiedene Veranstaltungsräume, alle hell und freundlich gestaltet, sorgen dafür, dass sich Gemeindemitglieder aller Generationen gern in diesem Rahmen treffen.

Und der Blick aus den Fenstern — zur einen Seite weit über den Schulsee, zur anderen direkt auf St. Nicolai — ist ohnehin traumhaft. Verwundert ist Pastor Handler allerdings immer wieder darüber, dass viele Menschen glauben, er wohne kostenlos in dem Haus, das der evangelischen Kirchengemeinde gehört: „Natürlich zahlen wir Miete.“

Entworfen wurde der Seelsorger-Wohnsitz von den beiden Hamburger Architekten Ludwig Raabe und Otto Wöhlecke. Das Pastorat zu Füßen des mächtigen Gotteshauses wird der Heimatschutzarchitektur zugerechnet. Sie ist ein Architekturstil, der 1904 erstmals beschrieben wurde und bis Ende des Zweiten Weltkriegs eine Blüte erlebte.

Ziel des Heimatschutzstils war die Weiterentwicklung des Historismus mit traditionellen, regionaltypischen Bauformen. Als typisches Element gilt die Verwendung ortsüblicher Baumaterialien, in Norddeutschland also vor allem Backstein. Im Gegensatz zum Historismus wird auf verzierende Attribute, die ältere Baustile detailgetreu nachahmen, verzichtet. Dennoch sollten sich neue Bauwerke harmonisch in die sie umgebende Stadtlandschaft einfügen — was beim Möllner Pastorat ohne Zweifel geglückt ist. Besonders hübsch ist das kleine Teehaus, das im Garten des eigentlichen Pastoratsgebäudes an der Ecke Hauptstraße/Am Markt steht. „Viele Mölln-Besucher glauben, das sei ein ehemaliges Wachhaus für den Stadthauptmannshof, der ja genau gegenüber liegt“, erzählt Hermann Handler. Das aber stimme nicht, das Teehaus gehöre zum Kirchengelände. Ein großer goldener Stern, weithin sichtbar, weist in diesen Tagen den Weg zu dem kleinen Gebäude — ein schöneres Symbol zum Weihnachtsfest ist kaum denkbar.

Hamburger Architekten machten 1909 den Entwurf
Das Pastorat am Markt in Mölln wurde im Jahr 1909 von der Architektengemeinschaft Ludwig Raabe und Otto Wöhlecke entworfen. Die Betreiber besaßen ein damals für Hamburg und sein Umland wichtiges Architekturbüro, das vor dem Ersten Weltkrieg für viele repräsentative öffentliche Bauwerke verantwortlich war.


Die Architekten entwarfen zum Beispiel zahlreiche Bahnhöfe für die Ringstrecke der Hamburger Hoch- und U-Bahn. Erhalten sind unter anderem die Bahnhöfe Mundsburg und Rödingsmarkt.



Das Eingangsgebäude zum alten Elbtunnel neben den St. Pauli-Landungsbrücken stammt von Raabe und Wöhlecke. Es zählt zu den Hamburger Tourismus-Magneten.

Norbert Dreessen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lauenburg
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Daniel Günther ist offen für einen zusätzlichen Feiertag - welcher Tag sollte es werden?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.