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Ein Dorfkind, das immer noch gerne kicken geht

NAHAUFNAHME – LANDTAGSKANDIDATEN PERSÖNLICH: Christopher Vogt (FDP) Ein Dorfkind, das immer noch gerne kicken geht

Vom JuLi zum Kapitän des FC Landtag: Seit acht Jahren ist Vogt im Parlament.

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Der Zustand der Landesstraßen ist eines der Steckenpferde von Christopher Vogt (33). Für den Neubau der Brücke über die Wohldbek in seinem Heimatort Nusse musste der Landtagsabgeordnete lange kämpfen.

Quelle: Fotos: Holger Marohn

Nusse. In grauem Kapuzenpullover, Jeans und Turnschuhen schlendert Christopher Vogt die Kirchstraße in Nusse entlang. Mit einem Kollegen der Jungen Liberalen und dem VW-Bus seines Bruders war Vogt noch am Morgen zum Plakatekleben unterwegs. Wahlkampfarbeit. Dass die FDP im Nordkreis stark und auf den Dörfern nicht nur um Nusse gefühlt am stärksten mit Plakaten vertreten ist, kommt nicht von ungefähr.

LN-Bild

Vom JuLi zum Kapitän des FC Landtag: Seit acht Jahren ist Vogt im Parlament.

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Seit acht Jahren sitzt der 33-Jährige für die FDP im Landtag. Doch Nusse ist für den jungen Familienvater ein wichtiger Rückzugsort. Hier ist er aufgewachsen, ist in der Feuerwehr aktives Mitglied und spielt im Ort Fußball. „Klar, ich bin ein Dorfkind“, gibt Vogt unumwunden zu. Er gehöre zu dem Teil aus seinem Jahrgang, die mit Kiel in der Gegend studiert hätten. „Das sind wohl diejenigen, von denen man sagt, die sind hier hängengeblieben“, sagt Vogt lachend. Nach der Schule habe er in Kiel studiert und dort auch gewohnt. Mit seiner Freundin, noch aus Schulzeiten, sei er danach wieder nach Nusse zurückgezogen – aufs Land und trotz Landespolitik.

Mit 16 habe er angefangen, sich stärker für Politik zu interessieren. „Die JuLis, die Jungen Liberalen, kannte ich damals gar nicht, aber als ich mir dann im Internet mal die einzelnen Seiten angeschaut habe, waren die einfach am interessantesten“, erinnert sich Vogt. Er machte mit. „Wir waren eine lustige Truppe, haben viele Aktionen gemacht. Das hat Spaß gebracht“, sagt Vogt, der auch immer fleißig mit Leserbriefen in den LN aktiv war. Irgendwie sei da wohl Einigen auf Landesebene mal aufgefallen, dass sein Name relativ häufig im FDP-Pressespiegel auftauchte. „Ich bin gefragt worden, ob ich für den JuLi- Landesvorstand kandieren würde. Erst Beisitzer sei er dann wenig später im Pulverkeller des Ratzeburger Burgtheaters zum Landesvorsitzenden gewählt worden.

„Und als JuLi-Landesvorsitzender sitzt man dann auf einmal beim FDP-Landesvorstand mit am Tisch und merkt, dass die da auch alle nur mit Wasser kochen, alle“. Und dann habe er sich drei Jahre lang immer fleißig mit Wolfgang Kubicki „gebattlet“. Generationengerechtigkeit, Bildung und Staatsverschuldung seien da die großen Themen gewesen. Jürgen Koppelin und Wolfgang Kubicki, der „K &

K-Monarchie“ in der FDP, hätte er mit den anderen jüngeren dann fleißig Contra gegeben. Als Landesvorsitzender landete er dann 2009 auf Platz sechs der Landesliste und rutschte bei den vorgezogenen Neuwahlen mit in den Landtag. Ursprünglich hatte Vogt mal ein paar Semester Politikwissenschaften studiert. „Das war auch ganz aufschlussreich. Ich habe aber dann schnell gemerkt, dass Politik eher Handwerk und Kunst als Wissenschaft ist“.

Zu Vogts politischen Steckenpferden gehören die Landesstraßen – und vor allem ihr Zustand. Wenn die Bürger etwas erreichen wollten, müssten sie auf ihre Probleme aufmerksam machen. „Die Menschen sollten nicht unterschätzen, welche Wirkung Protestaktionen in Kiel erzeugen würden – so wie einst, als vor wenigen Jahren 800 Menschen bei einer Schlagloch-Demo gegen den Zustand der Landesstraße 199 protestierten. „Das waren mehr Menschen, als die drei schwerpunktmäßig betroffenen Orte Duvensee, Kühsen und Klinkrade Einwohner hatten“, sagt Vogt.

Vor ein paar Jahren kickte Vogt noch beim Breitenfelder SV in der Bezirksliga – als Mittelstürmer. „Mein Trainer hat immer gesagt, ich sei der letzte Standfußballer Deutschlands“, sagt Vogt. Heute spielt er bei den Herren in Nusse, die – wenn es nach ihm ginge – gerne als Alte Herren auflaufen könnten. „So 70 statt 90 Minuten Spielzeit würden mir schon entgegenkommen“, sagt Vogt. Dabei hat er gerade 15 Kilogramm abgenommen. „Ich habe einfach öfter mal die belegten Brötchen, die man als Politiker überall angeboten bekommt, den anderen überlassen, mich ein wenig bewusster ernährt und bin regelmäßiger gelaufen“. Im Wahlkampf seien es aber wieder ein paar Kilo mehr geworden.

Außerdem ist der einstige Strafraumschreck Kapitän des FC Landtag. Ein bis zweimal geht es für den guten Zweck im Jahr auf den Rasen. „Beim Fußball lege ich dann schon Wert darauf, dass alle per du sind“, sagt Vogt. Und wenn am Tag danach in Kiel Ralf Stegner sagt: „Hallo Herr Vogt, dass war gestern doch ganz schön, ist das ganz lustig“, sagt der FC-Kapitän.

Mit seiner Frau und seiner einjährigen Tochter wohnt Vogt in einer Wohnung auf einem Bauernhof im Ort. „Aber natürlich schauen wir uns auch nach einem eigenen Haus um. Das sollte dann schon in der Region sein. Schließlich kommen wir beide von hier“, sagt Vogt. Aber erstmal steht der Wahlkampf im Vordergrund.

Zur Person

Familienstand: verheiratet, eine Tochter (1) Wohnort: Nusse Beruf: Wirtschaftsingenieur, Projektmanager Im Landtag: seit 2009 In der Partei: seit 1998 (Junge Liberale) Aktueller Listenplatz: Platz 4 Politische Schwerpunkte: Wirtschaft und Infrastruktur, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, Sprecher der FDP für Wirtschafts-, Verkehrs-, Arbeitsmarkt-, Jugend- sowie Hochschul- und Wissenschaftspolitik, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Über Politik: „Politik ist eher Handwerk und Kunst als Wissenschaft. Politik findet zwischen Menschen statt und da sind Typen gefragt.“

Hobbys: Fußball, Freiwillige Feuerwehr.

Podiumsdiskussion

Die Direktkandidaten von CDU, SPD, Grünen und FDP für den Wahlkreis Lauenburg-Nord stellen sich in einer Podiumsdiskussion. Nachdem der SPD-Direktkandidat und Polizist Manfred Börner den CDU-Landtagsabgeordneten und ehemaligen Innenminister Klaus Schlie zu einem Streitgespräch zum Thema Innere Sicherheit aufgefordert hatte, treffen sich die beiden gemeinsam mit Christopher Vogt (FDP) und Burkhard Peters (Bündnis 90 / die Grünen) am Dienstag, 25. April, auf dem Podium in der Breitenfelder Gaststätte Gothmann. Beginn ist um 19 Uhr. Moderiert wird die Debatte von LN-Lokalredaktionsleiter Hanno Hannes.

Neben dem Schwerpunktthema Innere Sicherheit hat der herausgeforderte Schlie angeregt, auch über die Themen Gemeindestrukturen, Verkehrsinfrastruktur, Bildungspolitik, Entwicklung und Finanzierung des ländlichen Raumes und Fragen der Landwirtschaft, des Umweltschutzes und der Planung zu sprechen.

Eingeladen sind alle Bürger des Wahlkreises Lauenburg- Nord.

Holger Marohn

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