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Lauenburg „Ein Ohrenschmaus“ im Augustinum
Lokales Lauenburg „Ein Ohrenschmaus“ im Augustinum
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22:16 18.04.2016
Viel Beifall für die Brüder von Django Deluxe — Jeffrey und Giovanni Weiss (Bildmitte) — und die NDR Bigband. Quelle: Fotos: Thomas Biller

 Abhilfe schaffte eine Wiederholung von „Mean to Me“ aus dem zweistündigen Programm der insgesamt gut aufgelegten Musiker. Facettenreich und virtuos nahmen Django Deluxe (ohne den erkrankten Rhythmus-Gitarristen Robert Weiss) und die NDR Bigband die aufmerksamen Zuhörer am Sonnabend auf eine Zeitreise durch den Jazz mit. Klassiker wie „Cherokee“, „Wave“ und „China Boy“ gehörten ebenso wie Eigenkompositionen von Giovanni Weiss zum Programm.

Django Deluxe und die NDR Bigband begeisterten ihre Zuhörer — Album ist für den Echo-Musikpreis nominiert.

Dass sich Sinti-Swing (so nennen es die Brüder Weiss) in der Tradition Django Reinhardts sehr gut mit dem Sound einer Bigband verbinden lässt, führte zur Zusammenarbeit und Produktion des Albums „Driving“ im vergangenen Jahr. Die intelligenten und einfühlsamen Arrangements, in deren Mittelpunkt stets das virtuose Gitarrenspiel Giovannis und der lebendig und präsent gespielte Bass seines Bruders Jeffrey Weiss stehen, sind nicht überfrachtet. Zwischen den mitreißenden Nummern des Abends ist immer wieder Raum für sensible Solo-Einlagen, in denen sich das Können aller Musiker offenbart.

Dabei ufern diese Momente nie aus; vielmehr sind es Dialoge zwischen den Musikern, die in den Bann ziehen. Möllns Bürgermeister Jan Wiegels sprach von einem „Ohrenschmaus“.

Giovanni Weiss hat bereits 2013 den Musikpreis „Echo Jazz“ als bester Gitarrist erhalten. In diesem Jahr ist er erneut nominiert. Das gemeinsam mit der NDR Bigband aufgenommene „Driving“ hat Aussicht, die Auszeichnung für das beste Bigband-Album des Jahres zu erhalten. Giovanni Weiss ist es auch, der den Zuhörern gelegentlich etwas über die Entstehung oder die Titel der Darbietungen berichtet.

Die Dramaturgie des Abends entwickelt sich mit ersten Eindrücken vom Zusammenspiel der Brüder Weiss, unterstützt von Marcel Serierse am Schlagzeug. Schnell kommen verschiedene Blasinstrumente hinzu, bis im zweiten Teil des Konzertes alle Instrumente auf der Bühne gemeinsam im Einsatz sind.

„Jazz in Ratzeburg“ ist es als Veranstalter des Abends gelungen, ein besonderes Musikerlebnis in die Region zu bringen. Ob das auch im nächsten Jahr noch möglich sein wird, ist derzeit offen.

Vereinsvorsitzender Hartwig Kroeplin gab in seiner Begrüßung bekannt, dass er aus Altersgründen nicht wieder für das Amt zur Verfügung steht. Eine Nachfolge wird dringend gesucht.

Geschichte des Vereins

„Jazz in Ratzeburg“ — dieser Begriff steht seit 15 Jahren für hochkarätige Jazz- und Blueskonzerte in der Region. Der 2001 gegründete Verein organisierte bislang etwa 130 Auftritte zum Teil namenhafter Künstler. Charlie Mariano, Martin Tingvall, Ingrid Jensen oder wie in diesem Jahr die NDR Big Band standen bereits in und um Ratzeburg auf der Bühne.

94 Mitglieder, davon 15 aktive, zählt der Verein. Dabei sieht sich „Jazz in Ratzeburg“ auch als Institution, die jungen Nachwuchstalenten die Chance auf Öffentlichkeit geben will.

Im zweiten Halbjahr stehen Konzerte mit Janke Randalu, Christoph Oeding sowie Hadar Noiberg an.

An Mitarbeit interessiert? mail@jazzinratzeburg.de

Von Thomas Biller

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