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Lauenburg Ein Stück Heimatgeschichte wird nun digitalisiert
Lokales Lauenburg Ein Stück Heimatgeschichte wird nun digitalisiert
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20:10 31.07.2018
Nun auch an die Wand zu beamen: Der Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg ist stolz auf die gelungene Digitalisierung der „Alten Folge“ der „Lauenburgischen Heimat“ (v. l.): Thea Knust (Kasse), Dr. Horst Otto Müller, Helmut Knust (Vors. Ortsverein Geesthacht), Michael Birgel (1. Vorsitzender), Christian Lopau (2. Vorsitzender). Quelle: Foto: Wiemer
Ratzeburg

Was auf den ersten Blick etwas kurios klingen mag, ist aber durchaus plausibel: Der Verein hebt seine eigenen Schätze, und zwar digital. Verborgen sind sie zwar nicht unbedingt, aber über die Jahrzehnte hinweg wurden sie immer schwerer zugänglich. Vor allem für jüngere Geschichtsinteressierte. Seit mehr als 160 Jahren entstanden Hunderte facettenreicher Texte und Aufsätze von regionalgeschichtlicher Bedeutung. Die meisten dieser antiken historischen Hefte gibt es noch. Aber sie sind teils in einem musealen, sprich: nicht alltagslesetauglichen Zustand. Und sie aus einem anderen Grund nicht gut lesbar: wegen ihrer Frakturschrift.

„Test an Schulen haben ergeben, dass lediglich 20 bis 28 Prozent der Mädchen und Jungen an Real- und Oberschulen die alte Frakturschrift lesen können“, berichtet der frühere wissenschaftliche Mitarbeiter im Kreismuseum und ehemalige Leiter des Ernst-Barlach-Museums in Ratzeburg, Dr. Horst Otto Müller. Das war ein Grund für das vor zwei Jahren begonnene Digitalisierungsprojekt. Der zweite war die bessere Zugänglich für die Allgemeinheit – oder wie Dr. Müller es bezeichnet: die Demokratisierung des Archivmaterials. Nach rund 1500 Stunden, die der Digitalisierungsprozess in Anspruch nahm, sind die Zeiten des händischen Heraussuchens einzelner Hefte und dort dann das weitere Auffinden bestimmter Inhalte und Themen Vergangenheit. Über die Internetsuche lassen sich jetzt Themen, Begriffe und dergleichen mehr nicht nur per Suchfunktion und Stichwortverzeichnis sofort auffinden, sondern auch in allgemein einfach lesbarer Standardschrift, wie sie auf PCs üblich sind (New Times Roman) darstellen. Ein alphabetisches Autorenregister für alle 16 Jahrgänge bietet zusätzliche Übersicht. Auch die Wiedergabe der Abbildungen konnte verbessert werden. Zudem gibt es auf digitalem Wege die Möglichkeit, in mehreren Teilen über einzelne Hefte gedruckt Texte am Stück im Ganzen lesen zu können.

Wer nun bedauert, dass mit der Digitalisierung aber ein Stück Originalität eingebüßt wurde, den kann der Verein beruhigen. „Man kann beim Aufruf eines Textes zwischen der alten Frakturschrift und der neuen Darstellungsform wählen“, erklärt Dr. Müller.

Noch sind die Seiten mit der „Alten Folge“ der „Lauenburgischen Heimat“ nur auf der Homepage von Dr. Müller zu finden (www.homrz.de), nach der Sommerpause werden sie dann auf der Website des Heimatbund und Geschichtsvereins eingepflegt sein, verspricht dessen Vorsitzender Michael Birgel. Und ergänzt: „Wir sind allmählich etwas überaltert im Verein. Das soll ein Schritt sein, jüngere Menschen an heimatgeschichtliche Themen heranzuführen.“ Mit diesem Projekt, betont der zweite Vorsitzende, Kreisarchivar Christian Lopau, sei das Ziel, alle Bände der „Lauenburgischen Heimat“ aus der Enge eines reinen Vereinsarchivs herauszuholen und praktisch für alle Welt zugänglich zu machen, erreicht. Lopau: „aber ohne den Sachverstand und die tatkräftige Hilfe von Dr. Müller wäre das nicht gelungen.“

Harte Zeiten – mieser Druck

Die Digitalisierung hatte übrigens noch einen interessanten Nebeneffekt: Die verfügbare Software zur Erkennung der Texte in Fraktur-Druckschrift streikte immer wieder dort, wo die Druck- und die Papierqualität zu wünschen übrig ließen. Dadurch ließ sich ziemlich genau der Zeitraum der wirtschaftlichen Not in den Jahren 1925 bis 1940 erkennen. Es musste billigeres Papier und schlechtere Druckerschwärze verwendet werden.

Matthias Wiemer

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